Andreas Hinkel ist wieder Trainer beim VfB Stuttgart II. Foto: Baumann - Baumann

Hinkel ist ab sofort neuer Cheftrainer der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart, die in der Regionalliga Südwest gegen den Abstieg kämpft

StuttgartAm Sonntagabend trottete Andreas Hinkel noch in Frankfurt enttäuscht aus der Commerzbank-Arena. Das Bundesligateam des VfB Stuttgart, dessen Trainerteam Hinkel angehört, hatte gerade 0:3 bei der Eintracht verloren. Viel Zeit, sich darüber zu ärgern, blieb dem ehemaligen Nationalspieler aber nicht. Denn am Montagvormittag hatte er schon eine neue Aufgabe übernommen.

Hinkel ist ab sofort neuer Cheftrainer der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart, die in der Regionalliga Südwest gegen den Abstieg kämpft. Und die von den vergangenen sieben Spielen seit dem Neustart nach der Winterpause nur eines hat gewinnen können. „Mit dem Trainerwechsel bei unserer U 21 und der neuen Zuständigkeit bei der sportlichen Leitung reagieren wir auf die negative sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate“, begründet Thomas Hitzlsperger die Entscheidung gegen Marc Kienle, der bislang sowohl Trainer als auch Sportlicher Leiter der höchsten Nachwuchsmannschaft des VfB war.

Die Aufgabe der Sportlichen Leitung übernimmt Michael Gentner. Der Bruder von VfB-Kapitän Christian Gentner ist bereits Sportlicher Leiter der Teams U 15 bis U 19. Der eigentliche Plan war, das in der Vorrunde stark verjüngte und auch personell ausgedünnte Team durch Neuverpflichtungen in Richtung sicherem Klassenverbleib zu entwickeln. „Wir wollten gemeinsam mit Marc Kienle die Trendwende schaffen“, sagt Hitzlsperger. Doch exakt dies gelang nicht.

Als 15. der Tabelle schwebt der VfB II weiter in akuter Abstiegsgefahr, da es – auch durch den fast sicheren Abstieg des VfR Aalen aus der Dritten Liga – wohl sicher vier Absteiger aus der Regionalliga geben wird. Sollte auch die SG Sonnenhof Großaspach aus der dritten Liga absteigen, würde dem VfB II nicht einmal Platz 14 reichen. Auf den sicher rettenden Rang 13 fehlen dem Team derzeit vier Punkte.

Hinkel, der das Team bereits vor dieser Saison eineinhalb Jahre betreut hat, sitzt zum ersten Mal am Freitag im Spiel bei der TSG Balingen auf der Bank. Erst vor einigen Tagen hat der 37-Jährige die Ausbildung zum Fußballlehrer erfolgreich abgeschlossen. Während dieser Ausbildungsphase war Hinkel meist beim Bundesligateam des VfB als Co-Trainer dabei. „Andreas Hinkel kennt die Rahmenbedingungen im Nachwuchsbereich sehr gut und ist nach unserer Einschätzung die ideale Besetzung, um schnell für die notwendigen Impulse zu sorgen“, sagt Hitzlsperger.

Hinkel sieht das Unternehmen Klassenverbleib als „große Herausforderung“. Vor dieser Saison wurde aus dem bisherigen U-23-Team eine U-21-Mannschaft, die Kaderstärke wurde reduziert. Teilweise musste das Team mit nur zwei Feldspielern als Ersatz zu Auswärtsspielen reisen. In der Winterpause wurden die Routiniers Marc Stein und Benedikt Koep verpflichtet, um zu stabilisieren. Kienles Vertrag lief noch bis zum Ende der laufenden Saison.

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