Moderne Verkehrsüberwachung: Der Enforcement Trailer benötigt kaum Personal und kann nachts wie am Wochenende eingesetzt werden. Foto: Landratsamt

Das Waiblinger Landratsamt ist überzeugt: Die Geräte machen Straßen noch sicherer und dienen als Ergänzung zu mobilen Messgeräten. Böblingen, Leonberg, Fellbach oder Waiblingen arbeiten bereits mit dieser modernen Radarfalle.

Angesichts der immer höher werdenden Verkehrsdichte kann man schon mal gelegentlich den Überblick verlieren, was sich Neues tut am Straßenrand. Aktuell immer stärker in Mode kommt ein Kasten auf oder mit abgeschraubten Rädern: Dessen anglizistischer Name „Enforcement Trailer“ dürfte allenfalls Experten bekannt sein. Die Übersetzung lässt aber schon erahnen, was sich dahinter verbirgt: „Enforcement“ steht für Vollstreckung, „Trailer“ ist der Anhänger.

Temposünder auf frischer Tat ertappen

Diese semistationäre Anlage kann mal hier und mal dort positioniert werden, um Temposünder auf frischer Tat zu ertappen. Das spült den Kommunen durchaus ordentlich Geld in die klammen Kassen. Begründet wird der Einsatz derartiger Geräte allerdings mit edleren Motiven: Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeiten sind schließlich nach wie vor die häufigste Unfallursachen bei tödlichen Verkehrsunfällen.

Um für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen, setzen bereits mehrere größere Städten in der Region Stuttgart auf diese moderne digitale Verkehrsüberwachungstechnik. Leonberg hat in diesem Frühjahr für 192 000 Euro einen solchen transportablen Messkasten angeschafft. Böblingen gab gar 290 000 Euro für die moderne Radarfalle aus – eine „sinnvolle Investition“, warb das Ordnungsamt erfolgreich um Zustimmung bei den Stadträten, da die Anschaffung unterm Strich in zehn Jahren bis zu 1,8 Millionen Euro an Verwarnungsgeldern einbringe. Auch in Fellbach kann man das halbmobile Blitzgerät immer mal am Straßenrand entdecken – allerdings setzt die Verwaltung hierbei auf ein günstigeres Mietmodell.

Waiblingen investiert 190 000 Euro

Waiblingen hingegen hat erst vor wenigen Tagen einen eigenen Blitzer-Anhänger für rund 190 000 Euro gekauft, die ersten „In-flagranti-Einsätze“ erfolgten dann auch gleich entlang der Korber Straße. Und auch die Landkreisverwaltung setzt nun eben auf halbmobile Kontrollen.

Und weil originelle Namen ja zumeist eine gute Außenwirkung bringen, haben die PR-Strategen im Waiblinger Landratsamt die beiden neuen Geräte auf „Rems“ und „Murr“ getauft. Ein großer Vorteil der Enforcement-Trailer gegenüber herkömmlichen Tempomessgeräten: Sie sind weniger personalintensiv und auf einen selbstständigen Betrieb von bis zu einer Woche ausgelegt. Damit können die halbstationären Blitzer als Ergänzung zu mobilen Geräten problemlos auch nachts und am Wochenende eingesetzt werden. Zudem sind Schwerpunktkontrollen über mehrere Tage möglich.

Einsatz in Tempo-30-Zonen und vor Kindergärten

Durch den Einsatz dieser modernen Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen hat der Rems-Murr-Kreis die Möglichkeit, an Stellen mit hohem Unfallrisiko, 30er-Zonen insbesondere vor Schulen, Kindergärten und Altenheimen sowie an Durchgangsstraßen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen für mehr Sicherheit zu sorgen. Weiterer Vorteil: Mit Hilfe der Enforcement-Trailer soll auch der Verkehrslärm minimiert werden.