Ein ÖPNV-Warnstreik am 2. Februar 2026 trifft Baden-Württemberg mit voller Wucht. Alle SSB-Stadtbahnen und viele Busse fallen aus – auf den Straßen wird Stau erwartet.
Heute, am Montag 2. Februar 2026, stehen bundesweit und in wichtigen Städten Baden-Württembergs die Busse und Bahnen still – sogar der Schülerverkehr fällt zum Teil aus. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen.
Betroffen sind im VVS Stuttgart, Esslingen sowie Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden und Konstanz. Für Pendler und Fahrgäste bedeutet das massive Einschränkungen und die Notwendigkeit, sich nach Alternativen umzusehen.
Verdi-Streik trifft alle SSB-Stadtbahnen und viele Buslinien
In Stuttgart müssen alle Stadtbahnen und die meisten Busse im Depot bleiben. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) teilten mit, dass sämtliche Stadtbahnlinien, die Seilbahn, Zahnradbahn und Zacke-Bus sowie die Flexbusse (Rufbusse) ganztägig nicht verkehren werden. Auch die SSB-Kundenzentren und die Fundstelle bleiben geschlossen, der telefonische Kundenservice muss ebenfalls passieren.
SSB-Busse verkehren teilweise trotzdem
Es gibt jedoch einige Ausnahmen in Stuttgart - folgende Linien verkehren heute trotzdem:
- Buslinie 53 (Zuffenhausen-Zazenhausen Steigle)
- Buslinie 54
- Buslinie 58
- Buslinie 60
- Buslinie 64
- Buslinie 66
- Buslinie 71
- Buslinie 73
- Buslinie 90
- Buslinie 99
Diese Linien werden von privaten Omnibus-Unternehmen im Auftrag der SSB betrieben und sind daher nicht vom Streik betroffen.
Bestreikte SSB-Linien
- alle Stadtbahnlinien (U1-U15)
- die meisten Linienbusse (inklusive 53E und 91)
- Zahnradbahn
- Seilbahn
- Zacke-Bus
- Flexbusse
Verdi-Streik in Esslingen
In Esslingen streiken die Mitarbeitenden des Städtischen Verkehrsbetriebs (SVE). Folgende Buslinien fallen aus – inklusive Schülerverkehr:
- 101
- 102
- 103
- 104
- 105
- 108
- 109
- 110
- 111
- 113
- 115
- 118
- 132
- 138
S-Bahn Stuttgart wohl überlastet
Diese Linien wurden bereits aus den Fahrplanauskünften entfernt. Der Infopoint des SVE wird während des Streiks nicht besetzt sein, und ein Notfahrplan für den Schülerverkehr wird nicht eingerichtet.
S-Bahnen und Regionalzüge fahren zwar wie gewohnt, doch ist angesichts der Bus- und Bahnausfälle mit einem deutlich erhöhten Fahrgastaufkommen und entsprechend vollen Zügen zu rechnen.
Weitgehend normaler Busverkehr auf den Fildern
Die Deutsche Bahn teilte mit, dass keine zusätzlichen S-Bahnen eingesetzt werden können, da die Kapazitäten auf der Stammstrecke bereits ausgeschöpft sind. Auch die Busgesellschaften der DB-Regio, wie die Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH, deren Fahrzeuge unter anderem auf den Fildern unterwegs sind, fahren nach Plan.
Massiver Stau in und um Stuttgart erwartet
Da viele Pendler voraussichtlich aufs Auto umsteigen werden, ist auf Stuttgarts Straßen mit erheblich mehr Verkehr zu rechnen. Autofahrer sollten sich auf Staus und längere Fahrtzeiten im Berufsverkehr einstellen – oder besser gleich im Homeoffice bleiben.
Hintergrund des Streiks ist die laufende Tarifrunde für die rund 6700 Beschäftigten in den sieben kommunalen Nahverkehrsbetrieben in Baden-Württemberg. Die Verhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) waren am 20. Januar ohne Angebot vertagt worden.
Verdi fordert unter anderem die Anhebung der Nacht-, Überstunden-, Samstags- und Sonntagszuschläge sowie die Anpassung der Zulagen entsprechend der individuellen Entgeltstufe. Dabei geht es allein um den Manteltarifvertrag.
„Unverantwortlich gegenüber den Fahrgästen“
KAV-Hauptgeschäftsführerin Sylvana Donath kritisierte die Arbeitsniederlegungen als „unverantwortlich gegenüber den Fahrgästen“. Aktuelle Informationen über verfügbare Verbindungen sind auf der Website des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) sowie in den Apps und elektronischen Fahrplanauskünften (EFA) der SSB und des VVS abrufbar. Der reguläre Verkehr soll mit Betriebsbeginn am Dienstag, 3. Februar, wieder aufgenommen werden.