Frank Ziehfreund, der zuletzt ein Jahr Handball-Pause einlegte, übernimmt den Posten bei der HSG Ostfildern. Foto: Rudel - Archivfoto Rudel

Beim Handball-Landesligisten HSG Ostfildern wird – nicht unerwartet – am Saisonende ein Trainerwechsel stattfinden. Michael Schwöbel und Co-Trainer Marc Schwöbel hören auf, neuer Coach wird ein alter Bekannter: Frank Ziehfreund, ehemaliger Trainer des Team Esslingen, des HC Wernau und der SG Leonberg/Eltingen.

Von Hannes Kern

Ostfildern – Michael Schwöbel informierte den Sportlichen Leiter Heiko Kuhnhäuser Ende November vergangenen Jahres, dass er nach fünf Jahren zusammen mit seinem Bruder Marc aufhören möchte. Der Coach will entweder eine Pause vom Handball einlegen oder vielleicht einen anderen Verein übernehmen. Außerdem könnte seiner Meinung nach ein Wechsel auf dem Trainerposten in Ostfildern neue Impulse setzen. „Ich habe jedenfalls keine Probleme mit der Mannschaft und überlege einfach, nach so langer Zeit etwas Neues zu machen“, sagte Michael Schwöbel. Früher oder später wird er „auf jeden Fall wieder etwas mit Handball zu tun haben“.

Kuhnhäuser akzeptierte die Entscheidung des Trainers und machte sich auf die Suche nach einem Nachfolger. Er nahm Kontakt zu Ziehfreund auf und erzielte schließlich mit dem Realschullehrer eine Einigung. Ziehfreund hatte zuletzt ein Jahr pausiert. „Beide Seiten sind überzeugt, ein gutes Konzept zu haben, das die Mannschaft weiterbringen kann“, erklärte Kuhnhäuser. Mittelfristig ist das Ziel der HSG, wieder in die Württembergliga aufzusteigen.

Diese Erwartungshaltung ist auch Ziehfreund bekannt, der sich deshalb jedoch nicht unter Druck gesetzt fühlt. „Der Anspruch muss sein, wieder nach oben zu kommen“, sagte der kommende HSG-Trainer. Ziehfreund hat in den Gesprächen mit der HSG das Gefühl gewonnen, „dass es richtig Spaß machen könnte“. Vor allem die Aufgabe, mit jungen Spielern zu arbeiten, imponiert ihm. „Die HSG hat konsequent auf eigene Spieler gesetzt. Das wird sich irgendwann auszahlen.“

Ziehfreund ist es wichtig zu betonen, dass die Initiative der Trennung von Schwöbel ausgegangen ist. „Das ist sauber über die Bühne gegangen. Ich hätte es anders auch gar nicht gemacht“, sagte Ziehfreund und fügte hinzu: „Die HSG hat Schwöbel viel zu verdanken.“

„Eine verflixte Saison“

Der zum Saisonende scheidende Trainer hatte das Amt des HSG-Cheftrainers fünf Jahre lang inne, war auch Sportlicher Leiter, stieg mit der Mannschaft in die Württembergliga auf und wieder ab. In der vergangenen Saison scheiterte Ostfildern in der Relegation und musste in der Landesliga bleiben. Die Enttäuschung war groß. Schließlich spielt die A-Jugend der HSG in der Bundesliga. Doch der Sprung in den Aktivenbereich ist offensichtlich größer, als viele gedacht haben und keine Erfolgsgarantie im Aktivenbereich. Vor der neuen Saison erfolgte ein großer Umbruch, und Schwöbel stapelte von Beginn an in Sachen Zielsetzung tief. „Im vorderen Drittel“ wollte er am Ende mit der Mannschaft landen.
Derzeit steht die HSG mit 16:12 Punkten auf Platz vier in der Tabelle mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. „Es ist eine verflixte Saison“, sagte Schwöbel. Zum einen hatte Ostfildern großes Verletzungspech, wichtige Rückraumspieler fielen aus. Beim EZ-Pokal zog sich zudem Daniel Kögler eine Gehirnerschütterung zu. Ob er am Samstag beim Rückrundenstart bei der HSG Rietheim-Weilheim spielen kann, ist noch nicht klar. Außerdem verlor die HSG einige Spiele nur mit einem oder zwei Toren Unterschied, was eine bessere Bilanz verhinderte.

Trotz allem hat Schwöbel die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Wir werden in der Rückrunde noch einmal voll angreifen“, sagte er kämpferisch. Ein Aufstieg mit der HSG zum Abschied wäre nicht das Schlechteste für Schwöbel.

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