In Esslingen mussten nach den starken Regenfällen auch einige Keller ausgepumpt werden. Foto: SDMG/SDMG / Boehmler

Ein heftiger Gewittersturm hat am Freitagabend seine Spuren in Esslingen und dem Landkreis hinterlassen. Polizei, Feuerwehr und Tiefbauamt der Stadt ziehen am Tag danach eine erste Bilanz.

Esslingen/Kreis - Überflutete Keller und Tiefgaragen, über die Ufer getretene Bäche, mit Schlamm und Geröll verschmutzte Straßen, umgestürzte Bäume und Bauzäune– Folgen eines heftigen Gewittersturms, der am Freitagabend auch die Region Stuttgart heimgesucht hat. Besonders hart hat es Teilbereiche des Landkreises Esslingen getroffen. Bei der Integrierten Leitstelle in Esslingen seien zwischen 17.30 und Mitternacht rund 300 Notrufe mehr als sonst eingegangen, berichtet Karsten Ruik, der Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis, auf EZ-Nachfrage. Zu 165 Einsatzstellen seien die Hilfs- und Rettungskräfte gerufen worden. Zu den Schwerpunkten zählten Esslingen mit allein 80 Einsatzorten sowie die Filder mit Neuhausen und Filderstadt.

Nachdem das Wasser wieder abgeflossen war, blieben auf einigen Straßen Massen von Geröll und Schlamm zurück. Um diese Hinterlassenschaften des Sturms zu beseitigen, wurden auch mehrere Radlader eingesetzt. Beispielsweise in der Stettener Straße in Esslingen-Wäldenbronn. Ausgehend von der Kuhsteige, war dort ein Hang ins Rutschen gelangt. Die Aufräumarbeiten zogen sich bis in den Samstag hinein. Beteiligt waren neben der Feuerwehr auch das Tiefbauamt der Stadt Esslingen, Fremdfirmen sowie zahllose Anlieger.

Schwerpunktmäßig betroffen waren in Esslingen neben Wäldenbronn die Stadtteile Stadtmitte, Hegensberg-Liebersbronn und Sulzgries. Dutzende von Kellern und Tiefgaragen seien mit Wasser vollgelaufen und mussten leergepumpt werden, berichtet Oliver Knörzer, Kommandant der Esslinger Feuerwehr. Zeitgleich mit den Starkregen-Einsätzen im Stadtgebiet war die Esslinger Feuerwehr mit einem Löschzug in die Pliensauvorstadt ausgerückt, weil dort ein Rauchmelder in einem Wohnhaus einen Alarm ausgelöst hatte. Dies habe sich jedoch als Fehlalarm herausgestellt, sagt Kommandant Knörzer.

An etlichen Stellen in Esslingen hatten die Einsatzkräfte schwer zu schaffen. „Die Zimmerbachstraße war überflutet und mit einer Schlammschicht bedeckt. Die Straße Kuhsteige wurde zum reißenden Fluss, der Geröllmassen und Schlamm auf die Stettener Straße beförderte und sie damit unpassierbar machte“, schildert Knörzer die Zustände. Zurückgeblieben sind deutliche Schäden an der Kuhsteige. Diese Straße musste deshalb auch gesperrt werden.

In der Mitteren Beutau hat der Starkregen, der teilweise mit Hagel verbunden war, Schäden im Bereich der Geiselbach-Kanalbaustelle verursacht. In Sulzgries mussten Schlammmassen unter anderem in der Ortsmitte und im Bereich Radäcker weggeräumt werden.

Mit Radladern, Kehrmaschinen und in Handarbeit wurden die Straßen wieder passierbar gemacht.

Stundenlang zu tun hatten die Einsatzkräfte auch auf den Fildern. Vor allem in Ostfildern, Neuhausen, Denkendorf und Filderstadt richtete das Unwetter Schäden an. In Sielmingen stürzten in der Möhringer Straße zwei Bäume auf zwei geparkte Autos. In Plattenhardt rutschte in der Pfarrstraße eine Mauer ab und in der Schurwaldstraße in Neuhausen stürzte ein Baum auf ein geparktes Wohnmobil, so dass es schwer beschädigt wurde. Angeblich wurde in Neuhausen auch eine Windhose gesichtet, wie ein Leser der EZ berichtete. Das konnte die Polizei in Reutlingen auf Nachfrage jedoch nicht bestätigen.

Verletzte gab es zum Glück nicht. Zur Schadenshöhe könne man noch keine Angaben mache, heißt es von der Polizei.

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