Die Nationalspieler Deniz Undav (re. o.) und Maximilian Mittelstädt (re. u.) steigen nach dem Test in Fellbach ins VfB-Training ein. Dann ist auch Enzo Millot (li.) wieder dabei. Foto: Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart setzt seine Vorbereitung mit dem fast kompletten Kader fort. Auch Enzo Millot kommt nun ins Training – um doch zu bleiben? Zumindest ändern sich die Vorzeichen.

Die ersten Tage der Vorbereitung sind vorüber, das erste Testspiel ist absolviert (7:1 beim Verbandsligisten SV Fellbach) – nun zündet der VfB Stuttgart bereits Stufe zwei mit Blick auf die Präparation für die kommende Saison. An diesem Montag steigen gleich vier Nationalspieler ins Mannschaftstraining ein: Deniz Undav, Ermedin Demirovic, Alexander Nübel und Maximilian Mittelstädt. Der Einzige, der dann weiter fehlen wird, ist Nick Woltemade.

Klartext von Wehrle zu Woltemade

Über den Stürmer und dessen womöglichen Wechsel zum FC Bayern wurde viel geredet in den vergangenen Wochen. Alexander Wehrle, der Vorstandschef der VfB AG, betonte jüngst mit Blick auf das Interesse aus München noch einmal: „Er wird in der kommenden Saison bei uns Fußball spielen. Außer, sie machen wirklich etwas Außergewöhnliches, dann sind wir alle Profis genug, darüber zu sprechen.“ Vergleichsweise ruhig war es dagegen um einen anderen potenziellen Abgang des VfB Stuttgart. Und: Das könnte auch erst einmal so bleiben.

Zu Beginn dieser Woche startet auch Enzo Millot ins Teamtraining. Der Franzose hatte zuletzt aus privaten Gründen noch ein paar Tage Urlaub mehr erhalten. Millot, zweifacher Torschütze im DFB-Pokalfinale von Berlin (4:2 gegen Arminia Bielefeld), hätte nicht zwingend etwas dagegen gehabt, die Trainingsklamotten mit dem VfB-Wappen gar nicht mehr überzustreifen. Der Mittelfeldspieler pocht zwar nicht auf eine Luftveränderung, kann sich eine solche aber gut vorstellen – und wurde daher seit dem Ende der vergangenen Saison als heißer Wechselkandidat gehandelt. Zumal er auch noch als guter Deal gilt.

Die Ausstiegsklausel von Millot läuft ab

Als einer von nur noch ganz wenigen VfB-Profis verfügt Enzo Millot in seinem Vertrag über eine Ausstiegsklausel. Für rund 20 Millionen Euro wäre er zu haben. Allerdings: Bislang hat der Franzose von diesem Recht nicht Gebrauch gemacht, scheinbar ist also noch kein Club an ihn herangetreten, der bereit ist, diese Summe an den VfB zu überweisen. Oder aus Millots Sicht nicht der richtige. Wenn das auch in den kommenden Tagen so bleibt, könnte sich die Personalie Millot ganz anders entwickeln, als zunächst gedacht.

Nach Informationen unserer Redaktion läuft die Gültigkeit der Ausstiegsklausel zu den aktuellen Konditionen nämlich in einigen Tagen ab. Dann hätte der VfB das Heft des Handelns auch bei Enzo Millot wieder in der Hand, könnte mit möglichen Interessenten über eine Ablösesumme verhandeln – oder Millot schlicht vom Verbleib überzeugen. Dessen Vertrag läuft bis 2028, im Januar 2024 war er zuletzt verlängert worden, seit 2021 spielt der nach wie vor erst 22-Jährige für den VfB. Für weniger als zwei Millionen Euro war er damals aus Monaco gekommen, aktuell wird sein Marktwert auf über 30 Millionen Euro taxiert.

Auch Alexander Nübel war in Fellbach schon wieder mit dabei. Foto: Pressefoto Baumann

Sollten bei Woltemade oder Millot am Ende die Zeichen doch auf Wechsel stehen, ist klar: Bei beiden darf sich der VfB zumindest über eine außergewöhnliche Wertsteigerung freuen. Eine in einer kleineren Dimension ist dem Club bei zwei anderen Profis gelungen.

Transfer-News zu Chase, Bruun Larsen und Faghir

Anrie Chase kam einst ablösefrei in die Nachwuchsabteilung der Stuttgarter, nun steht der Innenverteidiger vor einem Wechsel zu Red Bull Salzburg. Der würde dem VfB im ersten Schritt rund zwei Millionen Euro einbringen, diese Summe kann sich durch bestimmte Vertragsinhalte aber noch deutlich erhöhen.

Schon fix ist seit Freitagabend der Transfer von Jacob Bruun Larsen – was etwas überraschend kommt, weil der Däne erst im Winter von der TSG Hoffenheim zum VfB gewechselt war. Die Stuttgarter zahlten damals weniger als zwei Millionen Euro für den Flügelstürmer, nun ist der FC Burnley bereit, rund fünf Millionen Euro für den 26-Jährigen zu überweisen. Für den englischen Erstligisten hatte Bruun Larsen bereits in der Saison 2023/2024 leihweise gespielt.

In der Bundesliga-Mannschaft des VfB hatte der Däne in den vergangenen Monaten zwar gute Momente gehabt – etwa beim Heimsieg gegen RB Leipzig –, alles in allem kam er über die Rolle des Ergänzungsspielers aber nicht hinaus. Ein anderer Däne kam derweil nicht einmal dorthin – und ist ein Gegenbeispiel in Sachen Wertentwicklung: Wahid Faghir.

Als angebliches Toptalent kam der heute 21-Jährige im Sommer 2021 zum VfB – für fast vier Millionen Euro. Es folgte zwar ein Bundesliga-Treffer, ein echter Bestandteil des Profikaders wurde der Stürmer aber nie. Er wurde an den FC Nordsjaelland verliehen, auch an die SV Elversberg, in der vergangenen Saison spielte er für den VfB II. Mit dem Drittliga-Team absolvierte er auch die bisherige Vorbereitung, nun wechselt Faghir ablösefrei zu seinem Heimatverein Vejle BK.