Ein kleines Haus mitte im Wald voller Krimskrams. Foto: /Johannes M. Fischer

In der Kolumne „Aufgespießt“ beschreibt Johannes M. Fischer, wie er auf einer Radtour an einem seltsamen Häusle vorbeikommt.

Esslingen - Ein Häusle steht im Wald ganz still und stumm. Sagt, wer mag das Häusle sein, das da steht im Wald allein.

Dies ist eine Empfehlung für Spaziergänger, Wanderer und Fahrradfahrer, die ein paar Groschen in der Tasche haben: Irgendwo im Tal recken sich die Türme von Altbach in die Höhe, Hegensberg liegt westwärts auf dem Hügel und das Jägerhaus ist fußläufig in weniger als zwei Kilometern erreichbar. Da irgendwo in einer etwas versteckten Ecke des Kimmichsweilerwegs steht’s Flohmarkthäusle. Ein weißer Stoffhase thront im oberen Stock, umrahmt von allerlei Tassen. In den unteren Stockwerken wohnen kleine Gummitiere. Die Kasse des Vertrauens befindet sich im zweiten Stockwerk. Der Deal ist einfach: Geld einwerfen, gebrauchten Gegenstand mitnehmen und fertig. Vermutlich kann man auch was da lassen. Die Einnahmen gehen an den Verein Wildwasser, ein beratender Verein in Fällen sexualisierter Gewalt.

Mich hat das Häusle ziemlich unerwartet getroffen – ich hätte es nicht an dieser Stelle erwartet. Vor lauter Überraschung vergaß ich, die Seemannstasse mitzunehmen. Aber ich komme wieder. Wenn sie dann noch da ist, dann dauert es nicht mehr lang und sie steht auf meinem Schreibtisch.