Die beiden Vorsitzenden Detlef Gründel und Beate Ternberger unterstützen mit ihrem Verein Mahadevi die Alphabetisierung von Frauen in Nepal. Foto: Roberto Bulgrin

Seit 2007 unterstützt der Verein Mahadevi aus Baltmannsweiler die Alphabetisierung von Frauen in Nepal. Während die Schulen dort geschlossen waren, kümmerten sie sich um Kleidung und Essen für die Schülerinnen.

Baltmannsweiler - Aus einer Zufallsbekanntschaft im Nepal-Urlaub Anfang der 2000er-Jahre wurde für Detlef Gründel aus Baltmannsweiler und Anuprenda Acharya aus Nepal eine vertrauensvolle Partnerschaft. Als Acharya sich schließlich im Jahr 2006 mit der besorgten Einschätzung an Gründel wandte, dass rund 40 Prozent der nepalesischen Frauen keine Schule besuchten, und um Unterstützung bat, gründeten Gründel und einige Freunde den Verein zur Förderung von Frauenprojekten – Mahadevi. „Wir wollten verlässliche Partner sein“, sagt Gründel.

Benannt ist der Verein nach der Mahadevi Women Education Center, der ersten Frauenschule, die zunächst in Patan stand, und nun nach Nakhipot in der Nähe von Kathmandu umgezogen ist. Außerdem sei Mahadevi der Name einer Göttin. „Wir haben damals noch nicht geahnt, dass wir mal mehr als eine Schule betreuen würden“, sagt Gründel. Mittlerweile sind noch zwei Schulen in Bergdörfern hinzugekommen – die Saraswati-School in Valche Gaun, die im April 2018 eröffnet wurde, und die Laxmi Women’s School in Nyuchet Goan, die kurz vor dem ersten Lockdown im März 2020 öffnete. Für die sogenannten Bergschulen ist Robin Chamlin als Ansprechpartner vor Ort zuständig.

Schülerinnen aller Altersgruppen

Seit seiner Gründung kümmert sich der Verein darum, dass an den Schulen Alphabetisierungskurse für Frauen angeboten werden. Auch mit Solarpaneelen und Kopierern hat der Verein die Schulen ausgestattet. Dabei arbeite man nicht mit der Regierung zusammen, sodass das Geld direkt bei den Schulen ankomme. Auch Näh- und Schneiderkurse können die Frauen dort absolvieren. Finanziert würden die seit 2011 von der Georg-Kraus-Stiftung. Im vergangenen Jahr habe die aber aufgrund der mangelnden Reisetätigkeit nicht viel ausschütten können.

Die Schülerinnen der von Mahadevi geförderten Schulen sind zwischen 20 und 80 Jahren alt, sagt die zweite Vorsitzende, Beate Ternberger. Freitags gebe es alle zwei Wochen verschiedene Freizeitaktivitäten – beispielsweise Feste, Exkursionen, oder aber Vorträge zu Themen wie Gesundheit oder Frauenrechte. Für die Frauen sei das Zusammensein sehr wichtig.

Geld für Essen und Kleidung

Die Corona-Pandemie hat auch vor Nepal nicht Halt gemacht. Viele der Frauen, die die Schulen besuchten, seien finanziell von ihren Männern abhängig – doch die hätten überwiegend ihre Jobs verloren. In der Zeit der Schulschließungen habe der Verein Mahadevi darum sowohl die Schülerinnen als auch die Familien seiner Ansprechpartner vor Ort unterstützt. „Wir haben für sie Geld für die Miete, Essen und Kleidung organisiert“, so Ternberger. Viele Nepalesen litten derzeit Not. Und, was bitter sei: „Einige Frauen sind nach dem Lockdown nicht zurück in die Bergschulen gekommen“, so Gründel. Warum das so sei, wisse man nicht genau.

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, durch Spenden und durch Benefizveranstaltungen. Da diese allerdings seit dem ersten Shutdown in Deutschland nicht mehr stattfinden können, schicke man regelmäßig E-Mails, in denen an den Verein und seine Projekte erinnert wird. Für November 2021 plant Mahadevi dann wieder ein Präsenz-Benefizkonzert mit den Beatles of Baltemore. Wenn die Pandemie es zulasse, könne man im Oktober auch schon einen Vortrag organisieren.

Weitere Informationen über den Verein und Kontaktmöglichkeiten gibt es im Internet unter http://www.verein-mahadevi.de/index.php/de

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