Ein kranker Hund kann teuer werden. Eine OP-Versicherung vermeidet Schlimmeres – nur welche? Die Experten von „Finanztest“ geben Tipps.
Berlin/Stuttgart - Deutschland ist auf den Hund gekommen: Während der Corona-Pandemie stieg die Zahl der in Deutschland gehaltenen Hunde um fast 20 Prozent auf elf Millionen. Züchter und Tierheime konnten die Nachfrage kaum befriedigen, wodurch auch viele illegale Anbieter Geschäfte machten – deren Tiere wegen fehlender Impfungen und schlechter Haltung jedoch nicht selten schon kurz nach dem Kauf erkranken. Doch was tun, wenn das Tier krank wird? Um die teils horrenden Rechnungen zu senken, hilft eine OP-Versicherung für Hunde.
Eine gute Absicherung für Vierbeiner bekommen Sie im Falle eines jungen Tieres schon für weniger als 200 Euro pro Jahr. Nur welche bietet für möglichst wenig Geld möglichst viele Leistungen? Die Zeitschrift „Finanztest“ hat in ihrer aktuellen Ausgabe 61 Operationskostenversicherungen für Hunde unter die Lupe genommen.
Das Fazit der Experten: Immerhin 17 Versicherungen bieten ein hohes Leistungsniveau, weitere 16 zumindest ein hohes. Unter den empfohlenen Versicherungen sind mehrere Angebote von Allianz, HanseMerkur, der internationalen Assekuranz und Uelzener.
Beiträge hängen von verschiedenen Faktoren ab
Die jährlichen Beiträge hängen von Rasse, Alte rund Größe des jeweiligen Hundes ab – in einem Fall sogar vom Wohnort. Daher haben die Experten drei Beispielrechnungen für verschiedene Tiere aufgestellt: anhand eines jungen Jack Russell Terriers, eines relativ jungen Mischlings und eines älteren Labradors Retrievers.
Sollten Sie mit einem Jack Russell Terrier liebäugeln, empfehlen die Prüfer beispielsweise den Tarif „TK Kleintiere Smart 100%“ von der Allianz (anfänglicher Jahresbeitrag 184 Euro) oder die „Tier OP Easy (SB) + Zahn“ der HanseMerkur für 189 Euro im Jahr.
Auch der OP-Schutz der Barmenia für anfänglich 206 Euro im Jahr biete ein hohes Leistungsniveau. Diese Versicherungen empfehlen sich auch im Falle des „relativ jungen Mischlings“, wobei die Beiträge etwas höher ausfallen, im Falle der Barmenia steigen sie beispielsweise von 206 auf 229 Euro.
Der Blick ins Kleingedruckte lohnt sich
Der ältere Labrador ist laut „Finanztest“ mit den Tarifen „Tier OP Easy (SB) + Zahn (249 Euro pro Jahr) und „Tier OP Best (SB) + Zahn“ (255 Euro) der HanseMerkur gut abgesichert.
Versicherungsschutz bedeutet nicht automatisch, dass die Rechnung komplett übernommen wird. Da lohnt ein Blick ins Kleingedruckte, denn ganz gleich für welche Versicherung Sie sich entscheiden, folgende Klauseln sollten Sie laut „Finanztest“ meiden:
In vielen Versicherungen steigt der Beitrag mit zunehmendem Alter des Hundes an, bei manchen steigt ab dem sechsten Lebensjahr des Tiers zudem die Selbstbeteiligung. Auch Versicherungen, die bei Vertragsabschluss bereits vorhandene Krankheiten ausschließen, sind nicht zu empfehlen.
Ein Gesundheitszeugnis erspart Diskussionen
Anders als bei Menschen dürfen die Anbieter die Versicherung kündigen, entweder nach Ende der Vertragslaufzeit oder nach einem Versicherungsfall. Einzig die Barmenia verzichtet ab dem vierten Jahr darauf. Ein weiterer Punkt, den Halter beachten sollten: Manche Tarife sind nur für Tiere bis zu einem Alter von vier bis fünf Jahren erhältlich.
Ein weiterer Tipp: Ist Ihr Hund noch fit, besorgen Sie sich vor dem Vertragsabschluss ein Gesundheitszeugnis des Tierarzts, das erspart später möglicherweise zähe Diskussionen mit dem Anbieter.
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