Beim klassischen Vollfasten werden dem Organismus ausschließlich Wasser und ungesüßte Tees zugeführt. Foto: Pixabay

Das Fasten ist ein Ritual, das in den meisten religiösen Traditionen eine wichtige Rolle spielt. Dabei geht es meist vor allem darum, sich geistig zu reinigen und wieder auf das Wesentliche zu fokussieren. Das Heilfasten, welches bereits von dem antiken griechischen Arzt Hippokrates angewandt wurde, dient insbesondere der Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Dabei gibt es eine Vielzahl verschiedener Techniken und Methoden, auf die in Fastenkliniken und Kuren zurückgegriffen wird.

Das klassische Vollfasten kommt ohne jegliche Nahrung aus. Dabei werden dem Organismus ausschließlich Wasser und ungesüßte Tees zugeführt. Diese Fastenart ist allerdings äußerst herausfordernd für den Organismus und daher nur gesunden und stabilen Personen zu empfehlen. Das Heilfasten nach Buchinger ist hingegen eine etwas sanftere Methode. Bei ihr dürfen die Fastenden auch Gemüsebrühe und Saft zu sich nehmen.

Weitere Methoden, die eher einfach umsetzbar sind, sind das Saftfasten, das Hildegard-Fasten und das Basenfasten. Die basenüberschüssige oder basische Ernährung kann auch unabhängig von strengen Fastenkuren in den Alltag integriert werden. Sie besteht hauptsächlich aus frischem Obst und Gemüse und eignet sich daher auch langfristig zur Unterstützung eines gesunden Lebensstiles. 

Intervallfasten

Anders als beim klassischen Fasten wird beim Intervallfasten nicht für längere Zeit komplett auf Nahrung verzichtet. Stattdessen unterteilt man den Tag in Zeiträume, in denen gegessen und Zeiträume, in denen gefastet wird. Besonders beliebt ist das sogenannte 16:8-Modell. Das bedeutet, dass das Fenster der Nahrungsaufnahme täglich acht Stunden beträgt – beispielsweise zwischen 12 und 20 Uhr. In der restlichen Zeit, also zwischen 20 Uhr und 12 Uhr, wird gefastet.

Ein anderes Modell trägt den Namen 5:2. Hierbei wird an fünf Tagen pro Woche gegessen und an zwei ganzen Tagen gefastet. Der Hintergrundgedanke ist der, dass wir Menschen in prähistorischen Zeiten auch nicht ständig Nahrung zur Verfügung hatten. Unser Magen-Darm-Trakt ist daher nicht dazu ausgelegt, ständig verdauen zu müssen. Zu häufige Nahrungsaufnahme und folglich eine ständige Insulinzufuhr können dazu beitragen, dass die Bauchspeicheldrüse ermüdet. Im schlimmsten Fall kann sich dadurch Diabetes Typ 2 entwickeln – dem sich durch das Intervallfasten gut vorbeugen lässt.

Gesundheitliche Vorteile des Fastens

Verfechter des Intervallfastens berichten, sich gesünder, fitter und leistungsfähiger zu fühlen. Noch dazu kann das Fasten dabei helfen, überschüssige Pfunde loszuwerden – insofern das Ihr Ziel ist. Man geht davon aus, dass Fasten insgesamt positive Auswirkungen auf die Gehirn-Leistung, das Herz-Kreislauf-System und die psychische Belastbarkeit hat. Es soll Entzündungsprozesse im Körper abmildern und dabei helfen, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Da der Körper nicht ständig Energie für die Verdauung bereitstellen muss, kann er diese stattdessen verwenden, um die „inneren Baustellen“ anzugehen. Außerdem hilft Fasten dabei, den Stoffwechsel zu normalisieren und zu optimieren. Muskeln regenerieren sich schneller und beim Sport können bessere Erfolge verzeichnet werden.

Fasten ist jedoch keine Wunderlösung, um langfristig abzunehmen. Zwar kann man durch eine sehr geringe Nahrungsaufnahme innerhalb kurzer Zeit viel Gewicht verlieren. Sofern man danach wieder zu den alten Ernährungsgewohnheiten zurückkehrt, sind die Pfunde jedoch schnell wieder auf den Hüften. Wer regelmäßig und häufig fastet, sollte unbedingt darauf achten, sich ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, da es andernfalls zu einem Nährstoffmangel kommen kann.