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Veranstalter von Straßenfesten müssen allerlei Vorschriften beachten. Besonders im Umgang mit Lebensmitteln ist dabei Vorsicht geboten.

Kreis EsslingenMusik und jede Menge Spaß – Vereins- und Straßenfeste sind nicht aus dem öffentlichen Leben wegzudenken. Knusprige Pommes, saftige Steaks und leckeres Backwerk gehören dazu. Doch wer anderen schöne Stunden bereiten will, muss viele Vorschriften einhalten. Schließlich sollen und wollen die Veranstalter den Besuchern ja nicht mit verdorbenen Speisen den Magen und damit im Nachhinein auch noch die Laune verderben.

Ob Kinder-, Straßen, Vereins- oder Schulfest – bevor es amüsant wird, müssen die Organisatoren kräftig anpacken. Wer sich bisher stöhnend und mit viel Aufwand durch den Auflagendschungel kämpfte, wird sich freuen, dass die wichtigste Änderung eine Erleichterung ist. Die Kennzeichnung von Allergenen und Zusatzstoffen ist nur noch für Lebensmittelunternehmer Pflicht.„Für alle anderen gilt: Sie müssen keine Angaben machen. Tun sie es trotzdem, muss die Auflistung – genau wie bei einem Lebensmittelunternehmer – auch stimmen“, betont Christian Marquardt, Leiter der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Esslingen.

Viele Feste, wenig Probleme

Wird wegen einer fehlerhaften oder unvollständigen Kennzeichnung jemand krank, greift bei Vereinen und Privatleuten zwar nicht das Lebensmittelrecht, aber strafrechtliche Konsequenzen drohen, erklärt der Experte. Werden keine Angaben gemacht, liegt es in der Verantwortung der Festbesucher, nach Allergenen und Zusatzstoffen zu fragen. „Kann der Standbetreiber nicht garantieren, dass ein Lebensmittel frei von einer bestimmten Substanz ist, sollte er sicherheitshalber vom Verzehr abraten. Dann steht er rechtlich auf der sicheren Seite“, rät Marquardt. Er betont aber, dass die Fest- und Standbetreiber im Kreis Esslingen ihre Hausaufgaben machen.

Gemessen an der Zahl der Veranstaltungen und der großen Menge an Speisen, die dabei verkauft werden, stellt die Lebensmittelüberwachung relativ wenig Probleme fest. Das führt Marquardt auch auf die vom Landratsamt angebotenen Schulungen zurück, die eine gute Resonanz haben. Sie informieren über das Infektionsschutzgesetz und Hygieneregeln im Umgang mit Nahrungsmitteln. Diskussionen gibt es häufig beim Kartoffelsalat. „Der muss – entgegen der Auffassung vieler Schwaben – kalt gestellt werden“, betont Marquardt. „Abzuraten ist von Speisen, die rohe Eier enthalten. Hier sollte man auf pasteurisiertes Ei oder ein anderes Gericht zurückgreifen.“

Kommt es zu gesundheitlichen Beschwerden, gehen bei der Lebensmittelüberwachung Meldungen ein. Die Experten müssen jedem Hinweis nachgehen. „Wenn viele Menschen, die alle das gleiche Fest besucht haben, über Beschwerden klagen, ist klar, dass die Ursache dort zu suchen ist“, sagt Marquardt. Für solche Fälle können Standbetreiber von sämtlichen Speisen Proben aufbewahren. Die Anforderungen, denen die Proben genügen müssen, sind hoch und hängen von der Art der Lebensmittel ab. „Die Regelungen verunsichern erfahrungsgemäß mehr als dass sie nutzen“, urteilt der Fachmann. „Häufig sind die Proben wegen falscher Lagerung nicht mehr verwertbar.“ Deshalb ist es besser, unbedenkliche Lebensmittel und Gerichte auszuwählen, auf eine saubere Verarbeitung, eine lückenlose Kühlkette und optimale Hygienebedingungen zu achten.

Leitfaden des Ministeriums

Darüber hinaus bieten auf Festen und anderen Veranstaltungen wie Märkten Privatleute immer wieder selbst hergestellte Produkte an. Dazu zählen Seifen, Tees und Kräutermischungen. „Vielen ist nicht bewusst, dass sie mit den Waren, die sie anbieten, Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen, die in der Kosmetikverordnung festgeschrieben sind“, klärt Marquardt auf. Oft übersehen Standbetreiber, dass sie beim Verkauf nicht einem Hobby nachgehen, sondern als Unternehmer zu behandeln sind. Er empfiehlt, mit der Lebensmittelüberwachung Kontakt aufzunehmen und sich kostenlos zu informieren.

Ein überarbeiteter Leitfaden für den Umgang mit Lebensmitteln auf Vereins- und Straßenfesten kann auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz heruntergeladen werden. Er enthält die Änderungen zur Kennzeichnungspflicht und Informationen zur Zulassung eines Kaltwaschverfahrens für Geschirr, sofern es annehmbare Ergebnisse liefert.

Zu finden ist der Leitfaden unter https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/publikationen/Bro_Leitfaden.pdf

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