VfB-Neuzugang Chris Führich gilt als schnell, torgefährlich und erinnert optisch wie spielerisch an seinen früheren Mitspieler bei Borussia Dortmund.
Stuttgart/Kitzbühel - Eben noch in Paderborn, jetzt schon im VfB-Trainingslager in Kitzbühel – am Ende ging der lang angebahnte Transfer von Chris Führich zum VfB Stuttgart doch noch zügig über die Bühne. Am Montagmittag reckte der 23-jährige Neuzugang gemeinsam mit Sportdirektor Sven Mislintat sein Trikot ins Kameralicht. Führich wird von dem nach Florenz abgewanderten Nicolas Gonzalez die Nummer 22 übernehmen.
Am Tag nach der Präsidentenwahl macht der VfB also wieder sportliche Schlagzeilen. Nach einem langen Verhandlungsmarathon verständigten sich die beiden Vereine auf eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro. Führich war ein Wunschkandidat von Mislintat. Nach dem Gonzalez-Abgang und der Kreuzbandverletzung von Silas Katompa Mvumpa, der bis Jahresende fehlen wird, soll er die Lücken in der Stuttgarter Offensive ausfüllen.
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Mit einem Vier-Jahres-Vertrag ausgestattet, ist der torgefährliche Rechtsfuß aufgrund seiner Schnelligkeit vor allem für die Außenbahnen vorgesehen. Dort entwickelte sich Führich in der vergangenen Zweitligasaison bei den Ostwestfalen zu einem der auffälligsten Akteure. 13 Tore und sieben Vorlagen stehen in seiner Bilanz.
„Chris ist auf fast allen Offensivpositionen einsetzbar und bringt auch die Mentalität mit, die uns bei unseren Spielern wichtig ist“, sagt Mislintat. In Paderborn weinen sie Führich, der nicht nur vom Aussehen und seiner Dortmunder Vergangenheit beim BVB, sondern auch von der Spielweise her stark an den jungen Marco Reus erinnert, schon jetzt hinterher. Beschrieben wird er als pfeilschnell, zielstrebig, als einer, der Eins-gegen-eins-Duelle nicht scheut, sondern mit Vorliebe annimmt. Und als einer, der weiß, wo das Tor steht. Als effektiv und abgebrüht wird er vor dem gegnerischen Kasten charakterisiert.
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Das alles freilich unter den Voraussetzungen der zweiten Liga, wo starke Außenverteidiger rarer gesät sind als im Fußball-Oberhaus. Erinnert sei an dieser Stelle an Philipp Klement. Der 28-Jährige kam einst mit ähnlichen Vorschusslorbeeren aus Paderborn, blieb aber hinter den Erwartungen zurück und wird den VfB womöglich noch in dieser Wechselperiode verlassen. Der 1. FC Köln hat nach wie vor Interesse.
Beobachter des SC Paderborn trauen Führich („Der hat hier eingeschlagen wie eine Bombe“) den Sprung eine Etage höher aber zu. Der aus Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet stammende Kicker sei klar im Kopf und verfüge über hohe Spielintelligenz. Ein lieber Junge sei er, was wiederum nicht zwingend von Vorteil sein muss. In Ostwestfalen bezeichnen sie das Umfeld des SC Paderborn als Wohlfühloase. In Stuttgart weht da schon ein rauerer Wind.
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Chris Fürich selbst spricht von seinem künftigen Arbeitgeber als „überragendem Verein, der sich sehr um mich bemüht hat“. Er könne es kaum erwarten loszulegen. An diesem Dienstagvormittag kann er seinem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo sein Können unter Beweis stellen. Dann steht in Kitzbühel die erste Trainingseinheit für den Neuen an.