Ein Transportflugzeug der Bundeswehr ist am Montag in nur 183 Metern Höhe über die Region geflogen und sorgte für Aufsehen. Es gab aber noch weitere Sichtungen von Militärfliegern.
Wer am Montagmittag, 14. Juli, gegen 13 Uhr in Marbach und Umgebung seinen Blick gen Himmel richtete, dürfte einen kurzen Schreck bekommen haben. Ein Transportflugzeug der Bundeswehr flog im Tiefflug – genauer auf 183 Meter – und mit 550 km/h über die Region hinweg.
Wie ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr mitteilte, führte das Flugzeug des Typs A-400M des Lufttransportgeschwader 62 einen Trainingsflug von Wunstorf zurück nach Wunstorf mit Zwischenlandungen an den Flugplätzen Hessental und Zweibrücken durch. Der Flug wurde laut dem Sprecher unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen durchgeführt.
Anwohner befürchteten Notlandung
In den Social-Media-Kanälen der Region wurde der Vorfall derweil rege diskutiert. „Es sah nach einer Notlandung aus. Die Flughöhe war verdammt niedrig“, schreibt eine besorgte Nutzerin in der Facebook-Gruppe „Die Marbacher“. „Ja, genau vor mein Küchenfenster. Das war ein Schreck heute“, bestätigt eine weitere Nutzerin.
Besatzung übt für den Ernstfall
Dass die Flugzeuge so niedrig fliegen, ist nicht ungewöhnlich. Besatzung und Maschine üben realitätsnahe militärische Szenarien wie Luftverteidigungseinsätze, Luftnahunterstützung oder Tiefflüge, um sie im Ernstfall zu beherrschen. „Grundsätzlich ist militärischer Flugbetrieb überall in Deutschland zulässig und ist nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden, um diese Flugbewegungen möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen“, so ein Sprecher.
Die dabei einzuhaltende Mindesthöhe für Transportflugzeuge beträgt etwa 300 Meter über Grund. Diese für den militärischen Tiefflug geltende Mindesthöhe darf nach vorheriger Anmeldung in wenigen, aber unverzichtbaren, festgelegten Ausnahmen auf etwa 150 Meter über Grund reduziert werden. Beim Überflug von Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern ist für Transportflugzeuge eine Mindesthöhe etwa 600 Meter über Grund einzuhalten.
Großteil der Ausbildung wird am Simulator durchgeführt
„Zwar werden heute bereits große Teile der fliegerischen Ausbildung ressourcen- und umweltschonend unter Nutzung von Simulatoren durchgeführt“, so der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. Die Durchführung von Ausbildungs- und Übungseinsätzen in einem realen Umfeld bleibe dennoch unumgänglich.
Auch Flüge am Flughafen Stuttgart
Auch am Flughafen Stuttgart fanden am Dienstag, 15. Juli, Flüge im Rahmen des täglichen Aus- und Weiterbildungbetriebs statt. Zwei leichte Mehrzweckhelikopter der Bundeswehr vom Typ EC-145 und ein Kampfjet der Bundeswehr des Typs Tornado waren im Bereich Leinfelden-Echterdingen und am Flughafen Stuttgart zu sehen.
Allgemeine Informationen zum militärischen Flugbetrieb hat das Luftfahrtamt der Bundeswehr auf ihrer Homepage bereitgestellt. Ebenso gibt es ein Bürgertelefon, an das sich die Bevölkerung auch unmittelbar mit Ihren Beobachtungen wenden kann.