Die Gewerkschaft Verdi ruft im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes für diesen Dienstag zum Streik in Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg auf – auch in Stuttgart.
Die Gewerkschaft Verdi erhöht den Druck im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes: An diesem Dienstag sind alle Einrichtungen des Landes zum Warnstreik aufgerufen – auch in Stuttgart. Neben den beiden Universitäten Stuttgart und Hohenheim und den Hochschulen der Landeshauptstadt soll auch in vielen weiteren Einrichtungen gestreikt werden: Darunter finden sich die Wilhelma, die Staatsgalerie, das Studierendenwerk, das Staatstheater, die Ministerien und der Landtag.
Auch über Stuttgart hinaus sind Beschäftigte in Einrichtungen des Landes zum Streikt aufgerufen: Etwa im Landesamt für Besoldung, in der Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BitBW) sowie im Statistischen Landesamt, die alle ihren Sitz in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) haben. Ebenso soll im Zentrum für Psychiatrie in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) und anderen Dienststellen die Arbeit niedergelegt werden.
Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt im Monat
Am Dienstagvormittag starten die Streikenden mit einer Versammlung im Stuttgarter DGB-Haus, von wo anschließend ein Demonstrationszug zur Planie, zum Sitz des Finanzministeriums, geplant ist. Hintergrund des geplanten Streiks ist der Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes, bei dem es in der zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam zu keiner Annäherung kam. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich.
Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) hat bei den Verhandlungen am vergangenen Freitag „erste Eckpunkte für einen Einigungskorridor“ vorgelegt, wie es hieß. Demnach sollen die Entgelte in drei Schritten „leicht über der Inflationserwartung“ in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028 steigen. Vorgeschlagen wird eine Laufzeit von 29 Monaten bis 31. März 2028. Zusätzlich soll die Wechselschicht- und Schichtzulage von 105 auf 150 Euro beziehungsweise von 40 auf 60 Euro steigen.
Doch das hat Verdi offensichtlich nicht gereicht: „Die Tdl strebt offenbar einen Abschluss an, der niedriger ist als das Ergebnis für Bund und Kommunen“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke. Die Arbeitgeber hätten den „Ernst der Lage für viele Beschäftigte nicht erkannt“.