Dagmar Roos faszinieren wiederkehrende Muster der Natur. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Die Papierkünstlerin Barbara Lörz und die Malerin Dagmar Roos verbindet seit Jahren eine Arbeitsfreundschaft. Jetzt stellen die beiden gemeinsam im Rathaus Baltmannsweiler aus.

BaltmannsweilerZwei langjährige Weggefährtinnen sind die Künstlerinnen Dagmar Roos aus Baltmannsweiler und Barbara Lörz aus Neuhausen. Im Rathaus Baltmannsweiler wird am Mittwoch, 4. Dezember, 18.30 Uhr, ihre gemeinsame Ausstellung eröffnet. Die Arbeiten sind bis 31. Januar 2020 zu den Öffnungszeiten des Verwaltungsgebäudes zu sehen.

„Wir kennen uns schon lange, haben uns im Bund Bildender Künstlerinnen Baden-Württemberg kennengelernt“, sagt Lörz. Die pensionierte Kunsterzieherin aus Neuhausen findet den Austausch mit der Kollegin spannend. Die zwei Frauen haben schon mehrfach zusammen ausgestellt, zum Beispiel 2012 in der Galerie der Stadt Wendlingen. Sich gegenseitig zu inspirieren, das macht den Künstlerinnen Freude. Deshalb freuen sie sich nun auf ihr gemeinsames Projekt im Rathaus Baltmannsweiler.

Ganz unterschiedliche Stile

Dabei sind die Stile der zwei Frauen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich: Barbara Lörz wählt aus Papieren, Fundstücken und Abrissplatten das Grundmaterial ihrer Arbeit. Dabei schöpft sie das Papier vor und in ihrem Atelier in der Koppenmühle in Neuhausen selbst, bekommt da manchmal auch Hilfe von ihrer Enkelin Fine. Sie setzt, schichtet und reißt sowohl geschöpfte Papierplatten als auch Zeitungspapiere. Von der Bildwirkung entstehen abstrakte Motive, die erst durch Benennung den Bezug zur Wirklichkeit in der Natur und Gesellschaft, sowie Umwelt erkennen lassen. „Papier als Werkstoff avanciert zum idealen Medium, um Aspekte des Werdens, Seins und Vergehens aufzuzeigen“, bringt die Künstlerin ihr Konzept knapp auf den Punkt.

Seit 25 Jahren arbeitet Barbara Lörz mit Papier. Die Lust, das Material zu gestalten, zieht sich durch ihre Arbeiten. Frauenkörper, Kleider und Objekte wirken zart, zerbrechlich und doch kraftvoll. Farbnuancen, Strukturen und Mustern von pflanzlichen Zellformen und Landschaftsformen spürt die Künstlerin in ihren stilistisch vielseitigen Arbeiten nach.

Dagmar Roos reizen die Landschaften, die sie in ihrer Kunst reflektiert. Ihre Arbeiten seien keine Abbilder, „sondern Zustände und Vorkommnisse“, sagt die Künstlerin, die an der Staatlichen Akademie in Stuttgart studiert hat. Es sind die wiederkehrenden Muster und Ähnlichkeiten der Natur, die in Formen und Farben der gezeigten Bilder ihren Ausdruck finden. „Frost, Wintersonne, Frühlingsbeet, Blüten“ nennt Dagmar Roos ihre Kunstwerke. Sie dienen den Betrachterinnen und Betrachtern eher als Impuls für eigene Assoziationen denn als genaue Bezeichnung.

Spiel mit der Abstraktion

Das Spiel mit verschiedenen Graden von Gegenständlichkeit und Abstraktion ist eine wesentliche, künstlerische Ausdrucksweise, die mit verfremdeten Elementen angereichert wurde. Mit Schablonen und verschiedenen Papieren wird Räumlichkeit und Transparenz erzeugt. Es sind Zeichnungen mit Ölpastellen auf Seidenpapier. Darauf werden mit verschiedenen Materialien (Pappen, Papierschnitte) weitere Schichten gelegt. Mit Acryl und Oilsticks entstehen danach die Formen und Farben der jeweiligen Bilder. Für ihren Garten in Hohengehren hat Roos auch kunstvolle Skulpturen geschaffen.

Ihre Arbeiten in den Räumen des Rathauses in Baltmannsweiler zu präsentieren, finden die Künstlerinnen reizvoll. „Da erreichen wir auch ein Publikum, das sonst in Galerien eher selten anzutreffen ist“, finden die beiden.

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