Eng, unübersichtlich, gefährlich: Die Verkehrssituation am Esslinger Zollberg ist für viele Eltern und Schulkinder eine tägliche Herausforderung. (Symbolbild) Foto: imago images/Michael Gstettenbauer

Auf dem Weg zur Schule zwischen ungeduldigen Autofahrern, Bussen und Elterntaxis: Die Verkehrssituation auf dem Zollberg spitzt sich zu. Könnten Schulstraßen die Lösung sein?

Jeden Morgen machen sich etliche Schülerinnen und Schüler in ganz Esslingen auf den Weg zur Schule. Dabei trotzen sie unter anderem Kälte, Regen und dem Straßenverkehr. Laut dem Bürgerausschuss Zollberg ist ihre Sicherheit auf dem Schulweg aber nicht immer garantiert.

Rund um die Schulen im Esslinger Stadtteil werde der Durchgangsverkehr zum Ärgernis. Laut einer Stellungnahme des Bürgerausschusses komme es im Bereich Boßler- und Traifelbergstraße besonders morgens zum Schulbeginn zu gefährlichen Situationen. „Dort treffen Schülergruppen, die zu Fuß unterwegs sind, und Schüler, die mit dem Fahrrad zur Zollberg-Realschule fahren, auf ein hohes Verkehrsaufkommen“, sagt Felix Hausmann, Co-Vorsitzender des Bürgerausschusses Zollberg.

Verkehr in Esslingen: Gefährliches Gedränge vor der Schultür

Für das hohe Verkehrsaufkommen gebe es mehrere Gründe. Linienbusse zum Beispiel, aber auch Elterntaxis und Kleinbusse, die Kinder zu den dortigen Schulen fahren. Vor Ort gebe es außerdem keine Haltemöglichkeiten für Pkw und wenige Parkplätze. Hinzu kommen noch Kinder und Jugendliche, die die Straße überqueren müssen, um zu ihren Schulen zu gelangen.

Das alles führe zu Stau. Und der wiederum zu ungeduldigen Autofahrern: „Manche Verkehrsteilnehmer die meinen, stehende Busse überholen zu müssen, scheitern daran, dass die Überholbucht sehr klein ist und sie neben dem haltenden Bus stecken bleiben“, so Hausmann.

Bürgerausschuss schlägt Alarm: Schulstraßen als Lösung?

Der Bürgerausschuss ist der Meinung, dass es so nicht weitergehen kann. „Für uns ist diese Situation nicht haltbar. Wir befürchten, dass es irgendwann zu Unfällen kommen könnte“, erklärt Hausmann. Bei Recherchen zum Thema seien sie auf einen Antrag aus dem vergangenen Jahr gestoßen, in dem die Prüfung der Einrichtung von Schulstraßen in Esslingen gefordert wird. Der Bürgerausschuss könne sich vorstellen, dass das Problem dadurch eindämmt oder vielleicht sogar gelöst wird. Allerdings wurde der Antrag von der Stadtverwaltung nicht beantwortet. Wieso?

„Die Beantwortung von Anträgen wird wie üblich im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats öffentlich erfolgen, fest definierte Fristen sind hierfür nicht vorgesehen“, erklärt Brigitte Länge, Leiterin des Ordnungsamts der Stadt Esslingen. Aber auch unabhängig vom genannten Antrag, würden Meldungen über gefährliche Situationen vor Grundschulen möglichst zeitnah begutachtet und mögliche Maßnahmen umgesetzt werden.

Entscheidung der Stadtverwaltung erst 2026

Das Thema Schulwegsicherheit sei auch für die Stadt ein wichtiges Anliegen. Aus ganz Esslingen erreichen die Stadtverwaltung Rückmeldungen, die geprüft und entsprechend ihrer Dringlichkeit bearbeitet werden würden. Aktuell überprüfe die Verwaltung gemeinsam mit der Polizei die Möglichkeiten für neue Schulstraßen und Schulzonen in Esslingen. Die Diskussion um Schulstraßen nahm in Esslingen im Sommer neue Fahrt auf: Ein Erlass des baden-württembergischen Verkehrsministeriums von Ende August sorgt dafür, dass Kommunen einfacher und ohne großen bürokratischen Aufwand Schulstraßen und -zonen einrichten können.

„Für die Bewertung, wo eine Sperrung erforderlich oder sinnvoll sein kann, werden auch die Unfallsituation, das übrige Verkehrsnetz sowie die Auswirkungen auf die anderen Verkehrsarten wie den ÖPNV oder Radverkehr berücksichtigt“, erklärt Länge. Auch die Rückmeldungen der verschiedenen Bürgerausschüsse würden mit einfließen. Die Verwaltung will den Sachstand jedenfalls im zweiten Quartal 2026 in den Ausschuss für Bauen, Mobilität und Klimaschutz des Esslinger Gemeinderats einbringen.