2018 feierte beim EZ-Pokal - wie so oft in den vergangenen Jahren - der TSV Neuhausen. Foto: Rudel - Rudel

Neuhausen geht beim 25. EZ-Pokal als Favorit ins Turnier. Plochingen und Zizishausen sind die schärfsten Konkurrenten. Drei Bezirksligisten treffen sich in einer Gruppe.

EsslingenDer EZ-Pokal wird 25 und auch im Vorfeld des Jubiläumsturniers stellen sich die traditionellen Fragen: Gewinnt der Drittligist und Titelverteidiger TSV Neuhausen zum dritten Mal in Folge den Wanderpokal? Welche Rolle spielen die ebenfalls zum Favoritenkreis zählenden Teams aus Plochingen und Zizishausen beim Kampf um den Turniersieg? Oder gelingt einem Außenseiter eine Überraschung? Sicher ist - es wird spannend! Das ist die Situation in den Gruppen:

Gruppe 1

Als Ausrichter des diesjährigen EZ-Pokals will sich die SG Hegensberg/Liebersbronn laut Trainer Jochen Masching „natürlich gut präsentieren. Wir wollen versuchen, weiterzukommen, doch im Vordergrund steht die Vorbereitung auf die Rückrunde“. Neben dem „favorisierten“ TV Plochingen und dem „nicht zu unterschätzenden“ TSV Köngen geht es für die SG ausgerechnet gegen die SKV Unterensingen. Nur eine Woche später treffen die beiden Teams in der Württembergliga aufeinander.

Also auch für die SKV Unterensingen eine richtige Generalprobe. Das Team von Trainer Steffen Rost, der das Turnier als „guten Start in die Rückrunde“ ansieht, macht sich berechtigte Hoffnungen auf den Einzug ins Viertelfinale. „Wir würden natürlich gerne weiterkommen“ meint Rost und ergänzt: „In dieser kurzen Spielzeit kann es Überaschungen geben, vor allem in dieser anspruchsvollen Gruppe – das macht auch den Reiz des EZ-Pokals aus.“

Nachdem die Mannschaft vor einem Jahr fehlte, weil sie in der Liga antreten musste, wird der TV Plochingen in diesem Jahr hoch gehandelt. Doch Trainer Daniel Brack warnt: „Das ist schon eine starke Gruppe, mit ambitionierten Gegnern“. Außerdem wird der TVP ohne Training in das Turnier gehen. „Der ein oder andere Spieler wird womöglich fehlen“, erklärt Brack, betont aber: „Wir wollen uns gut präsentieren und natürlich die K.O.-Runde erreichen“. Im Vordergrund steht jedoch die Vorbereitung auf die Rückrunde in der Baden-Württemberg-Oberliga und „selbstverständlich, dass sich keiner verletzt“.

Für den TSV Köngen geht die Saison in der Landesliga erst drei Wochen nach dem EZ-Pokal, am 26. Januar, weiter. Aufgrund dieses zeitlichen Abstands misst Trainer Moritz Eisele dem Turnier auch keine so große Bedeutung für die Vorbereitung bei, wie die meisten seiner Kollegen: „Es geht für uns darum, uns zu präsentieren und Spaß zu haben.“ Vor allem für die Jüngeren sei das Turnier „eine tolle Sache“. Köngens Gruppengegner schätzt Eisele allesamt höher ein, sagt jedoch: „In einem Turnier mit solch kurzer Spielzeit passieren oft verrückte Dinge, es ist alles möglich.“

Gruppe 2

Als vermeintlich schwächste Mannschaft der Gruppe sieht Volker Haiser, Trainer des TV Reichenbach, nur „eine kleine Chance“ auf das Erreichen des Viertelfinales. Für ihn steht vor allem der Aspekt der Vorbereitung für die Rückrunde im Vordergrund. Der EZ-Pokal ist eine „gute Möglichkeit, um nach der Winterpause gut aus den Startlöchern zu kommen“. „Wir wollen trotzdem eine vernünftige Leistung zeigen“, meint Haiser. Verstecken braucht sich der TVR als Spitzenteam der Landesliga vor den großen Gegnern allerdings keineswegs, zumal das Selbstvertrauen entsprechend groß sein dürfte.

Das sieht Olaf Steinke vom TSV Deizisau ebenso. „Alle drei sind interessante Gegner“, meint der Trainer und betont: „Wir messen uns gerne mit starken Teams.“ Zudem geht der TSV „in jedes Spiel, um es zu gewinnen – auch bei diesem hochklassigen und spannenden Turnier“. Für Steinke, der allerdings privat verhindert fehlen wird, ist der EZ-Pokal auch dazu da, um „nach der langen Pause wieder Tritt zu fassen“.

Neben dem TSV Deizisau befindet sich ein weiterer Württembergligist in der Gruppe – die HSG Ostfildern. Trainer Frank Ziehfreund freut sich auf das Turnier, das „wie ein Familientreffen ist“. Der Coach schätzt die verschiedenen Facetten des Pokals: „Es wird viel Handball gespielt, man sieht aber auch einige Gesichter und Bekannte wieder.“ Mit Blick auf das Abschneiden seines Teams ist Ziehfreund zurückhaltend: „Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen.“

Für den Baden-Württemberg-Oberligisten, Vorjahresfinalisten und Gruppenfavoriten TSV Zizishausen ist diese „Riesenveranstaltung“ sogar der Beginn der Wintervorbereitung. „Wir haben unser erstes Spiel im neuen Jahr erst im Februar“, wie Geschäftsführer Alexander Himpel erklärt. Die Gruppe ist für ihn „sportlich attraktiv“ und die kurze Spielzeit „doppelt interessant“. Nach der Trennung von Trainer Vasile Oprea möchte die Mannschaft angeführt von Kapitän Timo Wolf und dem neuen Interimstrainer (bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt) „gerne wieder das Finale erreichen“, wie Himpel betont. Vielleicht dieses Mal sogar mit einem Happy End.

Gruppe 3

Eckard Nothdurft, der Trainer des Drittligisten und Titelverteidigers TSV Neuhausen, ist als ehemaliger Bundesligaspieler viel rumgekommen. Beim EZ-Pokal war er aber noch nie. „Ich habe von vielen Seiten mitbekommen, dass das Turnier einen hohen Stellenwert besitzt. Ich bin gespannt darauf, das zu erleben“, sagt er. Und er weiß auch „um die Erwartungshaltung von außerhalb und innerhalb des Vereins“. Die lautet: Die Neuhausener sind erneut der klare Favorit. Nothdurft hat angekündigt, extra frühzeitig das Training anzuziehen. Ein Erfolgserlebnis jedenfalls täte der Mannschaft gut: „Davon hatten wir in der laufenden Runde ja nicht so viele.“ Auch auf die Gruppenspiele freut sich Nothdurft. „Gegen JANO zu spielen, wird interessant“, sagt er über die Filder-A-Jugend. „Und Wolfschlugen spielt eine super Runde, ich habe gehört, dass mein Kollege da einen klasse Job macht“.

Der gelobte Kollege Veit Wager ist ebenfalls voller Vorfreude auf das Spiel des TSV Wolfschlugen gegen Neuhausen. „Das ist immer reizvoll. So schnell werden wir in der Liga nicht mehr aufeinandertreffen – ich bin davon überzeugt, dass Neuhausen den Klassenverbleib schafft“, sagt der Coach des Aufstiegskandidaten aus der Württembergliga. Und erzählt: „Eckard Nothdurft war mein Ausbilder. Ich habe bei ihm vor langer Zeit die C-Lizenz gemacht.“

Auch auf das Team Esslingen „und meinen alten Deizisauer Weggefährte Daniel Kraaz“ freut sich Wager. Kraaz wiederum spekuliert mit dem Team „in der kurzen Spielzeit vielleicht auf eine Überraschung gegen Wolfschlugen“. Für die Esslinger ist das Turnier „eine gute Plattform. Vergangenes Jahr hat das gut geklappt. Auch wenn wir das Viertelfinale nicht erreicht haben, war ich mit der Leistung sehr zufrieden“.

Auf JANO Filder freuen sich alle – und die JANO-Jungs freuen sich ebenfalls auf die Teilnahme „und werden sich voll reinhängen“, wie Trainer Günter Grimm verspricht. „Für sie ist das eine riesen Sache.“ Allzu große Hoffnung auf ein Weiterkommen macht sich Grimm nicht: „Die Gruppe ist die schwerste, die wir bekommen konnten. Aber wir werden uns auf jeden Fall so gut verkaufen, wie es geht.“

Gruppe 4

Auch in diesem Jahr besteht die Gruppe 4 aus aus einem Bezirksliga-Trio und einem Team aus der Kreisliga A. Nach dem starken Auftritt vor einem Jahr, erhoffen sich die Verantwortlichen des TSV Denkendorf Ähnliches. „Wir wollen natürlich gerne weiterkommen“, erklärt Trainer Ralf Wagner, „um auch der jungen Mannschaft die Chance zu geben, sich mit den ganz Großen zu messen“. Einfach wird das in dieser recht ausgeglichenen Gruppe allerdings nicht. „Die Mannschaft hat sich seit dem vergangenen Jahr super weiterentwickelt“, erklärt Wagner und betont: „Wir wollen mit modernem, schnellem Handball zeigen, was wir können“.

Für Michael Abele und HSG Ebersbach/Bünzwangen kommt der EZ-Pokal, auf den er mit voller Vorfreude blickt, zur rechten Zeit. „Der Termin ist ideal, um wieder in den Spielrhythmus zu finden“, meint der HSG-Coach. Schließlich hat auch die HSG eine lange Winterpause zu überstehen. Doch auch für ihn ist die Gruppe mit zwei Bezirksligakonkurrenten „fordernd“. Trotzdem „freuen wir uns und wollen die K.O.-Runde erreichen“, sagt Abele.

Christoph Lanfermann, Trainer des TSV Grabenstetten, will das Turnier vor allem nutzten, um „die lange Winterpause zu überbrücken“. Mit dem TSV Urach war Lanfermann schon einmal in der Neckarsporthalle dabei. „Ich habe den EZ-Pokal als gutes Vorbereitungsturnier in Erinnerung. Die Gruppe ist interessant“, sagt er – und hofft auf das Weiterkommen, um sich dort mit einem noch stärkeren Gegner zu messen.

Der Underdog der Gruppe ist die SG Esslingen aus der Kreisliga A. Das Team von Trainer Erwin Kreiter sieht sich auch klar in dieser Rolle. „Wir wissen natürlich, wo wir stehen“, meint Esslingens Torwart Benedikt Schrade, „unser Ziel ist es, uns so teuer wie möglich zu verkaufen.“ Die Ausgangslage ist klar: Gegen die drei Bezirksligisten wird es für die SGE schwer werden. Trotzdem wird sich die Mannschaft nicht von Beginn an geschlagen geben, sondern gegen die höherklassigen Gegner alles geben, um möglicherweise für eine Überraschung zu sorgen. Eine große Rolle dabei spielt sicherlich auch die Spielzeit von nur zwei mal 15 Minuten.

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