Eine Suppe kann ein guter Einstieg in die vegane Küche sein, findet Gabriela Letzing und verrät ihr Rezept für eine Rote-Bete-Suppe. Foto: Nina Bauer - Nina Bauer

Ist es mühsam, sich vegan zu ernähren? Nicht zwangsläufig, macht Gabriela Letzing. Sie war vom Fleck weg fasziniert von den neuen Geschmäckern und eröffnete ein veganes Lokal.

Grapefruitsaft und Zimt im Salatdressing? Als Gabriela Letzing vor etwa drei Jahren aus gesundheitlichen Gründen begann, vegan zu kochen, war sie vom Fleck weg fasziniert von den für sie neuen und exotischen Geschmäckern. „Ich habe mich auf jeden neuen Tag gefreut und Gerichte gekocht, die mir bis dahin immer zu aufwendig gewesen wären.“ Dabei war der Anlass ein eher lästiger: Weil die Esslingerin in ihrem alten Beruf als Kommunikationsdesignerin gestresst und übersäuert war, wollte sie eine Fastenkur machen. Ihre Ärztin riet, vegane Ernährung auszuprobieren. Letzing begann mithilfe eines Kochbuchs eine 14-Tage-Diät – und war sofort überzeugt. „Es hat sich gar nicht wie eine Diät angefühlt.“ Statt Verzicht empfand die 52-Jährige Neugier und Begeisterung. Sie fühlte sich fitter und blieb bei der veganen Kost. Ihre zwei Kinder waren nicht sofort Feuer und Flamme, ernähren sich mittlerweile aber auch vorwiegend fleischlos. Der Ehemann war ohnehin Vegetarier, die Umstellung war also nicht groß. 2018 machte Letzing dann die Leidenschaft zum Beruf und eröffnete das vegane Lokal „Delicantina“ in Esslingen, das vorwiegend mittags geöffnet hat und in dem auch Kochkurse stattfinden.

„Ums Kochen kommt man nicht rum“

Für den Einstieg in die vegane Ernährung hält Letzing ein 14-Tage-Programm für „total zu empfehlen“. Allerdings braucht es dafür Zeit, wer Urlaub nehmen kann, hat es leichter. Ansonsten gibt es für die Umstellung in Raten „einfache Kniffe, die nicht aufwendig sind“: Schwarzer Kaffee statt Latte Macchiato, Pflanzencreme statt Sahne in die Tomatensoße, Margarine statt Butter aufs Brot. Wer auf Fleisch ungern verzichtet, könne Ersatzprodukte probieren – „wobei die hochverarbeiteten Lebensmittel nicht gesund sind“. In ihrem Diner bietet Letzing darum Tofu, Hülsenfrüchte, Pilze und Nüsse als Eiweißlieferanten statt Beyond-Burger an. „Ums Kochen kommt man aber nicht rum“, sagt sie. „Es ist am Anfang schon aufwendig, aber wenn man sich eine gewisse Routine angewöhnt, wird es leichter.“ In die vegane Vorratskammer und den Kühlschrank gehören für die Delicantina-Chefin Margarine, Pflanzenmilch und -creme, Tofu, viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Cashewkerne, Quinoa und Co., Misopaste, Hefeflocken und eine breite Auswahl an Gewürzen.

Tipps zum Ausgehen und Einlesen

5 Lokale

  • Körle und Adam, Stuttgart, Feuerbacher-Tal-Str. 31, das bekannteste vegane Restaurant in der Region, frühzeitig reservieren!
  • Vegi Stuttgart, Steinstr. 13, stark frequentierter veganer Falafelimbiss im Zentrum.
  • Delicantina, Esslingen, Heugasse 10, rein vegan, vornehmlich mittags geöffnet.
  • Copper-Bowl, Esslingen, Marktplatz 4, südindische Speisen, viele vegane Gerichte.
  • The Ladies Diner, Esslingen, Alleenstr. 29, vegane Burger, Beilagen und Desserts.

5 Autoren

  • Attila Hildmann, bekanntester veganer Kochbuchautor in Deutschland.
  • Elisabeth Fischer, Rezepte für ausgeglichenen Basen-Säure-Haushalt, nicht nur vegan.
  • Nicole Just aka La Veganista, Ideen für veganen Vorrat, um im Alltag Zeit zu sparen.
  • Nadine Horns und Jörg Mayers Blog Eat this macht Spaß und gibt tolle Ideen für Anlässe wie einen Raclette-Abend.
  • Miyoko Schinner, international bekannte vegane Köchin, Expertin für veganen Käse.

Rote-Bete-Suppe von Gabriela Letzing

Zutaten:

  • 1 EL Kokos- oder Rapsöl
  • 3 kleine Zwiebeln, fein gehakt
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält und fein gehakt
  • 1/2 TL gemahlener Koriander (optional)
  • frische Chilischoten, fein gehackt oder Cayenne-Pfeffer (optional)
  • 3 große Rote-Bete-Knollen, geschält und klein gewürfelt
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 400 ml Kokosmilch
  • 1/2 TL Salz
  • Schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

In einem beschichteten Topf Öl auf mittlerer Stufe erhitzen. Zwiebeln anbraten (4-5 Minuten), dann Knoblauch und Ingwer dazu geben sowie optional Koriander und Chili. 5 Minuten dünsten, immer wieder umrühren. Rote Bete und Gemüsebrühe dazu geben und alles zum Kochen bringen. Dann den Herd auf kleine Stufe stellen und köcheln lassen bis die Rote Bete weich ist (ca. 20 Minuten). Mit einem Pürierstab den Topfinhalt vorsichtig pürieren, bis er eine cremige Konsistenz hat. Jetzt Kokosmilch, Salz und Pfeffer dazu rühren. Zum Servieren mit Koriandergrün oder Glatter Petersilie garnieren und nach Geschmack Limettenschnitten und Kokoschips dazu reichen.

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