Waiblingen baut zur Verkehrsberuhigung die Fußgängerüberwege in der Fronackerstraße um. Dafür ist eine einwöchige Komplettsperrung samt Umleitung über die Bahnhofstraße nötig.
In ihrem Bemühen, den Fußgängerinnen und Fußgängern das Leben zu erleichtern und in der Innenstadt das Überleben wahrscheinlicher zu machen, haben die Verantwortlichen der Stadt Waiblingen ein gewisses Faible für die Fortschrittsfähigkeit von Zebrastreifen entwickelt. So wurden in diesem Frühling in der Bahnhofstraße zwei Fußgängerüberwege mit Swarovski-Glasperlen ausgestattet.
Jetzt folgt der nächste Streich – und zwar in der nördlichen Parallelstraße zur Bahnhofstraße, nämlich der Fronackerstraße. Hier fällt die Veränderung an zwei Überwegen allerdings noch offensichtlicher aus, denn es handelt sich nicht um eine optische Aufhübschung, sondern um eine Anhebung.
Tempobremse in der Fronackerstraße
Darüber wurde ebenfalls im Frühjahr bereits erstmals diskutiert, die Umsetzung erfolgt allerdings erst dieser Tage. Ziel ist, in der Fronackerstraße den Verkehr einzubremsen. Wie die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Waiblinger Rathauses mitteilt, werden demnächst eben in der Fronackerstraße zwei Überwege umgebaut. Konkret handelt es sich um den Zebrastreifen an der Einmündung zur Albert-Roller-Straße und nur circa 100 Meter entfernt um den Übergang an der Einmündung zur Unteren Lindenstraße.
Und was passiert genau? „Die Straßenfläche im Bereich der beiden Zebrastreifen wird auf Gehwegniveau angehoben, dies soll zur Verkehrsberuhigung beitragen.“ Der Geschäftsbereich Städtische Infrastruktur in Waiblingen „sieht den Einsatz von Granitbordsteinen quer über die Fahrbahn mit einem Höhenunterschied von drei Zentimetern zur Fahrbahn vor“, hieß es bereits im Frühsommer in einer Verlautbarung.
Die Ausgestaltung des Überwegs, so die Info weiter, „muss, soweit möglich, radverkehrsverträglich umgesetzt werden, da die Fronackerstraße eine wichtige Fahrradachse der Innenstadt darstellt“.
Die Fronackerstraße hat seit Längerem nicht den besten Ruf, jedenfalls was die Verkehrssituation anbelangt. Vor allem Autofahrer, „die abends und nachts lärmend durch die Straße brausen“ (so die SPD-Fraktion bereits vor fünf Jahren), geraten regelmäßig ins Visier der Kritiker. Ans vorgegebene Tempo 30 halten sich diese Sünder nicht, vielmehr werden sie jenen Rasern wie Posern zugerechnet, die sich auf der wenige hundert Meter langen Strecke gerne in Szene setzen.
Einige Umbauten zur Verkehrsberuhigung der Fronackerstraße wurden schon umgesetzt, etwa Fahrbahnverengungen durch in die Straße hineinragende „Nasen“, die allerdings vor einigen Monaten wieder entfernt wurden.
Nun soll nach städtischen Angaben „voraussichtlich Mitte der Kalenderwoche 48“, also ab diesem Mittwoch, die Erhöhung der Zebrastreifen beginnen. Dies dauert bis etwa Mitte der kommenden Woche. Während der Maßnahme wird der Abschnitt der Fronackerstraße zwischen Gebäude 8 und 18 voll gesperrt. Das bedeutet, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus, „der Durchgangsverkehr ist unterbrochen; eine Umfahrung ist über die Bahnhofstraße möglich“.
Glasperlen an den Zebrastreifen in der Bahnhofstraße
Über jene Bahnhofstraße also, auf der die Zebrastreifen dank des Glasperlengemischs zumindest in der Nacht glitzern. Diese Fahrbahnmarkierungen mit hochreflektierenden, neuartigen Glasperlen sollen, wie die Mitte April extra nach Waiblingen gereiste Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer vor dem Traumpalast-Kino erläuterte, im Idealfall länger halten und widerstandsfähiger sein.
Zweiter Vorteil: Sie sorgen auch für eine bessere Sichtbarkeit im Dunkeln. Ob sich die ursprünglichen Erwartungen in der Bahnhofstraße erfüllt haben, ist noch nicht klar: Ergebnisse über die mindestens halbjährige Erprobungsphase wurden bisher nicht publiziert.