Nach einem Spiel des KSC Sindelfingen gegen den SV Magstadt am Wochenende ist es zu tumultartigen Szenen gekommen. Schon während des Spiels soll ein Spieler rassistisch beleidigt worden sein.
Ein Spieler des SV Magstadt soll bei einer Kreisliga-Partie gegen den KSC Sindelfingen rassistisch beleidigt worden sein. Nach dem Spiel auf dem Kunstrasenplatz am Floschenstadion in Sindelfingen am Sonntagnachmittag kam es offenbar zu Tumulten. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung gegen mehrere Tatverdächtige.
Den derzeitigen Ermittlungen der Polizei zufolge soll ein 34-Jähriger aus dem Umfeld des KSC Sindelfingen bereits während des Spiels einen 27-jährigen Schwarzen Spieler des SV rassistisch beleidigt haben. Der Schiedsrichter spricht von einer sehr emotionalen Stimmung – sowohl auf dem Spielfeld als auch auf den Zuschauerrängen. Er habe das Spiel sogar für fünf Minuten unterbrochen, um die Gemüter zu beruhigen. Rassistische Beleidigungen habe er jedoch nicht wahrgenommen. „Ansonsten hätte ich das Spiel komplett abgebrochen“, sagt er.
Unter Spielern offenbar alles in Ordnung
Giuseppe Martines, Trainer des SV Magstadt, berichtet hingegen, dass einige Zuschauer Affenlaute in Richtung des Schwarzen Mitspielers gemacht und ihn auch mit Worten rassistisch beleidigt hätten. „Er wollte schon aufhören zu spielen“, meint Martines. Sie hätten ihn aber überredet, weiterzumachen. Den Spielern des KSC wirft Martines nichts vor. „Da war alles in Ordnung. Aber das von den Zuschauern war nicht in Ordnung, das gehört nicht auf Sportplätze.“
Volkan Atalay, Trainer des KSC, betont, dass er gegen jede Form von Rassismus sei. Er könne garantieren, dass die rassistischen Beleidigungen „auf keinen Fall“ von seinen Spielern gekommen seien. „Aber ich bekomme auch nicht alles mit“, sagt er hinsichtlich des Drumherums.
Nach dem Spiel, das der SV Magstadt mit 2:0 gewann, ist die Situation offenbar eskaliert. Laut Polizei soll der 27-jährige, zuvor beleidigte Spieler des SV Magstadt, nun wiederum die Heimmannschaft lautstark beleidigt haben. Hierauf seien Spieler des KSC Sindelfingen sowie deren Fans auf das Spielfeld gelaufen, um auf ihn loszugehen und ihn unter anderem erneut rassistisch zu beleidigen. Darüber hinaus soll der 34-Jährige, der schon während des Spiels die ursprünglichen Beleidigungen ausgesprochen hatte, die Menge zur Gewalt gegen den schwarzen SV-Spieler aufgefordert haben, heißt es von der Polizei. Dieser konnte aber abgeschirmt werden und blieb unverletzt.
Solche Auseinandersetzung keine Seltenheit
Einem 57-jährigen Zeugen, der die Polizei verständigen wollte, wurde laut Polizei das Handy aus der Hand geschlagen. Es entstand ein Schaden von etwa 100 Euro. Ein 30 Jahre alter Mann wiederum, der letztlich die Polizei alarmierte und versucht hatte, alles per Handyvideo zu dokumentieren, wurde von einem noch Unbekannten genötigt, damit aufzuhören. Als die Polizei eintraf, wurde sie von der Mannschaft des SV Magstadt erwartet, während sich die Heimmannschaft in der Umkleide befand. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Zu der Auseinandersetzung nach dem Spiel sagen Trainer und Schiedsrichter nichts. Die hätten sie nur aus der Ferne gesehen.
Vorfälle wie am Sonntag kommen in den unteren Ligen des Amateurfußballs immer wieder vor. Nicht selten richtet sich die Aggression auch gegen den Schiedsrichter. Das war offenbar am Sonntag seitens des KSC der Fall. Der Schiedsrichter berichtet, dass er deshalb eine gelbe und eine gelb-rote Karte verteilt und einen Bericht ans Sportgericht geschrieben habe.