Totenkopfäffchen Lissi säugt zwei Jungtiere: ihr eigenes und ein adoptiertes. Foto: Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter/Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

Bei den Totenkopfäffchen in der Wilhelma in Stuttgart gibt es Nachwuchs und zwar gleich doppelt. Dabei sind Zwillingsgeburten bei diesen Primaten selten. Was steckt dahinter?

Stuttgart - Am Außengehege der Affen in der Stuttgarter Wilhelma sind derzeit seltene Szenen zu beobachten. Zwei winzige Schwarzkappen-Totenkopfäffchen hängen kopfüber an der Brust der Mama. Sind das etwa Zwillinge?

Nein, denn Zwillingsgeburten sind bei diesen südamerikanischen Primaten selten. Seit Ende April haben in der Wilhelma insgesamt vier Totenkopfäffchen Nachwuchs bekommen. Um den Nachwuchs kümmern tun sich aber lediglich drei der Weibchen und eine hat doppelt zu tragen: Muttertier Lissi. „Ein anderes Weibchen muss ihr Kleines direkt nach der Geburt an Lissi übergeben haben“, so die Pressemitteilung der Wilhelma.

Wer sind die leiblichen Eltern?

Dass sich die Affen – beispielsweise Geschwister – untereinander die Pflege der Neugeborenen teilen, ist indes nicht ungewöhnlich. „Aber zum Säugen müssen sie es zur Mutter zurückbringen, weil sie selbst keine Milch haben“, erklärt Marianne Holtkötter, Kuratorin für die Affen im Zoologisch-Botanischen Garten. „Daher ist es außergewöhnlich, dass eine Mutter, die ein eigenes Baby zu versorgen hat, ein zweites adoptiert und als Amme stillt.“

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Und wer ist nun die eigentliche Mutter des Findelkinds? Das bleibt wohl ein Rätsel. In der 17-köpfigen Gruppe ist lediglich klar, wer der Erzeuger ist: Illampu. Der Affe kam 2017 aus einem südfranzösischen Zoo nach Stuttgart. Das bedeutet auch, dass die Totenkopfbabys in der Wilhelma Halbgeschwister sind.

Für die Wilhelma ist wichtig, dass es den kleinen Äffchen gut geht, egal wer sich kümmert. Und das ist der Fall. Die Kleinen hauen ganz schön rein und sind schon halb so groß wie die ausgewachsenen Tiere im Gehege. Die Schwarzkappen-Totenkopfäffchen werden etwa 30 Zentimeter groß und ein Kilogramm schwer. Sie sind in den Regenwäldern Boliviens und Brasiliens beheimatet.

Besucher werden gebeten, bei den Affen Maske zu tragen

Die Totenkopfäffchen gehören laut der Wilhelma zu den Publikumsmagneten, „bei Nachwuchs ganz besonders“, so Holtkötter. Da diese Tiergruppe sich beim Menschen mit dem Coronavirus anstecken könne, sei besondere Rücksicht gefordert. Wer die neugierigen Äffchen beobachten möchte, muss vor den Außengehegen eine Nasen-Mund-Schutz tragen, denn sie kommen den Besuchern sehr nahe. „Von den Äffchen lässt man sich schnell in den Bann ziehen. Umso wichtiger ist es, dass die Gäste ihren Mund-Nasen-Schutz richtig tragen und die Tiere nicht füttern“, betont die Kuratorin. „Es wäre bitter, wenn wir durch Nachlässigkeit Tiere verlieren würden.“

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