In Zukunft nicht mehr gebraucht? Jüngere Menschen verzichten gerne auf Bargeld. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Ein bisschen Bargeld haben die meisten Menschen in Deutschland in der Regel dabei. Doch bezahlt wird immer häufiger ohne Schein und Münze. Die Corona-Pandemie hat digitalen Bezahlwegen Auftrieb verschafft.

Frankfurt/Main - In Deutschland zeigt sich einer Umfrage zufolge vor allem bei jüngeren Menschen ein Trend zum Bezahlen ohne Schein und Münze. Insbesondere die unter 36-Jährigen greifen demnach immer seltener zum Bargeld: Zahlten 2019 noch 65 Prozent aus dieser Altersgruppe häufig bar, sind es in diesem Jahr noch 35 Prozent.

"Das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland in digitales Bezahlen steigt weiter an", fasste der Zentraleuropa-Chef des Kreditkartenanbieters Visa, Albrecht Kiel, die Antworten zusammen, die Visa in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa bei knapp 1800 Erwachsenen erhoben hat. "Sie haben während der Pandemie Vorteile wie Schnelligkeit und Sicherheit zu schätzen gelernt. Wir erwarten, dass das digitale Bezahlen weiter an Boden gewinnen wird", sagte Kiel.

Das kontaktlose Bezahlen mit Girocards und Kreditkarten an der Ladenkasse nutzen den Angaben zufolge mittlerweile fast alle Verbraucherinnen und Verbraucher (91 Prozent) hierzulande zumindest ab und zu. Vor drei Jahren war es gerade einmal jeder Zweite (55 Prozent).

Pandemie machte kontaktloses Bezahlen populärer

Kontaktloses Bezahlen ist mit Girocards und Kreditkarten möglich, die einen sogenannten NFC-Chip besitzen. Außerdem kann mit einem Smartphone oder einer Smartwatch mit Diensten wie Apple Pay und Google Pay oder mit Banken-Apps kontaktlos Geld übertragen werden. Die Daten für die Abwicklung der Bezahlung werden verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn Kunden Karte beziehungsweise Smartphone oder Smartwatch nah an das Gerät halten. Bei geringen Beträgen ist nicht einmal die Eingabe der Geheimnummer (PIN) nötig.

Im Einzelhandel war während der Corona-Pandemie aus Hygienegründen für diese Art des Bezahlens geworben worden.

Dennoch: 87 Prozent der Befragten nutzen der Umfrage zufolge häufig oder zumindest gelegentlich Bargeld, um Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen. Jeder Fünfte (20 Prozent) meidet allerdings nach eigenen Angaben Geschäfte, in denen weder mit Karte noch digital bezahlt werden kann.

Fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten äußerten in der Umfrage die Erwartung, dass es in fünf Jahren in Deutschland Alltag sein werde, per Smartphone oder Smartwatch an der Ladenkasse zu bezahlen. Gut die Hälfte (51 Prozent) meint, dass es dann nicht mehr alltäglich sein werde, mit Bargeld zu zahlen. 40 Prozent dagegen können sich einen Abschied von Schein und Münze bis dahin nicht vorstellen, 9 Prozent sind in dieser Frage unentschieden.

Wie auch immer bezahlt wird: Fast gleichermaßen wichtig ist den Menschen, dass es schnell geht (65 Prozent) und sie einen guten Überblick über ihre Ausgaben haben (61 Prozent).