Wenn er von seiner Verletzung vollständig genesen ist, will Silas nach einem Jahr Pause wieder das VfB-Trikot tragen. Foto: Pressefoto Baumann

An den Gerüchten, VfB-Stürmer Silas stünde dicht vor einem Wechsel in die Türkei, ist laut dessen Berater nichts dran. Der 26-Jährige will in Stuttgart bleiben.

Es ist eine spannende Fährte, welche die Lokalzeitung „Hedef Halk“ aus der nordtürkischen Stadt Samsun in Richtung des VfB-Stürmers Silas gelegt hat. „Silas kam nach Samsun“, titelte das Blatt am Samstagabend, verbunden mit einer groß bebilderten Online-Geschichte über den möglicherweise kurz bevor stehenden Wechsel des 26-Jährigen zum Erstligisten Samsunspor.

Dabei wird in der Story der Eindruck vermittelt, dass sich Silas das erste Saisonspiel von Samsunspor gegen Gençlerbirligi Ankara (2:1) live vor Ort im Stadion angesehen habe. Denn ein Foto des Artikels zeigt den Nationalstürmer aus der Demokratischen Republik Kongo an der Seite eines Begleiters, wie er sich in einem Stadion mit roten Sitzen befindet – und sich ein Fußballspiel anschaut. Tatsächlich sind die Sitze des Stadions 19. Mai von Samsunspor rot.

Verlässt der Angreifer, der beim VfB noch einen Vertrag bis 2028 besitzt, also zeitnah Stuttgart, um in der Nordtürkei sein fußballerisches Glück zu finden? Schließlich zitiert „Hedef Halk“ bereits den Clubpräsidenten, wie gut ein Spieler der Klasse von Silas dem Verein zu Gesicht stünde. Doch wie alt ist das Foto? Und stammt es tatsächlich aus Samsun?

Laut Berater steht kein Wechsel an

Mehmet Eser, der Berater von Silas, beantwortet die Frage nach einem dicht bevorstehenden Wechsel seines Spielers jedenfalls mit einem klaren Nein. „Silas will beim VfB nicht vom Hof gejagt werden“, sagt Eser, der allerdings bestätigt, dass es vor einigen Wochen einen Kontakt zu Samsunspor gegeben habe: „Er hat noch ein Jahr Vertrag in Stuttgart – und will diesen auch erfüllen. Sobald er wieder ganz fit ist, wird er sich voll im Training auf dem Platz reinhängen. Und sich dem Trainer Sebastian Hoeneß anbieten.“

Ende März hatte sich Silas noch im Dienst von Roter Stern Belgrad, wohin er in der Vorsaison vom VfB verliehen worden war, eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zugezogen. Die Verletzungspause dauert inzwischen 134 Tage an – und der Spieler absolviert sein Reha-Programm in Stuttgart. „Silas ist normalerweise jeden Vormittag bei uns in der Reha-Welt“, sagte der VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth daher nach dem Testspiel gegen den FC Bologna (0:1). „Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er heute morgen da war.“

Klar ist immerhin, dass Silas bei der Teampräsentation am Samstag im Rahmen des Saisonopenings des VfB nicht anwesend war. Konnte er auch nicht, denn er weilte laut seinem Berater tatsächlich in der Türkei. Allerdings nicht in Samsun im Norden, sondern in der Region Antalya im Süden. Dort verbringe er nach Angaben von Mehmet Eser mit einem Freund aus der Fußball-Nationalelf der DR Kongo dieser Tage einen viertägigen Kurzurlaub.