Viele Kommunen im Kreis Esslingen betreiben angesichts der Trockenheit großen Aufwand, um ihre Bäume mit genügend Wasser zu versorgen.
Nicht nur den Menschen macht die Hitze der vergangenen Wochen zu schaffen. Auch die Natur hat mit den hohen Temperaturen und der Trockenheit zu kämpfen. Viele Kommunen im Landkreis haben alle Hände voll damit zu tun, ihren Pflanzen genügend Wasser zukommen zu lassen. Der Aufwand für den Schutz der Bäume, deren Bedeutung als Schattenspender und CO2-Speicher in Zeiten des Klimawandels wächst, wird immer größer.
Den Gärtnern vom Esslinger Grünflächenamt macht die derzeitige Trockenheit zu schaffen. Denn inzwischen sei der Boden teilweise bis in zwei Meter Tiefe ausgetrocknet. Deshalb sei es sehr wichtig, die Bäume mit Wasser zu versorgen. Vor allem junge Pflanzen würden die ersten fünf Jahre sehr intensiv gegossen, teilt das Grünflächenamt mit. Zudem pflanze die Stadt Esslingen ihre Bäume seit mehr als zehn Jahren in ein spezielles Substrat, das den Pflanzen ideale Voraussetzungen für ein langes Leben biete. Auf Gießsäcke, die um die Stämme gebunden werden und die Bäume über längere Zeit versorgen, versuche man zu verzichten. Denn es sei sehr aufwendig, diese anzubringen und zu entfernen, zudem verursachten sie Plastikmüll und würden von Ameisen und Mäusen gern als Versteck missbraucht.
Auch Axel Noll vom Freiflächenmanagement der Stadt Ostfildern betont: „Eine so extreme Situation wie jetzt ist natürlich schwierig.“ Der Aufwand, den die Stadt für die Bewässerung ihrer Bäume betreibe, sei aktuell sehr hoch. „Unsere Baumkolonne vom Baubetriebshof macht fast nichts anderes mehr als gießen“, so Noll. Und das, obwohl man schon lange versuche, die Baumstandorte bereits im Vorfeld möglichst ideal zu gestalten. So setzt auch Ostfildern seit geraumer Zeit ein wasserspeicherndes Granulat ein, das die Bäume lange mit Feuchtigkeit versorgt, und achtet auf genügend Raum für die Wurzeln. Zudem werden junge Bäume laut Noll drei Jahre lang regelmäßig gegossen. Aktuell seien das 300 der rund 7000 städtischen Bäume. Ziel sei es aber, dass junge Bäume irgendwann selbst klar kommen.
Auch in Plochingen beschäftigt man sich immer intensiver mit dem Thema. Neben dem Gießen setzt man hier aber auch auf Wassersäcke an den Stämmen der Bäume, die besonders stark unter der Trockenheit leiden. Zudem achtet man inzwischen darauf, wärmeresistentere Arten zu pflanzen – insbesondere dort, wo es sehr heiß und trocken wird wie etwa in stark versiegelten Bereichen. Aber auch im Plochinger Stadtwald werden verstärkt klimaresistente Baumarten eingesetzt. Aktuell ist hier zudem der Brandschutz ein großes Thema.
In Nürtingen sind die Mitarbeiter des Bauhofs täglich von 7 bis 16 Uhr mit drei Fahrzeugen im Einsatz, um Bäume und andere Pflanzen zu bewässern. In früheren Sommern seien selbst in der Hochphase meist nur zwei Fahrzeuge im Einsatz gewesen, teilt der städtische Sprecher Clint Metzger mit. Zudem habe man sonst auch mal einen Tag aussetzen können, das sei in diesem Sommer aber nicht der Fall. Auch dem städtischen Wald setze die Trockenheit zu, vor allem bei den Buchen verzeichne man massive Trockenschäden. Zudem fielen derzeit bereits so viele Blätter von den Bäumen wie sonst erst im September.