Im Bereich des Engelbergtunnels bei Leonberg sind regelmäßig Einsatzkräfte gefordert – so auch jüngst beim Unfall eines Audi S5 mit erstaunlicher Entstehungsgeschichte. Foto: KS-Images.de / Andreas Rometsch

Der 35-jährige Fahrer eines Audi S5 baute nach dem Wegräumen von Absperrungen am Engelbergtunnel bei Leonberg einen Unfall. Mit welchen Konsequenzen muss er dafür rechnen?

Die Einsatzkräfte der Polizei dürften in der Nacht auf Montag nicht schlecht gestaunt haben, als sie an der Unfallstelle vor dem Engelbergtunnel eingetroffen waren. Dort, nahe dem Südportal, stand ein demolierter Audi S5, dessen Fahrt unsanft von einer mobilen Schutzplanke gestoppt worden war.

Das Bemerkenswerte dabei: Die Fahrbahn, auf der der 35-jährige Fahrer sein Vehikel gesteuert hatte – die Autobahn-Überführung von A 8 zur A 81 – war eigentlich voll gesperrt. Wie sich laut Polizei herausstellte, hatte der Mann zuvor Absperrungen beiseite geräumt, um in den eigentlich nicht passierbaren Bereich fahren zu können. Die Aktion endete mit einem immensen Schaden am Audi, den die Polizei auf rund 30 000 Euro schätzt.

Audi-Unfall am Engelbergtunnel bei Leonberg wirft Fragen auf

Welche Sanktionen drohen dem Mann nun? „Das Entfernen einer Absperrung wäre mindestens eine Ordnungswidrigkeit“, liefert Yvonne Schächtele von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ludwigsburg auf Nachfrage unserer Zeitung eine erste Einschätzung.

Immer wieder Unfälle und Sperrungen – doch bald sollen die Arbeiten am Engelbergtunnel beendet sein. Foto: Simon Granville

Zur Einordnung: Bei einer Ordnungswidrigkeit liegt die Geldbuße in der Regel bei zwischen fünf und 1000 Euro. Hängt sie mit einem Vorfall im Straßenverkehr zusammen, kann sie außerdem mit maximal drei Monaten Fahrverbot und höchstens drei Punkten in Flensburg einhergehen.

Fest steht derweil, dass laut Auskunft der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest sich bei dem Unfall keine weiteren Personen im Umfeld des Geschehens aufgehalten haben. Das bestätigt deren Pressesprecherin Petra Hentschel auf Nachfrage.

Sie informiert auch darüber, was genau die Fahrt des Audis schließlich beendet hat: „Es handelte um die Regelverkehrssicherung, die im Zuge der Engelbergtunnel-Maßnahme jede Nacht für die Sperrung der Oströhre von 22 bis 5 Uhr eingerichtet wird.“ Dazu werde eine transportable Schutzwand zur Trennung des Verkehrs in der Oströhre aufgestellt. „Diese wurde nicht beschädigt.“

Baustelle im Engelbergtunnel bei Leonberg noch bis Sommer 2026

Der Crash des Audi ist nicht der erste Unfall in direktem Zusammenhang mit Schranken vor dem Engelbergtunnel. Im April des vergangenen Jahres hatte sich bei Wartungsarbeiten der Automatismus zur Sperrung der beiden Röhren in Gang gesetzt. Daraufhin waren eine 20 Jahre alte Audi-Fahrerin sowie ein 54-jähriger BMW-Fahrer mit ihren Fahrzeugen gegen die sich schließenden Schranken geprallt – nachdem sie zuvor das Rotlicht der Ampeln ignoriert hatten.

Im Engelbergtunnel wird noch bis Sommer 2026 gebaut. Dann soll die „Hauptbaumaßnahme“ abgeschlossen sein, auch die Eingriffe in den Verkehr sollen dann ihr Ende finden. Die Arbeiten in der Weströhre sind seit Juni 2024 beendet. Grund für die umfangreiche, seit 2019 laufende Sanierung ist das Mineral Anhydrit. Es quillt bei Kontakt mit Feuchtigkeit auf und drückt massiv auf die Tunnelwände.