Viel Polizei war rund um das Spiel im Einsatz. Rassistische Gesänge der Maccabi-Fans verhinderten auch sie nicht. Foto: dpa/Marijan Murat

Das Spiel des VfB in der Europa League gegen Maccabi Tel Aviv schlug hohe Wellen. Noch immer ist das letzte Wort nicht gesprochen, was auch den SC Freiburg betrifft.

Dass es sich beim Spiel des VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv in der Europa League um kein normales Fußballspiel handeln würde, war bereits mit der Auslosung klar. Zu schwer wiegt da die geopolitische Lage, zu stark war mit Gegendemonstrationen oder radikaler gelagerten Störversuchen im Vorfeld zu rechnen. Stuttgarts Polizeiführer Carsten Höfler machte dann wie zu erwarten keine halben Sachen, kündigte ein Hochrisikospiel an und holte an den Tagen Anfang Dezember das große Besteck heraus.

Tausende Einsatzkräfte waren an beiden Tagen rund um das Spiel im Einsatz und garantierten sowohl in der Stadt als auch im Stadion ein hohes Maß an Sicherheit. Auch die über 50 000 Besucher der Partie spielten ihre Rolle gut, waren bereits Stunden vor Anpfiff am Stadion und ließen das langwierige Eintrittsprozedere stoisch über sich ergehen – ein Verhalten, das der Club tags darauf ausdrücklich lobte.

Der VfB machte mit Maccabi kurzen Prozess Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Nur ein kleiner Teil der Besucher verhielt sich daneben. Teile der Fans von Maccabi gaben schon am Tag bei Fanmeeting-Point rassistische und diskriminierende Gesänge zum Besten. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt seither. Diese Ermittlungen sind dem Vernehmen nach noch nicht abgeschlossen. Aber die des CEBD. Das Kürzel steht für Control, Ethics and Disciplinary Body (Kontroll-, Ethik- und Disziplinarorgan) und ist bei der Uefa für Disziplinarmaßnahmen und Strafen zuständig.

Eine solche trifft nun Maccabi. Glatte 20 000 Geldstrafe gibt es für den Club für das Verhalten seiner Fans in Stuttgart. Dazu kommt das Verkaufsverbot für Auswärtstickets für das nächste Auswärtsspiel auf internationalem Niveau – diese Strafe wird aber auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Heißt: Erst wenn sich die Fans innerhalb dieser Frist das nächste Mal daneben benehmen, tritt die Strafe in Kraft. Das bedeutet auch, dass die Fans der israelischen Mannschaft schon bald wieder in Baden-Württemberg aufschlagen werden. Allerdings etwas weiter südlich. Am 22. Januar (18.45 Uhr) tritt die Mannschaft auswärts beim SC Freiburg an.