Die repräsentative Umfrage wurde von zahnzusatzversicherungen-vergleich.com in Zusammenarbeit mit dem Online-Marktforschungsinstitut promio.net im April 2016 unter 1.029 Teilnehmern durchgeführt. Quelle: Unbekannt

Jeder zweite Deutsche braucht Zahnersatz. Trotz gestiegener Kosten und Leistungskürzungen der gesetzlichen Krankenkassen hat aber nur jeder Dritte Deutsche eine Zahnzusatzversicherung. Warum?

Kasse und Patient machen „halbe halbe“

Brücken, Kronen, Stiftzähne, Implantate – mit den vergangenen Gesundheitsreformen wurden die Leistungen für Patienten, die durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) abgesichert sind, bei Zahnersatz, Zahnbehandlungen und kieferorthopädischen Behandlungen gekürzt. Gerade beim Zahnersatz muss tief in die Tasche gegriffen werden, denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur noch den Grundschutz, der nur Basisleistungen umfasst – das Entfernen von Karies und das Füllen der so entstandenen Löcher mit dem preiswertesten Material.

Seit 2005 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen für Zahnersatz sogenannte befundbezogene Festzuschüsse. Seitdem wurden die Versicherten „zunehmend finanziell belastet“, konstatiert der Verband der Ersatzkassen (vdek). Die Implantatversorgungen haben sich seitdem „nahezu verdoppelt“, heißt es dort.

Konkret wird unter dem Strich „halbe halbe“ gemacht: Der Zuschuss der Kassen beträgt lediglich 50 Prozent. Zwar können regelmäßige Untersuchungen und Stempel im Bonusheft den Zuschuss erhöhen, unterm Strich müssen Patienten dennoch oft mindestens die Hälfte zahlen. Möchten Patienten auch noch einen qualitativ höheren Zahnersatz mit hochwertigeren Materialien und eine Anwendung mit modernster Behandlungstechnik, kann das schnell zu einer sehr teuren Angelegenheit werden.

Egal ob Grundversorgung oder Extraversorgung, die Kosten für die privaten Haushalte für Zahnersatz sind seit 2005 stetig gestiegen: Wurden 2005 rund 2,62 Milliarden Euro und 2010 3,02 Milliarden Euro für Zahnersatz (Material- und Laborkosten) ausgegeben, waren es 2014 schon 3,14 Milliarden Euro.

Nur jeder Dritte denkt an die Dritten

Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass nur knapp 34 Prozent der Deutschen eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage unter 1.029 Verbrauchern im Auftrag der Zahnzusatzversicherungs-Experten des Vergleichsportals Zahnzusatzversicherungen-vergleich.com. Demnach haben 66 Prozent keine Zahnzusatzversicherung. Knapp 24 Prozent der Befragten gaben jedoch an, in den nächsten sechs Monaten eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen.

Jeder Zweite hat Zahnersatz

Das ist erstaunlich, denn nur 13 Prozent gaben an, hervorragende Zähne zu haben. Knapp 47 Prozent haben bereits einen Zahnersatz und knapp 28 Prozent haben schon viele Füllungen. Lediglich 7 Prozent betonten, noch keinen Zahnersatz zu haben.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Umfrage im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung: Hier sind es 52 Prozent, die einen Zahnersatz benötigen. Und von den Befragten, die heute noch keinen Zahnersatz haben, geht bei dieser Umfrage mehr als die Hälfte (54 Prozent) davon aus, dass sie später einmal Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Implantate brauchen wird.

Ursachen: Hohe Kosten und Informationsdefizit

Das sollten eigentlich Gründe sein, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Aber hier herrscht bei vielen immer noch Skepsis. Warum eigentlich?

Nach der Umfrage des Vergleichsportals kommen zwei primäre Ursachen zu Tage: die Kosten einer Zahnzusatzversicherung und ein verbreitetes Informationsdefizit. 39 Prozent sagten, dass sie sich die zusätzlichen Leistungen nicht leisten könnten. 18 Prozent fänden nicht den richtigen Tarif und mehr als drei von zehn Bundesbürgern – knapp 31 Prozent – wüssten nicht, welche Leistungen wirklich relevant seien.

Demnach scheint eine defizitäre Informationslage über das sensible Thema Zahnersatz und Zahnzusatzversicherung vorzuherrschen. Dem versucht das kostenlose und unabhängige Portal Zahnzusatzversicherungen-vergleich.com entgegenzuwirken und im Tarif- und Regelversorgungs- und Festkostenzuschuss-Dschungel einen Überblick zu bieten.

Den Überblick finden

Auf dem Portal muss zunächst lediglich das Geburtsdatum angegeben werden. „Man hat sich bewusst gegen die Angabe zusätzlicher Informationen wie die medizinische Vorgeschichte (z.B. fehlende Zähne oder bestehende Parodontose) entschieden, um die Hürde im ersten Schritt so gering wie möglich zu halten“, sagt Lars Weiland, Diplom-Volkswirt und Versicherungsexperte der Informationsplattform. Laut ihm könne der Verbraucher bestimmte medizinische Sachverhalte oft nur schwer selbst einschätzen – dadurch entstünden bereits zu Beginn Missverständnisse, die zu einem verfälschten Testergebnis führen könnten und damit vielleicht auch zur Entscheidung für den falschen Tarif.

Bei den Tarifen können neben dem Eintrittsalter zudem Vorerkrankungen und bestehende Behandlungspläne ausschlaggebend sein. Deshalb empfiehlt der Experte: „Ausschlaggebend sollte nicht allein die Höhe der Beiträge sein. Entscheidend ist, ob der abgedeckte Leistungsumfang stimmt.“ Das heiß, im ersten Schritt müsse entschieden werden, welcher Leistungsumfang für den Versicherten persönlich wichtig sei. Demnach „sollte überlegt werden, welche Leistungen man haben möchte und welche man wirklich braucht. Das verringert die Gefahr, sich unnötige Zusatzleistungen verkaufen zu lassen. Gerade Kombitarife – zum Beispiel für Zahnersatz und Brille – erscheinen auf den ersten Blick günstig, sind aber oft für den Zahnersatz nicht empfehlenswert“, betont Weiland weiter.

Zeitpunkt wichtig

Leider beschäftigen sich viele Menschen erst mit dem Thema Zahnzusatzversicherung, wenn es eigentlich schon zu spät ist und eine teure Behandlung ansteht. „Dann übernimmt auch keine „normale“ Zahnzusatzversicherung die Kosten. Daher ist es sinnvoll, schon in jungen Jahren für die Zukunft vorzusorgen und eine entsprechende Versicherung abzuschließen“, sagt Weiland.

Aber auch in der akuten Situation ist ein Abschluss weiterhin sinnvoll, um bei künftigen Behandlungen die eigenen Kosten zu vermeiden. „Viele wurden durch eine kostenintensive Zahnbehandlung für das Thema sensibilisiert und haben daraufhin beschlossen, ab sofort vorzusorgen“, betont der Versicherungsexperte.

Präventionsleistungen auch relevant

Zu den Basisleistungen, die für GKV-Versicherer zur Orientierung dienen, gehören aber auch Präventionsleistungen. „Eine gute Zahnzusatzversicherung umfasst aus meiner Sicht auf jeden Fall Prophylaxeleistungen wie die professionelle Zahnreinigung und weitere Präventivmaßnahmen, die durch die gesetzliche Krankenversicherung nur in geringem Maße oder überhaupt nicht abgedeckt sind“, hebt Weiland hervor.

Eigentlich eine Binsenweisheit, die aber scheinbar immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden muss: Prävention sollte nicht nur aus eigenem gesundheitlichen Interesse an erster Stelle stehen, sondern auch zum Schutz vor hohen Kosten. Mit einer Zahnzusatzversicherung ist man für beide Fälle gerüstet – die Skepsis ihr gegenüber sollte auf jeden Fall überwunden werden.

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