Die Polizei berichtet von einem ruhigen Einsatz am ersten von drei Tagen rund um das Europa-League Spiel. Ganz störungsfrei blieb er jedoch nicht.
Am ersten von drei Großeinsatz-Tagen hat die Polizei zwei Zwischenfälle zu melden: Zwei Männer wurden am Rande einer Demo festgenommen. Ansonsten kam es im Vorfeld des Fußball-Europa-League-Spiels zwischen dem VfB Stuttgart und Maccabi Tel Aviv, das am Donnerstag um 18.45 Uhr angepfiffen wird, laut einem Sprecher der Polizei zu keinen Zwischenfällen.
Vor allem der Schutz des Weihnachtsmarktes und die Betreuung der Versammlung am Rotebühlplatz standen am Mittwoch für die Polizei im Mittelpunkt. Dafür waren mehr aus 1000 Polizistinnen und Polizisten in der Stadt unterwegs. Der Großeinsatz war geplant worden, weil ohnehin eine sogenannte abstrakt hohe Gefährdungslage für islamistisch motivierte Anschläge in Deutschland bestehe. Und mit einer aus Israel stammenden Fußballmannschaft und deren Fans in der Stadt wurde die Gefahrenlage als noch brisanter eingeschätzt, das hatte die Polizei im Vorfeld erläutert. Zudem gilt ein Teil der Fans aus Tel Aviv als gewaltbereit. Das Sicherheitsniveau orientiere sich an dem der Europameisterschaft im vergangenen Jahr.
Am Rotebühlplatz trafen sich laut der Polizei etwa 100 Personen an einer pro-palästinensischen Kundgebung teil. Angemeldet war sie mit rund 500 Personen gewesen, entsprechend groß war das Polizeiaufgebot. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge standen dort seit dem Nachmittag bereit. Die Versammlung verlief ruhig, teilte der Polizeisprecher Timo Brenner mit.
Zu zwei Störungen kam es am Rande. Ein 30 Jahre alter Mann soll an der Königstraße antisemitische Parolen gerufen haben. Gegen ihn ermittelt nun dei Kriminalpolizei wegen Volksverhetzung. Ein 47 Jahre alter Tatverdächtiger soll Teilnehmende der pro-palästinensischen Versammlung beleidigt haben. Auch er wurde vorläufig festgenommen. Beide Männer kamen nach der Anzeigenaufnahme wieder auf freien Fuß.
Die Polizei war nicht nur mit den rund 1000 Einsatzkräften am Boden unterwegs, sondern auch mit Hubschraubern und Drohnen in der Luft über dem Talkessel. Das diente unter anderem der Überwachung des Überflugverbots, das für die Stadt besteht, bis die Mannschaft und die Fans Stuttgart am Freitag wieder verlassen haben werden. Maccabi Tel Aviv kam am Abend am Flughafen an und wurde von der Polizei zum Hotel begleitet. Der Aufenthaltsort der Mannschaft bleibt aufgrund der Gefährdungslage geheim. Erste israelische Fans waren am Mittwoch in der Stadt unterwegs. Es werden 1000 bis 2000 Anhänger der Mannschaft aus Tel Aviv erwartet.
Der Polizeiführer Carsten Höfler sagte nach dem Ende des ersten Einsatztages: „Die erste Halbzeit des Einsatzes ist gespielt - wir haben nichts zugelassen und gehen mit einem störungsfreien Spielstand in die Pause. Das ist auch für den morgigen Einsatztag unser Anspruch.“ Er war mit dem Verlauf des Tages und des Einsatzes zufrieden.
Für die israelischen Fans wird ein zentraler Treff in der Stadt angeboten, von dem aus sie möglichst gemeinsam zum Stadion fahren sollen. Auch dies diene der Sicherheit, so die Polizei. Am Stadion müssen Besucherinnen und Besucher mehr Zeit für den Einlass einrechnen – wegen der Sicherheitskontrollen. Taschen und Rucksäcke sind nicht erlaubt.