Gelingt dem VfB ein Dreier gegen den 1. FC Köln, wäre dies der 53. Bundesligasieg unter Sebastian Hoeneß, der in der Erfolgstabelle aller VfB-Trainer sehr gut im Rennen liegt.
Er war bis zuletzt ein gern gesehener Gast auf dem Trainingsgelände des VfB – und ein gleichsam treuer wie erfahrener Ratgeber: Jürgen Sundermann war nach Spielen des VfB noch in der Ära des Cheftrainers Hannes Wolf in der Spielzeit 2016/17 regelmäßig bei den Heimspielen der Stuttgarter dabei. Letztlich hatten Wolf und Sundermann nach Ende dieser Saison ja auch etwas gemeinsam: Beide hatten sie den VfB in einer der größten Krisen der Vereinsgeschichte aus Liga zwei zurück in die Bundesliga geführt.
Sundermann gelang dieses Kunststück in der Saison 1976/77. Der gebürtige Ruhrgebietler, der in Leonberg seine neue Heimat finden sollte, übernahm den VfB damals in Liga zwei, führte ihn mit jungen Talenten wie Hansi Müller oder Karlheinz Förster in die Bundesliga – und holte zwei Jahre später dort sogar knapp hinter dem HSV den Vizetitel. Sundermann verließ den VfB danach, kehrte aber zweimal wieder zurück – und absolvierte insgesamt 143 Bundesliga-Spiele als VfB-Trainer.
Am 4. Oktober 2022 ist Jürgen Sundermann in Leonberg verstorben. Doch noch immer nimmt er beim VfB einen Spitzenplatz ein. Nämlich dann, wenn es um die Anzahl der Bundesligasiege mit den Stuttgartern geht. 71 Erfolge fuhr der „Wundermann“ ein, so sein Spitzname bei den Fans.
Hinter Jürgen Sundermann kann nun der aktuelle VfB-Chefcoach Sebastian Hoeneß in der Hitliste der Bundesligasiege aller Stuttgarter Trainer mit dem Zweitplatzierten gleichziehen. Gelingt dem Team um Kapitän Atakan Karazor in der Heimpartie gegen den 1. FC Köln an diesem Samstag (18.30 Uhr) ein Dreier, dann hat Hoeneß seinen 53. Sieg im Zeichen des Brustrings eingefahren – was ihn auf eine Stufe mit Helmut Benthaus stellen würde.
Benthaus holte mit dem VfB im Jahr 1984 die erste Meisterschaft seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963, was einen historischen Meilenstein in der Geschichte des Clubs darstellte. Schlägt Hoeneß mit seiner Elf die Kölner, wäre er mit Blick auf die Rekordliste sogar ein wenig besser als der Wahl-Schweizer Benthaus. Denn der benötigte für seine 53 Siege in Summe 102 Spiele, Hoeneß hätte diese Marke dann bereits nach 98 Spielen erreicht.
Schon jetzt hat Hoeneß mit Felix Magath auf dem dritten Platz gleichgezogen. Beide stehen bei 52 Bundesligasiegen mit dem VfB. Doch Magath, der 2003 mit den Stuttgartern die Vizemeisterschaft holte (so wie Hoeneß 2024), benötigte dafür 114 Bundesligaspiele, Hoeneß 96.