Im Magazin der Leonberger Brandschützer trifft sich ein nicht unerheblicher Teil der Pferdemarktbesucher. In diesem Jahr haben die Wehrleute ganz besondere Unterstützung bei der Bewirtung.
In der improvisierten Einsatzleitzentrale im Obergeschoss der Feuerwache ist die Stimmung um die Mittagszeit eher nüchtern-unentspannt. „Wir fangen jetzt mit den Straßensperrungen an“, sagt Markus Bittler von der Leonberger Feuerwehr. Er ist dafür zuständig, dass die Organisation klappt. Um ihn herum sitzen Vertreter von THW, Rotem Kreuz, Polizei und Stadtverwaltung an Laptops und Funkgeräten, auf Leinwänden flimmern Übertragungen von Verkehrsknotenpunkten in der Stadt. Auch während des Umzugs überwachen die Spezialisten das Geschehen von hier aus. Um 18 Uhr wird in der Zentrale wieder Ruhe eingekehrt sein – vorausgesetzt, es passiert nichts Unvorhergesehenes.
Besondere Gäste helfen bei der Feuerwehr mit
Ortswechsel, eine Etage tiefer: Die Strapazen der 500 Kilometer langen Anreise sieht man ihnen gar nicht an. „Wir sind gestern angekommen“, sagt Matthias Höller, Gruppenkommandant der Feuerwehr Kaltern in Südtirol. Gemeinsam mit fünf Kameraden steht er in der Ausschankbude im Außenbereich der Feuerwehrbar. Das Sextett stattet der Partner-Wehr in Leonberg einen Besuch ab, um beim Pferdemarkt tatkräftig mit anzupacken. „Und im Herbst haben wir bei uns ein Fest, da kommen dann Leute aus Leonberg“, so Höller, während er um kurz nach 12 Uhr am Dienstagmittag zwei Waldhexen mit Getränken versorgt.
Noch ist es um die Bar ziemlich leer. Der große Ansturm kommt traditionell erst nach dem Umzug. Und natürlich ist die Delegation aus Italien nicht nur zum Arbeiten da. „Heute Abend feiern wir schon auch mit“, so Höller. Was der Leonberger Pferdemarkt überhaupt ist, wissen die Südtiroler sehr gut – privat waren sie schon einmal hier.
Herzstück der Wache am Pferdemarkt: Die Bewirtung in der Fahrzeughalle
Und dann wäre da noch das Herzstück des Betriebs in der Wache: die Bewirtung in der Halle. Da ist pünktlich zur Mittagessenszeit einiges los. „Ha no trenkat mer halt oin oder zwoi“, lautet nicht nur einmal das Motto, um sich für den Pferdemarkt-Dienstag einzustimmen. Und man muss nicht mal besonders gut hinhören, um zu realisieren: Hier trifft sich gefühlt jeder, egal ob jung oder alt. Menschen, die sich das ganze Jahr über nicht gesehen haben, grüßen und freuen sich, halten Schwätzchen vor und in der Wache. Es fällt unter anderem der Satz: „Alles was keinen Rang und keinen Namen hat, geht da rein.“
Rang und Namen hat Volker Röckle sehr wohl. Der Abteilungskommandant der Leonberger Feuerwehr sagt: „Bis um 11 Uhr war hier gar nichts los. Aber jetzt läuft es an.“ Für gewöhnlich sei bei schlechtem Wetter mehr los als bei gutem. „Deshalb bin ich angenehm überrascht“, fügt er angesichts des Sonnenscheins hinzu.
Nur wenig später wird es noch voller in der Wache, wo die Menschen in langen Schlangen auf ihr Essen und ihre Getränke warten: Der Fanfarenzug Ummendorf marschiert unter rhythmischem Getrommel ein, um für die Gäste aufzuspielen – während draußen eines der vermeintlich wichtigsten Gespanne dieser Pferdemarkt-Tage die Wache erreicht: der THW-Ortsbeauftragte Matthias Schultheiß, Feuerwehr-Gesamtkommandant Wolfgang Zimmermann und Polizeirevierleiter Sven Schüler. Schließlich laufen im ersten Stock die Fäden zusammen.