Hier brachte Prinz Philip seine Tochter Anne zum Lachen. Foto: dpa/Jim Hollander

Was hat er da schon wieder gesagt? Oft dürfte es im Buckingham Palace Stoßseufzer der Verzweiflung gegeben haben. Denn bei Prinz Philip wusste man nie ganz genau, welche Wendung ein Small Talk nehmen würde.

London - Er war der Herzog mit der spitzen Zunge: Prinz Philip konnte sehr lustig sein – und dann auch wieder ziemlich direkt, unsensibel und, ja, mache seiner Sprüche waren auch rassistisch. In der Rückschau sind viele der Bonmots, die bei seinen öffentlichen Terminen und seinen unzähligen Reisen rund um den Globus aus Prinz Philips Mund kamen, völlig indiskutabel. Zum Beispiel, als er bei einem Besuch in Australien einen Stammesführer der Aborigines mit der Frage begrüßte: „Werft ihr eigentlich immer noch mit Speeren aufeinander?“

Oft dürfte es im Buckingham Palace Stoßseufzer der Verzweiflung gegeben haben, wenn Prinz Philip mal wieder kein Blatt vor den Mund nahm. Zum Beispiel, wenn er einem 13-jährigen Jungen rundheraus mitteilte, er sei zu dick, um Astronaut zu werden: Er würde nicht in die Rakete passen.

Im Video: Prinz Philips herzogliche Spitzen

Sagen wir es so: Der Herzog, der am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren starb, war immer für eine überraschende Wendung im Small Talk mit dem Volk gut. Man wusste einfach nie, was er als nächstes sagen würde. Doch Prinz Philip hatte auch einen angenehmen Hang zur Selbstironie. So nannte er sich zum Beispiel „den erfahrensten Gedenktafelenthüller der Welt“ oder sagte in Anspielung auf sein hohes Alter, es sei „besser aufzuhören, bevor man das Verfallsdatum erreicht“.

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Prinz Charles, sein ältester Sohn, sagte in einem Statement zum Ableben seines Vaters: „Er konnte Dummköpfe nur schwer ertragen.“ Wenn dem Herzog beispielsweise bei einem Termin etwas zu lange dauerte, das Fotografieren beispielsweise, konnte man ihn auch bei hochoffiziellen Anlässen schimpfen hören: „Oh, do get on with it!“ oder sogar „Just take the f*** picture!“.

Schon als junger Mann war Philip bewusst, dass er auf andere oft ruppig wirkte: „Ich bin unhöflich und ungezogen, und ich mache viele unpassende Bemerkungen, die andere Leute treffen, was mir im Nachhinein klar wird. Dann tut es mir immer leid, und ich versuche, die Angelegenheit wieder in Ordnung zu bringen“, schrieb er einem Verwandten. Und auch die engste Familie war vor seinen Spitzen nicht sicher: Seine Tochter Anne, eine ausgesprochene Pferdenärrin, charakterisierte er wenig taktvoll: „Wenn es nicht furzt oder Heu frisst, ist sie nicht interessiert.“ Seine Frau, Queen Elizabeth II., soll der Prinzgemahl angeblich „Kohlkopf“ oder „Würstchen“ genannt haben. Und meinte das ausgesprochen liebevoll.

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