Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Beim EZ-Pokal treten die Mannschaften zunächst in vier Gruppen an. So stehen die Chancen der einzelnen Teams.

EsslingenDas sind die Gruppen des EZ-Pokals 2019:

Gruppe A

Beim FV Plochingen ist die Vorfreude auf den EZ-Pokal groß – das merkt man beim Gespräch mit Trainer Fabio Morisco direkt. „Es ist schön, so viele Leute zu treffen. Außerdem ist es interessant, sich mit den anderen Mannschaften während der Vorbereitung zu messen“, sagt der Coach und ergänzt: „Es geht natürlich auch um Prestige.“ Es sei spannend, völlig unterschiedlich starken Teams auf dem Feld zu begegnen. Zur Plochinger Gruppe sagt er: „In Altbach ist – genau wie bei uns – mit Sicherheit noch die Aufstiegseuphorie da. Ruit habe ich in den vergangenen Jahren ehrlich gesagt nicht spielen sehen. Und zu Nellingen muss man nichts sagen, das ist eine etablierte Bezirksliga-Mannschaft.“
Dementsprechend sind auch die Ansprüche der Nellinger. „Wir wollen natürlich um den Titel mitspielen“, macht Trainer Thomas Stumpp klar. Darüber hinaus sei es eine tolle Gelegenheit, um herauszufinden, „was schon gut klappt und wo wir vielleicht noch nachjustieren müssen“. Mit Blick auf die vergangenen Jahre meint Stumpp: „Es war schade, dass es den EZ-Pokal nicht mehr gab. Umso mehr freuen wir uns jetzt auf das Comeback.“

Keine allzu großen Ambitionen hat der TB Ruit. „Jetzt das Viertelfinale als Ziel auszugeben, wäre vermessen – so ehrlich müssen wir als B-Ligist sein“, bleibt Trainer Matthias Schober bescheiden. Trotzdem sagt er mit einem Augenzwinkern: „Wenn wir weiterkommen, werden wir auch antreten.“ Unabhängig davon ist es für die Ruiter eine Freude, wieder mit dabei zu sein. „Es hat seinen Charme, dass wir unter Wettkampfbedingungen gegen derart starke Gegner antreten können“, beschreibt Schober den Reiz des EZ-Pokals.

Ähnlich sieht es Arthur Benz. Der Trainer des SC Altbach will „die Jungs fitbekommen“. Ans Weiterkommen denkt er erst einmal nicht, dafür sei die Gruppe um die Bezirksligisten Nellingen und Plochingen zu stark. Doch nutzen will der SCA das Turnier auf jeden Fall. Denn: „Spiele sind immer besser als Training.“

Gruppe B

Wir nehmen das total ernst, für uns ist das ein Wettbewerb“, sagt Gaetano Intemperante, wenn er über den EZ-Pokal spricht. Das Turnier-Urgestein leitet neuerdings die Geschicke bei der SG Eintracht Sirnau. Und kündigt an: „Wir wollen auf jeden Fall die Gruppenphase überstehen, danach schauen wir von Spiel zu Spiel.“ Vor allem Partien wie gegen den Landesliga-Rückkehrer TSV Köngen seien perfekt, um sich weiterzuentwickeln. „Das passt ausgezeichnet in unsere Vorbereitung.“ Mit Blick auf die Gruppe sagt Intemperante einen Dreikampf um Platz zwei voraus.

Für Landesliga-Rückkehrer TSV Köngen gibt es als klassenhöchstes Team nur ein Ziel: den Titel. Coach Daniel Rieker warnt jedoch vor den Kontrahenten um den Turniersieg: „Der FC Esslingen hat einige Spieler, die bereits höherklassig gespielt haben, das wird ein harter Gegner.“ Dennoch wollen sich die Köngener keine Blöße geben. Rieker: „Wir wollen uns gut präsentieren. Vor allem für die Neuzugänge ist das die perfekte Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen und zu zeigen, was sie draufhaben.“

Der TSV RSK Esslingen ist darauf bedacht, kein sportliches Ziel auszugeben. Neu-Chefcoach Attila Kurt will vor allem eine gute Vorbereitung hinlegen. „Es geht darum, die Grundlage für eine starke Saison zu schaffen“, sagt Kurt. Der erste Eindruck von der Mannschaft hat dem Übungsleiter durchaus gefallen. „Die Spieler sind sehr engagiert, jeder zieht mit. Auch bei weniger spaßigen Einheiten wie Dauerläufen.“

Zerreißen müssen sich auch die Akteure des SV Mettingen aus der Kreisliga B, wenn sie in der schweren Gruppe B mit einem Landesligisten und zwei Mitgliedern der Kreisliga A das Viertelfinale erreichen wollen. Nichtsdestotrotz will sich der Underdog gut präsentieren. „Wir werden unser Bestes geben“, kündigt Abteilungsleiter Tahir Talic an.

Gruppe C

Erol Türkoglu geht den EZ-Pokal selbstbewusst an. „Ich denke, dass wir der Favorit in unserer Gruppe sind“, sagt der Trainer des Bezirksligisten FV Neuhausen – obwohl es die stärkste Gruppe des Turniers sein dürfte. Türkoglu ist zum ersten Mal dabei, dementsprechend gespannt ist er. In erster Linie sollen die Spiele jedoch möglichst gut auf die Saison vorbereiten. „Wir wollen viele Spieler einsetzen. Es wird spannend zu sehen, wie sich die Jungs unter Wettkampfbedingungen schlagen.“

Natürlich will auch der FC Esslingen das Turnier als Standortbestimmung nutzen, doch die Mannschaft von Trainer Mario Palomba meldet Ambitionen auf eine Spitzenplatzierung an. „Wir gehen in jeden Wettkampf, um zu gewinnen. Es wäre schön, wenn wir am Ende den Pokal in den Händen halten dürften“, stellt Palomba klar. Natürlich geht es auch um Prestige. Palomba: „Ich bin überzeugt, dass unser Kader mit den höherklassigen Teams mithalten kann. Ein Turniersieg wäre ein Zeichen von uns an die Konkurrenz.“

Anders als der FCE träumt der TSVW Esslingen beim EZ-Pokal nicht vom großen Wurf. Schon ein Überstehen der Gruppenphase wird für die Mannschaft von Coach Nreca Nreca eine schwierige Aufgabe. „Wir haben ziemlich starke Gegner erwischt“, schätzt der Coach die Situation realistisch ein. Doch kampflos geschlagen geben will sich der TSVW nicht. Nreca: „Vielleicht gelingt uns ja eine Überraschung.“ Zum Favoritenkreis zählt der Übungsleiter einen weiteren Gruppengegner: den Titelverteidiger TSV Denkendorf.

Doch der neue Denkendorfer Coach Klaus Schipke denkt noch nicht an einen erneuten Angriff auf den Pokal. „Wir wollen uns physisch und taktisch weiterentwickeln“, gibt er die Marschroute vor. „Es wird im Elf gegen Elf gespielt, das habe ich im Training nicht immer. Insgesamt stufe ich den EZ-Pokal wichtiger als ein normales Vorbereitungsspiel ein.“

Gruppe D

Für Avdo Smajic ist klar: „Es wäre vermessen, über den Turniersieg zu reden. Als Gastgeber wollen wir jedoch natürlich so lange wie möglich mitmischen.“ Der Trainer des VfB Oberesslingen/Zell will nicht bereits nach der Vorrunde die Segel streichen. „Natürlich wäre es unschön, drei Niederlagen zu kassieren – das wollen wir auf jeden Fall vermeiden.“ Smajic hofft, dass die vier Turniertage die Mannschaft nicht nur in sportlicher Hinsicht weiterbringen – auch im Bereich Teambuilding soll der EZ-Pokal helfen. „Es hat etwas von einem Trainingslager, das ist gut für den Teamspirit.“

Auch der TSV Deizisau hofft auf erfolgreiche Tage – dabei steht das Ergebnis jedoch nicht an erster Stelle. „Wir trainieren in dieser Phase mehrmals pro Woche intensiv“, sagt Coach Thomas Gentner. „Auf das Turnier kann ich da keine Rücksicht nehmen.“ Trotzdem ist es auch für die Deizisauer eine Standortbestimmung während der Vorbereitungsphase – und eine Gelegenheit, möglichst viele Spieler einzusetzen. „Das ist das Ziel“, sagt Gentner.

Auch Patrick Bauer, der Trainer des TSV Berkheim, freut sich schon auf den EZ-Pokal. „Er kommt uns gerade gelegen“, sagt er. „Ich habe die Möglichkeit, viel zu testen. Das ist das bestmögliche Training.“ Ziel der Berkheimer ist das Viertelfinale. Bauer: „Sollte es nicht klappen, wäre es bestimmt kein Beinbruch. Doch wir wollen schon weiterkommen.“ Das Wichtigste für den Coach: „Dass wir uns gut präsentieren.“

„Eine Wundertüte“ nennt Edmondo Malerba, Trainer des TSV Baltmannsweiler, den EZ-Pokal aus Sicht des Schurwald-Teams. „Unser Abschneiden hängt davon ab, wie wir drauf sind und in welcher Besetzung wir antreten.“ Doch auch der TSV-Coach sieht das Turnier in erster Linie als „eine Reihe von Testspielen auf hohem Niveau“. Ein toller Bonus ist der gesellschaftliche Part. Malerba: „Man trifft sehr viele Leute aus der Fußball-Szene. Das ist eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Trainern auszutauschen und Kontakte zu pflegen.“

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