Mehr als 300 Schulklassen haben sich beworben. Ganz vorne mit dabei in der TV-Sendung „Die beste Klasse Deutschlands“: die 7c des Stuttgarter Königin-Katharina-Stifts.
Das Klassenzimmer der 7c ist kaum wiederzuerkennen. Die Tische sind zur Seite geschoben, die Klasse versammelt sich um die Tafel. Davor sitzen Mathilda und Ruiqi, beide sind mit Headsets ausgestattet. Ein Ringlicht leuchtet ihnen ins Gesicht, balanciert auf einem Stapel Wörterbücher. Gleich beginnt der Livestream.
Vier Klassen aus Süddeutschland kämpfen in dem Schulbattle um den Einzug in die nächste Runde. Die Sieger fahren dann nach Erfurt zu den Wochenshows, die im TV-Studio aufgezeichnet werden. Die besten vier Teams der Staffel erreichen das Super-Finale, in dem dann „Die beste Klasse Deutschlands“ – so der Name der TV-Show auf dem Kindersender Kika – ermittelt wird.
Die Aufgabe: Schwierige Wörter korrekt aussprechen
Aber zunächst: Die Battles. In fünf Runden treten die Klassen gegeneinander an. Nach und nach scheiden die Teams mit den wenigsten erspielten Punkten aus, bis am Ende eine Klasse übrig bleibt. „Ich war davor so aufgeregt, vor allem bei der Probe am Morgen“, verrät Mathilda später. Doch sobald der Livestream startete, war die Aufregung wie weggeblasen: „Ich war voll konzentriert und wollte unbedingt gewinnen.“ Die beiden Moderatoren lockern die Anspannung immer wieder auf: Sarah Parvanta und Lukas Leonhardt führen durch das Battle, scherzen und erzählen lustige Anekdoten. Außerdem kommentieren sie den Chat, über den die Zuschauer zuhause live mitquizzen können.
Nach der ersten Runde liegen alle Klassen noch dicht beieinander. In der zweiten Runde muss Ruiqi im Duell mit einer Konkurrentin schwierige Wörter korrekt aussprechen. Es geht hin und her, bis die Gegnerklasse patzt. „Das war wirklich sehr spannend“, meint Ruiqi. Doch sie meistert das Wort „Indienstnahme“ fehlerfrei – und bringt damit ihre Klasse in Führung.
An der Sendung dürfen nur sechste und siebte Klassen teilnehmen
Für die 7c ist es nicht der erste Anlauf bei der Kika-Sendung. Schon im vergangenen Jahr versuchte die Klasse, sich zu qualifizieren. Mathilda hatte schon lange mitmachen wollen, denn sie habe die Sendung schon oft zuhause angeschaut. Als der Vorschlag aufkam, sich zu bewerben, seien alle sofort Feuer und Flamme gewesen. „Doch unser Bewerbungsvideo wurde nicht angenommen“, erklärt Ruiqi. Dieses Jahr ist ihre letzte Chance: An der Sendung, die seit 2008 ausgestrahlt wird, dürfen nur sechste und siebte Klassen teilnehmen.
Das Battle läuft super, auch in der dritten und vierten Runde holt die 7c die volle Punktzahl – ebenso wie eine Klasse aus Regensburg. Die beiden anderen Teams sind inzwischen ausgeschieden. Die Entscheidung, wer das Wochenshow-Ticket erhält, fällt schließlich in einer Schätzfrage. Der Moderator wiegt dafür eine Zwiebel und beißt einen großen Bissen davon ab, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Klassen müssen schätzen, wie schwer die Zwiebel jetzt noch ist. Stuttgart tippt auf 223 Gramm, Regensburg auf 209. Klassenlehrerin Sara El Assad ist mit ihren Nerven am Ende. „Oh wow“, flüstert sie und schlägt die Hände vor dem Gesicht zusammen. Die Zwiebel wiegt noch 276 Gramm.
Einen Moment lang ist es still, dann bricht im Klassenzimmer tosender Jubel aus. Die 7c hat nicht nur das Schulbattle gewonnen, sondern hat mit 310 Punkten auch einen neuen Rekord aufgestellt. El Assad muss ihre Schüler geradezu bremsen, noch kurz das Ende des Streams abzuwarten. Als es vorbei ist, zuckt sie grinsend mit den Schultern und sagt nur: „Jetzt.“ Sekunden später schallt durch den Raum ein vielstimmiges: „So sehen Sieger aus!“