Handball-Bundesligaprofi Fabian Wiederstein, der bei der SG BBM Bietigheim spielt, übernimmt den Posten des Abteilungsleiters beim TV Altbach – und muss erst einmal Aufbauarbeit leisten.
Bei den Handballern des TV Altbach gab es schon einmal bessere Phasen. Zwei Spielzeiten, zwei Abstiege – die erste Männermannschaft des TVA rutschte weiter ab. Für die Altbacher ging es von der Bezirksliga (heißt nun Bezirksoberliga) in die Bezirksklasse, die damals noch Kreisliga A genannt wurde. Sportlich steht der Abstieg für den TVA – beendete die Bezirksliga-Runde mit 9:35 Punkten auf dem vorletzten Platz – zwar noch nicht fest, aber unabhängig davon wird der Verein für das Team für die Bezirksklasse melden, um einen Neuanfang zu starten.
„Handball hat Tradition in Altbach“
Nachdem Abteilungsleiter Carmelo Nuara sein Amt im vergangenen Jahr übergeben hatte, übernahmen Karin Saur sowie Katharina und Frank Weixelmann den Posten kommissarisch, gaben diesen nach der gerade abgelaufenen Runde aber wieder ab. Nun regt sich aber etwas im Verein und die Weichen für einen Neuanfang sollen gestellt werden: Denn in Fabian Wiederstein, der beim Handball-Bundesligisten SG BBM Bietigheim spielt, wurde in dieser Woche ein Abteilungsleiter gewählt, der den Club bestens kennt. „Handball hat Tradition in Altbach. Aber der Verein macht gerade eine schwierige Phase durch“, sagt Neu-Abteilungsleiter Fabian Wiederstein und ergänzt: „Wenn sich in der jetzigen Phase nicht um das Ganze gekümmert wird, dann wird es den Verein in diesem Ausmaß in zwei Jahren nicht mehr geben. Wir sind an einem vakanten Punkt angelangt und es wird Zeit, Verantwortung zu übernehmen.“ Wiederstein betont auch, dass er sich „nicht als Feuerwehrmann sieht“, denn er will „gemeinsam mit dem Team und Ehrenamtlichen Strukturen schaffen, sodass der TVA in zehn Jahren wieder ein lebender Verein ist“.
Aufbauarbeit beim TVA beginnt
Darunter fällt die komplette Aufbauarbeit, die laut ihm „bei den Minis beginnt“ und beim Frauenteam sowie den beiden Männermannschaften endet. „Wir wollen kein zweites JANO Filder werden, da sind wir weit weg davon, aber wir wollen wieder die Begeisterung für den Verein entfachen“, sagt Wiederstein und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Uns geht es in erster Linie darum, dass die Spieler sich maximal mit dem Verein identifizieren, dass sie Spaß am Sport haben und Vorbilder für unsere Jugend sind . In welcher Liga wir das umsetzen, ist mir dann erst einmal egal.“
Der 29-Jährige, der seit drei Jahren beim Bundesligisten SGBBM Handball spielt, begann seine Karriere in der Jugend des TVA, ehe er bei den Erwachsenen des TV Plochingen durchstartete. Nach seinem Wechsel zum HBW Balingen-Weilstetten, wo er überwiegend im zweiten Team zum Einsatz kam, wechselte er zur HSG Konstanz sowie ein Jahr nach Balingen zurück, ehe er in Bietigheim Fuß fasste. Nach seinem abgeschlossenen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen unterschrieb er bei der SGBBM seinen Profivertrag und trainiert derzeit noch nebenher die männliche C-Jugend des Vereins. „Ich fühle mich in Bietigheim-Bissingen wohl und bin trotz des Abstiegskampfes, in dem wir uns gerade als Vorletzter befinden, zufrieden. Wir haben einen guten Trainer und ein gutes Team, aber es war auch klar, dass es diese Saison kein Spaziergang werden wird“, sagt Wiederstein. Langweilig wird es ihm auf keinen Fall und er widmet die freie Zeit seiner Familie. „Ich habe eine kleine Tochter und wir versuchen immer, sehr viele Ausflüge zu unternehmen“, erzählt Wiederstein.
„Muss einen Hallo-Wach-Effekt geben“
Ein durchgetaktetes Wochenprogramm also, aber wie bleibt da noch Zeit für den Abteilungsleiterposten in Altbach? „Natürlich bin ich ausgelastet, aber unter anderem ist auf Auswärtsfahrten, wenn man acht Stunden lang im Bus sitzt, Zeit für die Vereinsarbeit. Statt die fünfte Serie anzuschauen, widme ich meine Zeit eben dann dafür“, erklärt Wiederstein. Dem 29-Jährigen ist anzumerken, dass ihm der TVA am Herzen liegt und er mit voller Überzeugung dahintersteht. „Ich habe nie den Kontakt zum Club verloren. Meine Freunde spielen in der ersten Mannschaft und mein Vater sowie meine Mutter waren lange im Verein in verschiedenen Funktionen tätig“, erklärt er. Aber er betont auch, dass es keine einfache Aufgabe wird: „Es muss einen Hallo-Wach-Effekt geben und Motivation durch Identifikation mit dem Verein steht im Vordergrund. Der TVA soll ein Gemeinschaftsprodukt werden.“ Wiederstein ist sich sicher sicher, „dass wir das Schaffen“ und die Zeiten bei den Altbacher Handballer wieder rosiger werden.