Jahrhundertelang hieß es: Wer grundlos schreit oder um sich schlägt, ist vom Teufel besessen. Die Kirche reagierte mit drastischen Methoden.
Am ersten Tag des Jahres 1600 sollten die Leiden der Katharina Herbst ein Ende nehmen. Die 23 Jahre alte Grazer Magd lag gefesselt auf dem Erdboden, umgeben von brennenden Kerzen, Kruzifixen und Gefäßen mit Weihwasser. Seit Monaten hatten Exorzisten versucht, die Dämonen auszutreiben, die offenbar von Herbst Besitz ergriffen hatten. Sie hatten Psalmen und Litaneien gebetet oder ihr die knöcherne Hand eines Toten aufgelegt. Doch die Geister wollten nicht aus Herbsts Körper ausfahren. Die junge Frau schrie, verhöhnte die Priester und spuckte nach ihnen.
Unsere Abo-Empfehlungen