Die Waldorfschule auf der Uhlandshöhe war die erste Waldorfschule überhaupt. Foto: Leif Piechowski

Das Amtsgericht hat einen ehemaligen Waldorfschul-Lehrer verurteilt, weil es glaubt, dass er Schüler misshandelt hat. Der Lehrer, der einem Kind unter anderem die Hose heruntergezogen haben soll, wehrt sich über seinen Anwalt gegen das Urteil.

Stuttgart - Das Amtsgericht Stuttgart hat einen ehemaligen Lehrer der Waldorfschule auf der Uhlandshöhe wegen Misshandlung Schutzbefohlener zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Dem heute 64-Jährigen wurden körperliche Übergriffe auf Kinder während seiner Zeit an der Waldorfschule vorgeworfen. So soll er unter anderem Schüler am Kopf gepackt und nach oben gehoben haben. In einem anderen Fall, so heißt es, habe er einem an der Tafel stehenden Schüler Hose und Unterhose heruntergezogen. Außerdem seien Schüler von dem Lehrer massiv psychisch unter Druck gesetzt worden.

Anwalt des Lehrers legt Berufung ein

Die Einrichtung auf der Uhlandshöhe ist die erste Waldorfschule überhaupt. Vor einem Jahr feierte sie ihr 100-jähriges Bestehen. Die Schule trennte sich von dem Lehrer im Jahr 2012, nachdem die Vorwürfe gegen ihn bekannt wurden. „Auch knapp zehn Jahre später sind wir fassungslos, dass bei uns ein solcher Vorfall passieren konnte“, heißt es von der Schule nach dem Urteil. Man bedauere dies und entschuldige sich bei den Betroffenen.

Der Verurteilte wurde vom Amtsgericht Stuttgart nun mit einem zweijährigen Berufsverbot belegt. Außerdem muss er 1500 Euro an den Kinderschutzbund bezahlen und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der Anwalt des Lehrers kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Der Fall wird also am Landgericht Stuttgart nochmals neu verhandelt werden.

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