Die Wendekaverne, in der die Tunnelvortriebsmaschine „Suse“ im nächsten Sommer gedreht und danach in der Oströhre des Fildertunnels für die letzte Schildfahrt vorbereitet wird, ist fertiggestellt. Foto: PSU/Arnim Kilgus Quelle: Unbekannt

Stuttgart (eh) - Die Tunnelvortriebsmaschine „Suse“ ist zu ihrer dritten Schildfahrt im Fildertunnel gestartet - im Sommer nächsten Jahres soll sie sich bis zum Südkopf des künftigen Tiefbahnhofs graben. Dann wird sie unter Tage um 180 Grad gedreht, um zu ihrer vierten und letzten Fahrt in Richtung Filder aufzubrechen.

Der Fildertunnel ist der längste Tunnel des Bahnprojekts Stuttgart 21. Er verbindet den künftigen Stuttgarter Tiefbahnhof und den neuen ICE-Bahnhof am Flughafen. Zwei Röhren sind dafür erforderlich - „Suse“ bereits die ersten Teilstücke geschafft: Auf ihrem Weg von der A 8 in Richtung Innenstadt bohrte sich die 2000 Tonnen schwere und 120 Meter lange Spezialmaschine rund 4100 Meter durchs Erdreich. Sie kam bis Hoffeld und wurde dann umgesetzt. Dann hat ihr riesiges Schneidrad auch das parallel verlaufende Teilstück der Weströhre komplett ausgehoben.

Jetzt liegen vor „Suse“ rund 3600 Meter in Richtung Hauptbahnhof. Ihre Arbeit in diesem dritten Bauabschnitt hat die 5700 PS starke Vortriebsmaschine in dieses Tagen aufgenommen. Um die dritte Schildfahrt beginnen zu können, wurde „Suse“ in den vergangenen Wochen durch den geologisch heiklen Mittelabschnitt des Fildertunnels geschoben. Diesen 1162 Meter langen Bereich dieser Übergangszone haben die Mineure konventionell in Spritzbetonbauweise aufgefahren.

Mit dem jüngst fertiggestellten Durchgang zwischen der West- und der Oströhre des Fildertunnels sind im Tal die baulichen Voraussetzungen für das im nächsten Sommer geplante Wendemanöver geschaffen. Dafür wurde eigens eine sogenannte Wendekaverne gebaut: Zwölf Meter hoch und 13 Meter breit ist der Hohlraum, der sich 70 Meter unterhalb der Gerokstraße befindet. Das Verbindungsstück zwischen den beiden Röhren hat nicht umsonst die Ausmaße einer Fabrikhalle: Dort soll der „Kopf“ der Vortriebsmaschine - allein das Schneidrad hat einen Durchschnitt von knapp elf Metern - von der West- in die Oströhre geschoben werden. In einem Stück auf einem Luftkissen. Das Bohrschild wird um 180 Grad gedreht und „Suse“ neu aufgebaut: Der rund 110 Meter lange Nachläufer der Maschine wird unter Tage in sieben Teile zerlegt und in der Oströhre wieder zusammengesetzt.

Alles in allem werden vier bis fünf Monate für das schwierige Wendemanöver veranschlagt. Dann kann „Suse“ bergauf den letzten Abschnitt des Fildertunnels in Angriff nehmen. Ende 2019, so die Planung, sollen die beiden Tunnelröhren zwischen der Innenstadt und der Filderebene im Rohbau fertiggestellt sein. Die Kaverne übrigens wird für den Bahnbetrieb nicht benötigt und deshalb später mit Beton verfüllt.

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