Der Handballer des TV Plochingen ist für das Tor des Monats Oktober nominiert.
Plochingen - Tor des Monats? Da denkt jeder an Fußball. An die Sportschau. Den Älteren fällt etwa Klaus Fischer ein. Aber auch im Handball gibt es es ein Tor des Monats. Das kürt kein Fernsehsender, sondern die Liga selbst auf ihrer Internetseite. Wie bei den Kickern sind hier mittlerweile auch Treffer dabei, die nicht in der Bundesliga oder bei Länderspielen erzielt wurden. Im Gegensatz zum Fußball stehen nicht fünf, sondern sechs Tore zur Wahl – für das Tor des Monats Oktober ist auch Jannik Hausmann vom Drittligisten TV Plochingen nominiert. Die Abstimmung läuft noch bis zum 20. November.
Der Treffer, den Hausmann in der ersten Hälfte des ersten Saisonspiel für sein neues Team erzielte, erzählt auch so schon eine besondere Geschichte. Der Linkshänder war vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten gekommen – und trat zum Auftakt gleich bei seinem Ex-Club an, wenn auch bei der zweiten Mannschaft.
Christos Erifopoulos setzt Hausmann auf Rechtsaußen in Szene, der schiebt sich gekonnt an einem Balinger vorbei, steigt hoch – und zwirbelt den Ball aus spitzem Winkel mit einer Drehung am Torhüter vorbei ins Netz. Sehr cool. Es ist das 13. Tor der Plochinger, der HBW hat schon 18.
„Ich erinnere mich gar nicht mehr so genau daran, was ich in dieser Zehntelsekunde gedacht habe“, erzählt Hausmann, „ich wusste ja, dass Mario Ruminsky ein guter Torhüter ist und habe versucht, den Ball so an ihm vorbei ins Tor zu bringen.“ Dass es anschließend auch von den Heim-Zuschauern viel Applaus gab, freut ihn. Offenbar hat ihnen die Aktion gefallen – und sie haben den 26-jährigen Ur-Balinger in angenehmer Erinnerung. „Ich habe auch an den Reaktionen gleich gemerkt, dass es ein schönes Tor war“, sagt der Kunsttorschütze.
Es war ein außergewöhnlicher Wurf – aber nicht unbedingt für Hausmann selbst. „Die Kameraden werden bestätigen, dass ich das in fast jedem Testspiel mal gemacht habe, und der Ball war immer drin“, erzählt der Schütze.
Zu hoch hängen möchte Hausmann die Sache aber nicht. „Wir lagen zu diesem Zeitpunkt ja noch zurück“, erinnert er sich. Aber das änderte sich, weshalb Plochingens Trainer Michael Schwöbel sagt: „Das Tor ist zwar in der ersten Hälfte gefallen. Aber am Ende war es mit entscheidend, weil wie ja mit einem Tor gewonnen haben.“ 30:29 hieß das überraschende Endergebnis zugunsten der Plochinger.
Schwöbel freut sich natürlich, dass sein neuer Schützling in der Auswahl ist und dass die Plochinger Verantwortlichen und Fans auf allen zur Verfügung stehenden sozialen Kanälen Werbung machen. „Da sind ein bis zwei andere schöne Tore dabei. Aber dieser Heber-Dreher ist technisch schon sehr anspruchsvoll“, sagt der Coach und fügt lachend hinzu: „Ich kenne einige Spieler, die hätten sich da die Schulter ausgekugelt oder die Hand verstaucht.“
Hausmann widerspricht nicht, hat aber auch für die anderen Treffer in der Auswahl etwas übrig. „Mein Tor war sicher anspruchsvoll, aber es waren einige Tore dabei, die einen größeren Highlight-Faktor haben“, erkennt er an – und nennt seinen Favoriten: „Wie der bei einem Tempogegenstoß den Ball mit einer Hand fängt und direkt versenkt, das war schon gut anzuschauen“, sagt er und ergänzt grinsend: „Das war auch ein Linkshänder.“ Er meint Tor Nummer fünf von einem gewissen Lars Langer vom HSV 1990 Apolda. Wenn der Handballer aus der Mitteldeutschen Oberliga am Ende gewinnt, würde Hausmann sportlich fair gratulieren.
Er freut sich aber natürlich über jede Stimme für Tor Nummer zwei, für Jannik Hausmann vom TV Plochingen.
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