Im Frühjahr haben Unbekannte ein Dixi-Klo auseinandergenommen. Foto: Archiv (Stadt Marbach)

In Marbach am Neckar schlagen Tunichtgute immer wieder über die Stränge, demolieren zum Beispiel Dixi-Klos. Ein Problem ist auch, dass eine Kontrollinstanz weggefallen ist.

Das sommerliche Wetter ist in diesem Jahr allem Anschein nach endgültig perdu. Was die meisten bedauern dürften, hat für das Team des Marbacher Bauhofs auch etwas Gutes. Bei niedrigen Temperaturen werden weit weniger Menschen Lust auf eine Sause im Freien haben, womit der Aufwand sinkt, die Hinterlassenschaften solcher Feiern auf öffentlichen Plätzen zu beseitigen. Und wie der Marbacher Bauamtsleiter Dieter Wanner sagt, haben die Ausschweifungen zuletzt zugenommen. Vandalismus an Dixi-Klos ist ebenfalls ein unschönes Phänomen, das auf der Gemarkung immer wieder zu beobachten war – und ist.

Ganz aktuell haben Unbekannte wieder am Galgen ihre Zerstörungswut ausgelebt, wo die Kommune für die Zeit von Frühjahr bis Herbst eine mobile Toilette angemietet hat. Das Behelfsklo muss mit roher Gewalt umgestoßen oder umgetreten worden sein. Ein Foto, das in den sozialen Netzwerken kursiert, zeigt, wie das Häuschen fast komplett seitlich auf die Wiese gekippt wurde. Etwas Halt gibt ihm nur noch die an einem Baum befestigte Kette, an der das Klosett befestigt ist, um noch Schlimmeres zu verhindern. „Zuerst haben wir das Klo mit Erdnägeln fixiert, später mit der Kette“, erklärt Dieter Wanner. Offenbar haben die Täter nicht nur das WC demoliert, sondern auch Balken aus Bänken auf dem Galgen gerissen. Die mobile Toilette war bereits im Frühjahr zur Zielscheibe von Vandalen geworden. Sie hatten die Seitenwände herausgetreten.

Das mobile Klo am Weinberghäuschen war im Mai in einen Graben geworfen worden. Foto: Kurt Langjahr

Ein ähnliches Schicksal war dem Dixi-Klo widerfahren, das für ein Fest zum 1. Mai am Weinberghäuschen der Marbacher Weingärtner aufgestellt worden war. Kurt Langjahr war dort mit seinem Hund einen Tag vor der Veranstaltung morgens Gassi gegangen und hatte das WC entdeckt, wie es verwüstet in einem Gebüsch lag. Es sei provisorisch wieder aufgerichtet worden – um dann in der Nacht auf den 2. Mai abermals zerstört zu werden, erinnert er sich zurück. Das Dach sei eingetreten worden und das Häuschen samt Fäkalien und Chemikalien in einen Graben geworfen worden. „Ich war sprachlos und kann mir nicht erklären, was Menschen dazu treibt, so etwas zu machen“, erklärt der Marbacher.

Früher wurde die Notdurft in der Landschaft verrichtet

Was das städtische Dixi-Klo anbelangt, hat die Zerstörungswut für die Kommune zumindest keine finanziellen Konsequenzen. Die Toiletten sind versichert. Als das Häuschen im Frühjahr massiv beschädigt wurde, habe es der Anbieter durch ein Neues ersetzt, sagt Bauamtsleiter Wanner.

Die Frage ist trotzdem, ob die Stadt dieses Spielchen auch in Zukunft mitmachen will. Wanner sieht dazu im Grunde keine Alternative. Der frühere Status quo sei unbefriedigend gewesen. Die Leute hätten teilweise ihre Notdurft in der Landschaft hinterlassen, Kinder hätten beim Spielen hineintappen können. Dieser Zustand habe zu Beschwerden geführt, weshalb man seit einigen Jahren auf die Dixi-Klos setze. „Für feste Toiletten haben wir an der Stelle weder Wasser- noch Stromanschluss“, sagt der Chef des Bauamts.

Hilfreich wäre es im Hinblick auf den Vandalismus und die Vermüllung öffentlicher Plätze aus Sicht von Wanner, wenn ein Sicherheitsdienst regelmäßig patrouillieren würde. Zumal es auch drei Brennpunkte auf der Gemarkung gebe, den Galgen, die Aussichtskanzel in der Nähe des alten Krankenhauses und die Neckaraue. Ein Problem sei an diesen neuralgischen Stellen neben Zerstörungen, dass Essensreste kreuz und quer verteilt auf dem Gelände zurückgelassen würden. Das bislang von der Stadt beauftragte Security-Unternehmen gebe es aber nicht mehr. Eine andere Firma, die als Alternative hätte einspringen können, habe abgesagt.

„Insofern sind wir da blank“, sagt der Bauamtsleiter, der nun auf die Einsicht derjenigen hofft, die über die Stränge schlagen. „Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn man sich irgendwo draußen trifft. Man sollte nur anschließend seinen Müll einsammeln und aufräumen, damit auch andere den Platz wieder vernünftig nutzen können“, sagt Dieter Wanner.