Abgezogen: Tiago Tomas (links) bringt den VfB in Führung – am ende gewinnen die Frankfurter mit 3:2. Foto: Baumann/Julia Rahn

Der Portugiese bringt viel Schwung – und den VfB in Führung. Doch letztlich kommt auch der Stürmer gegen die Frankfurter nicht mehr durch. Wie geht es nun für ihn weiter?

Tiago Tomas hat sich auf seinen Instinkt verlassen. Mit kurzen, schnellen Schritten drang er in den Strafraum ein, legte sich den Ball geschickt mit der Sohle vor – und schoss. Ins kurze Eck rauschte das Spielgerät. Es war der Führungstreffer für den VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt, da sich Kevin Trapp verspekuliert hatte (19.). Der Gästetorhüter hatte mit einem Schuss in die lange Ecke gerechnet.

Doch Tomas ist für Überraschungen gut. Das gehört zum Spiel des Portugiesen. Auch deshalb hatte sich Sebastian Hoeneß dafür entschieden, ihn im Halbfinale des DFB-Pokals von Anfang an aufzubieten. An der 2:3-Niederlage änderte das allerdings nichts. „Tiago hat es zuletzt nach seiner Einwechslung sehr gut gemacht“, begründete der Trainer die Hereinnahme. In der Bundesliga gewann der VfB auch dank des 20-Jährigen gegen Borussia Mönchengladbach.

Gegen die Frankfurter erhielt Tomas den Vorzug gegenüber Enzo Millot. Wieder eine Maßnahme des Trainers, die sich zunächst auszahlte. Wie in den vergangenen Wochen, als Silas Katompa und Tanguy Coulibaly als Joker stachen. Diesmal gelang dem eingewechselten Millot der Anschlusstreffer (83.).

Tomas wirkte gleich nach seinem Tor übermotiviert. Nach einem Foul holte er sich so die Gelbe Karte ab. Nach einem weiteren Sprint versuchte es Tomas mit einer Hereingabe statt selbst abzuziehen (21.). Die Chance zum 2:0 vergab der Stürmer unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Trapp klatschte ihm den Ball vor die Füße, doch die Leihgabe von Sporting Lissabon traf strauchelnd aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

Einen Elfmeter forderten die Fans, als Tomas in Strafraumnähe zu Fall kam. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Daniel Schlager blieb stumm, auch der Videoassistent meldete sich nicht (54.). Nach etwas über einer Stunde bat der Angreifer um seine Auswechslung. Für ihn kam Coulibaly.

Für beide Stürmer geht es nun in Berlin weiter – allerdings nicht wie erträumt im DFB-Pokal, sondern am Samstag in der Liga bei Hertha BSC. Zu schön wäre es gewesen, wenn Tomas mit seinem Treffer für den VfB das Tor zum Finale im Olympiastadion geöffnet hätte. Das Endspiel gegen RB Leipzig am 3. Juni wäre dann wohl sein letzter Auftritt für die Stuttgarter gewesen – obwohl sie über eine Kaufoption verfügen. Eine Ablösesumme in Höhe von 12,5 Millionen Euro müsste der VfB bezahlen. Zu viel für einen Angreifer, der zwar Potenzial hat, bisher jedoch nur drei Pflichtspieltreffer erzielte.