Das „Q“ ist neu in Deutschlands Demonstrationslandschaft. Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Erst in den USA und nun auch in Deutschland greift eine Verschwörungstheorie um sich. „QAnon“ behauptet, eine „linke Elite“ würde planmäßig Kinder missbrauchen, töten und das Blut trinken – ein Irrsinn, der eine lange kulturhistorische Tradition hat.

Stuttgart - Vor den Toren von Tunis liegt der düsterste Ort in ganz Nordafrika. Noch im hellsten Mittagssonnenlicht schwebt über dem verwitterten Stelenfeld jene unheilvolle Atmosphäre, mit der Horrorfilme beginnen. Tophet heißt die hinter einer Mauer verborgene Nekropole, in der Archäologen hunderte Urnen mit Kinderskeletten aus der Zeit Karthagos entdeckten. Lange galten die Funde als Beleg für ein abstoßendes Ritual der Punier: Zu Ehren des Gottes Baal soll das antike Seefahrervolk Neugeborene geopfert haben. Was der römische Historiograf Plutarch nüchtern faktisch festhielt, hat Gustave Flauberts Historienroman „Salammbô“ in finster flackernden Sätzen ausgemalt.

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