Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Der Drittligist bekommt es in der Gruppenphase mit zwei starken Württembergligisten zu tun. Vier potenzielle künftige Verbandsligisten treten in einer Gruppe gegeneinander an.

EsslingenDer EZ-Handballpokal steht vor der Tür. Das ist die Situation in den vier Gruppen:

Gruppe 1

Als Ausrichter liegt auf der SG Esslingen beim EZ-Pokal ein besonderes Augenmerk. Die SG ist als Tabellenführer der Kreisliga B zwar die klassentiefste Mannschaft des Turniers, will sich aber auf jeden Fall gut präsentieren: „Wir freuen uns sehr auf die Spiele, wir haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen“, sagt Esslingens Coach Oliver Cosalter. Auf etwaige Arbeitsdienste der Spieler am Finaltag kann und will der Trainer keine Rücksicht nehmen. „Wenn wir auf der Platte stehen, geben wir Vollgas“, sagt er lachend.

Das trifft auch auf die SG Schorndorf zu. Anders als die Esslinger hat das Team von Trainer Michael Abele das Viertelfinale als Ziel ausgegeben. „Wir sind der klassenhöchste Verein der Gruppe und dementsprechend wollen wir das Ganze auch gestalten“, gibt der Coach des Teams aus der Landesliga-Staffel 1 die Marschroute vor und ergänzt: „Der Gruppensieg sollte schon unser Anspruch sein. Danach muss man schauen, welche Konstellation sich ergibt.“

Legt man die berühmte Papierform zugrunde, kämpfen hinter den Schorndorfern zwei Bezirksligisten um den zweiten Platz: der TV Altbach und die HSG Ebersbach/Bünzwangen. „Ebersbach/Bünzwangen sehe ich auf Augenhöhe, gegen Schorndorf müssen wir schauen, wie wir mithalten können und gegen die SGE ist es aufgrund der kurzen Spielzeit gefährlich“, fasst Altbachs Co-Trainer Steffen Braun, der in Kim Schmid seit Kurzem einen neuen Chef hat, zusammen.

Für Ebersbach/Bünzwangen hat die Partie gegen Schorndorf laut Trainer Gregor Müller einen besonderen Reiz. Denn: „Vor der Saison sind zwei unserer Spieler zusammen mit dem Coach Michael Abele zur SG gewechselt.“ Die HSG befindet sich im Umbruch, einige junge Spieler greifen für die Mannschaft zum Ball. Deswegen sagt Müller: „Wir wollen uns so gut es geht präsentieren. Wenn wir das schaffen, haben wir eine Chance aufs Weiterkommen.“

Gruppe 2

Das ist natürlich eine hochinteressante Konstellation“, freut sich Michael Schwöbel, Trainer des TV Plochingen. „Wenn man nach dem aktuellen Tabellenstand geht, spielen drei der fünf besten Teams in einer Gruppe.“ Dennoch ist klar: Die Plochinger haben den Anspruch, nicht nur die Vorrundengruppe für sich zu entscheiden. „Wir wollen das Turnier gewinnen und dadurch Selbstvertrauen für die Rückrunde tanken“, macht Schwöbel die Ambitionen des favorisierten Drittligisten deutlich. Darüber hinaus ist es für den TVP eine gute Gelegenheit, den von einem Auslandssemester zurückgekehrten Manuel Haas langsam wieder an die Mannschaft heranzuführen. Schwöbel: „Dafür bietet sich so ein Turnier natürlich perfekt an.“

Eine Mannschaft, die ebenfalls vorne mit dabei sein will, ist der TSV Wolfschlugen. Der Württembergligist hat gute Erinnerungen an den vergangenen EZ-Pokal, als der TSV erst im Finale durch ein Last-Minute-Tor von Louis Mönch vom TSV Neuhausen gestoppt wurde. „Das Finale ist natürlich eine reizvolle Sache“, sagt Wolfschlugens Coach Veit Wager, „da wollen wir auch in diesem Jahr wieder hin.“ Der Trainer freut sich jedoch zunächst einmal auf die zwei Vorrundenpartien: „Gegen Unterensingen wird es zur Sache gehen und im Spiel gegen Plochingen versuchen wir, den Favoriten zu ärgern.“

Gegen den SKV Unterensingen haben die Wolfschlugener kürzlich bereits in der Liga gespielt und überraschend deutlich mit 33:20 gewonnen. In der Neckarsporthalle wird sich das Team von Trainer Steffen Rost revanchieren wollen – was wohl auch nötig sein wird, um das Viertelfinale zu erreichen. Seit der langjährige Deizisauer Rost Coach in Unterensingen ist, ist der SKV fast schon Dauergast beim EZ-Pokal.

Gruppe 3

Lost ihr das wirklich aus oder legt ihr das mit Absicht so hin“, fragte Ralf Wagner, Trainer des Landesligisten TSV Denkendorf, nach dem Blick auf die Gruppeneinteilung lachend. „Wir spielen echt jedes Jahr gegen Deizisau.“ Es ging schon alles mit rechten Dingen zu, Timo Zocher vom Ausrichter SG Esslingen hat die Denkendorfer und Deizisauer bei der Auslosung in der EZ-Redaktion zusammengelost. Wagner freut sich natürlich dennoch auf zwei packende Duelle gegen den TSV Deizisau und den TSV Neuhausen. „Die Gruppe ist top. Neuhausen wird ein richtig tolles Spiel und gegen Deizisau wird es aufgrund der jüngsten Entwicklungen zwischen beiden Clubs sicherlich auch interessant.“ Kürzlich hatten die Deizisauer die seit dem Jahr 2001 bestehende Jugendspielgemeinschaft mit Denkendorf zum Saisonende gekündigt.

Neuhausens Coach Markus Locher hat die Titelverteidigung ausgerufen, obwohl er Vorteile beim Drittligaaufsteiger TV Plochingen sieht. „In der Gruppe aber sind wir der klare Favorit, auch wenn in der kurzen Spielzeit viel passieren kann“, sagt er – und bekundet seinen Respekt vor den Gegnern: „Das sind gute Mannschaften mit guten Einzelspielern.“ Locher hofft, dass der lange verletzt fehlende Kapitän Hannes Grundler beim EZ-Pokal wieder Spielpraxis sammeln kann.

Deizisaus Trainer Olaf Steinke schätzt die Gruppe ähnlich ein wie Wagner. „Das werden zwei spannende Spiele – eines gegen einen Krachergegner und das andere gegen einen kommender Ex-Partner“, sagt er und formuliert als Ziel das Viertelfinale. Gleichzeitig warnt Steinke vor zu hohen Erwartungen: „Dass wir am Finaltag noch dabei sein wollen, ist klar. Aber man muss auch realistisch sein, denn wir sind da wie alle anderen Teams auch noch in der Vorbereitung.“

Gruppe 4

Die vierte ist die ausgeglichenste Gruppe. Doch nicht nur das, bei genauerem Hinsehen ergibt sich eine überaus interessante Konstellation – das weiß auch Daniel Kraaz, Trainer des Team Esslingen: „Wenn man vom aktuellen Tabellenstand ausgeht, sind das alles Mannschaften, die in der kommenden Saison in der selben Liga spielen.“ In der Tat, sowohl die Esslinger als auch der TV Reichenbach würden sich nach jetzigem Stand als Landesliga-Topteams für die neu geschaffene Verbandsliga qualifizieren, die Gruppengegner SG Hegensberg/Liebersbronn und HSG Ostfildern kämen aus der Württembergliga hinzu.

Reichenbachs Coach Volker Haiser sieht in dieser Konstellation „einen ganz besonderen Charme“. Für Kraaz liegt darin „eine gute Möglichkeit, um zu schauen, wo man ungefähr steht“. Beide Landesligatrainer formulieren die Zielsetzung vorsichtig. „Wir werden nicht komplett antreten – wir wollen uns gut verkaufen und nicht Gruppenletzter werden“, sagt Haiser vom Tabellenführer der Staffel 3. Und Kraaz, der mit den Esslingern in der Staffel 2 auf Rang vier steht: „Ich denke, wir sind nicht chancenlos – der Final-Montag ist nicht in allzu weiter Ferne.“

Ähnlich sieht es Hegensberg/Liebersbronns Trainer Sinisa Mitranic. Er freut sich ebenfalls auf die ausgeglichene Gruppe: „Zwei gute Landesligisten und zwei Württembergliga-Teams, die im Mittelfeld dabei sind – das passt.“ Routinier Fabian Sokele wird der SG jedoch wegen einer Verletzung nicht zur Verfügung stehen.

Die Ostfildernern hätten beim EZ-Pokal gerne den Nachfolger des kürzlich beurlaubten Trainers Frank Ziehfreund am Start. Doch die Suche während der laufenden Saison gestaltet sich nicht ganz einfach und war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. So wird das Interimsduo Magnus Gründig/Marco Gassmann die Mannschaft wahrscheinlich auch in der Neckarsporthalle betreuen.

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