Der im April gepflanzte Wernauer Friedensbaum (rechts) wurde mutwillig zerstört. Foto: Rea Mayer-Nörr/Karin Ait Atmane

Der erst im April gepflanzte Friedensbaum in Wernau wurde von einem noch unbekannten Vandalen abgesägt. Einschüchtern lassen sich die Initiatoren dadurch aber nicht.

Am vergangenen Wochenende ist der erst im April von der Stadt Wernau und der Ahmadiyya Gemeinde gemeinsam gepflanzte Baum am Weltjugendtagskreuz von einer bislang unbekannten Person abgesägt worden. Die junge Rosskastanie war als Zeichen des Friedens, der Freundschaft und als Dank an Deutschland im Rahmen einer interreligiösen Feier gesetzt worden.

Das Symbol für ein friedliches Miteinanders, den Respekt und die Verbundenheit innerhalb der Stadtgesellschaft wurde mutwillig zerstört, was Bürgermeisterin Christiane Krieger, die Fraktions- und Gruppierungsvorsitzenden des Gemeinderats sowie die Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinde betroffen macht. Die Stadtverwaltung hat Anzeige erstattet.

Alle Beteiligten verurteilen die Tat

Als Reaktion wird, wie es in einer Pressemitteilung heißt, „ zeitnah ein neuer Baum gepflanzt, womit ein bewusstes Zeichen gesetzt wird, dass Zusammenhalt stärker ist als Ausgrenzung oder Hass“. Die Wernauer Rathauschefin stellt klar: „Wir verurteilen diese Tat, lassen uns durch solche Verhaltensweisen aber nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Wir werden weiterhin sichtbar für Zusammenhalt und Vielfalt eintreten.“

Auch der Wernauer Gemeinderat und die Ahmadiyya Gemeinde sprechen mit einer Stimme: „Dass der für ein respektvolles und friedvolles Miteinander gepflanzte Baum, gefällt wurde, bestürzt uns“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Wernauer Bürgerliste Sabine Dack-Ommeln. Bestürzt zeigt sich auch die CDU: „Wir bedauern den Verlust dieses Symbols des Miteinanders zutiefst und setzen uns dafür ein, dass ein neuer Baum als Zeichen für Neubeginn und Verbundenheit gepflanzt wird“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Carmen Hermann.

Ratsfraktionen zeigen klare Kante

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Alfred Freistädter, betont: „Rassismus, Vandalismus oder nur pure Dummheit? – Wir wissen es nicht. Die Zerstörung eines Symbols für Frieden und ein respektvolles Miteinander in unserer Stadt können wir jedoch nicht dulden.“ Matthias Steimer, Fraktionsvorsitzender der Jungen Bürger, ist ebenfalls entsetzt: „Wer ein Symbol des Friedens zerstört, zeigt damit nur seine eigene Schwäche. Hass, egal in welcher Form, hat in Wernau keinen Platz. Ein Baum kann gefällt werden, aber die Idee dahinter lässt sich nicht zerstören.“

Petra Binz, die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, sieht das genauso: „Diese Tat ist kein Streich aus Übermut oder Dummheit. Doch die Vorstellung, dass eine gezielte Aktion gegen Toleranz, Vielfalt und das friedliche Miteinander dahinter stecken könnte, macht umso fassungsloser.“ Und auch die Grünen/Unabhängigen stellen klar: „Einen Baum kann ein einzelner Verrückter zerstören. Der Zusammenhalt in unserer demokratischen Gesellschaft wird dadurch aber nur weiter gestärkt.“

Die Ahmadiyya-Gemeinde teilt diese Einordnungen: „Wir sind eine friedliebende muslimische Gemeinde, die Brücken baut und bereit ist mit jedem in Dialog zu treten. Und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der Stadt Wernau aus dieser traurigen Tat etwas Positives entstehen zu lassen: ein neues, noch stärkeres Zeichen für Frieden und Miteinander“, heißt es in einer Stellungnahme.