Foto: pixabay.com © Alexas_Fotos (CC0 Public Domain)

Gardinen sind der Klassiker, Plissees sind die moderne Variante der Fensterdekoration – und in Kombination stehen sie für Funktionalität und eine schöne Optik.

Allerdings gilt es bereits vor dem Kauf von Plissees einige Details zu beachten – etwa mit Blick auf den Raum, bei der Wahl des Stoffs, mit Blick auf die Fensterform, was die Befestigung und das richtige Vermessen des Fensters angeht. Hilfreiche Hinweise liefert dieser Beitrag

Tipp 1: Plissee passend zum Raum wählen

Jeder Raum in Wohnung und Haus hat seinen speziellen Charakter und meist auch einen ganz speziellen Nutzen. Das bedeutet, dass die Ansprüche an das Plissee sich je nach Raum ändern. Die folgenden Szenarien sind bei der Wahl der Plissees zu berücksichtigen:

  • Für Schlaf- und Kinderzimmer eignen sich Dimoutstoffe (auch Blackout-Stoffe) und abdunkelnde Stoffe, die das Sonnenlicht immer dann zuverlässig abschirmen, wenn es Schlafenszeit ist. Das muss im Übrigen nicht immer nur bei Nacht sein. Sowohl der Schichtarbeiter braucht tagsüber eine zuverlässige Verdunkelung als auch der Zweijährige, der seinen Mittagsschlaf hält.
  • Für Bad und Küche muss ein Plissee eine andere Stoffqualität haben. Hier herrscht ein spezielles Raumklima – hier ist es warm und feucht, wenn gekocht, geduscht oder gebadet wird. Hier sind feuchtraumgeeignete Plissees die richtige Wahl.
  • Im Arbeitszimmer sorgt ein Plissee im besten Fall für Sicherheit und Komfort. Schwer entflammbare Stoffe sorgen für Sicherheit; der Blendschutz ermöglicht das blendfreie Arbeiten mit Blick auf den Bildschirm.
  • Im Dachgeschoss hat ein Plissee meist zwei Funktionen zu erfüllen: Es schützt vor Licht und vor Wärme gleichermaßen. Eine gute Wahl sind hier spezielle Wärmeschutz-Plissees und Wabenmodelle für Dachfenster, die Wärme und Licht zuverlässig abschirmen. Auch für den Wintergarten sind diese Modelle geeignet. Eine Alternative wären hier auch sogenannte Outdoor-Plissees.

Tipp 2: Auf die Lichtdurchlässigkeit kommt es an

Bei der Wahl eines Plissees für das Schlaf- oder Kinderzimmer ist es vergleichsweise einfach: Dimout-Stoffe, die für eine Raumverdunkelung von 97 bis 99 Prozent sorgen, oder Blackout-Stoffe, die durch eine Beschichtung aus Acrylat eine 100-prozentige Verdunkelung ermöglichen, sind hier die beste Wahl. Neben den Stoffvarianten abdunkelnd und dimout lassen sich Plissee-Stoffe auch in lichtdurchlässig, halbtransparent und transparent anbringen, was mit der Nutzung, dem persönlichen Geschmack und dem Einrichtungsstil zu tun hat.

Lichtdurchlässig aber blickdicht sollten Modelle sein, die im Erdgeschoss angebracht werden. Hier sorgen sie für Privatsphäre – in Wohn- und Esszimmer sowie in Küche und Arbeitszimmer. In den oberen Geschossen ist der Blickschutz nur bei einer sehr engen Wohnbebauung und in sensiblen Bereichen nötig. Denkbar ist hier die Kombination aus einem transparenten Plissee mit modernen Gardinen, die heute häufig die Form von Flächenvorhängen oder Scheibengardinen haben.

Neben dem rein praktischen Nutzen gilt es diese Hinweise zu bedenken:

  • Soll das Plissee auffallen oder mit dem Interieur verschmelzen? Auffallen können Plissees beispielsweise über ein raumgreifendes Design, das optisch an eine Fototapete mit einem detailreichen Motiv erinnern kann.
  • Soll die Fensterdekoration den Stil der Einrichtung aufgreifen oder Neues wagen? Ein Plissee ist bereits aufgrund der Zick-Zack-Form sehr symmetrisch, was ein Kontrast zu verspielten Formen im Wohnraum sein kann oder eine sehr geradlinige Einrichtung unterstreichen könnte.
  • Soll das Plissee nach dem Umdekorieren bleiben? Wer regelmäßig den Look im Wohnraum verändert, der ist mit einem schlichten Design gut beraten. Dieser passt sich den meisten Designideen an und integriert sich bestens.

Tipp: Zu einem Schlaufenschal lässt sich ein direkt an der Fensterscheibe verspanntes Plissee besonders gut kombinieren. So sorgt das Plissee für den gewünschten Sichtschutz während der Schlaufenschal für ein wohnliches Ambiente sorgt.

Tipp 3: Das Plissee muss zur Fensterform passen

Natürlich gibt es nach wie vor klassische Rechteckfenster, doch selbst diese können konstruktionstechnisch bereits mehrere Plisseevarianten ermöglichen. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, Plissees freihängend oder verspannt zu platzieren. Das hat auch etwas mit dem Glas der Fensterscheibe zu tun: Für Flügelfenster eignet sich die Konstruktion besonders gut, die sich in den Rahmen spannen lässt. So kann das Fenster ungehindert geöffnet werden. Freihängende Plissees sollten so befestigt werden, dass sich das Fenster gut öffnen lässt. Darüber hinaus gibt es für spezielle Dachfenster und Fenster in Sondergrößen Plissees nach Maß. Hier ist das richtige Vermessen besonders wichtig.

Tipp 4: Plissees richtig befestigen – mit unterschiedlichen Konstruktionen

Bereits vor dem Kauf ist es wichtig, sich über die Konstruktion des Fensters und die Befestigung zu informieren, denn hier gibt es Rahmenbedingungen, die einzuhalten ist. Grundsätzlich gilt: Das Klebeprinzip funktioniert einfach und schnell und ist die ideale Lösung für eine Mietwohnung oder für Menschen, die gerne und oft umdekorieren. Etwas aufwändiger in der Konstruktion ist das Klemmprinzip, bei dem je nach Fensterkonstruktion Clips, Klemmträger oder Flachträgern zum Einsatz kommen. Doch auch diese Konstruktion kommt ohne Bohrlöcher aus und ist grundsätzlich ebenfalls in Mietobjekten denkbar. Das Anbringen von Schrauben auf dem Fensterrahmen oder an der Wand ist ebenfalls möglich – sollte aber nur im Eigenheim umgesetzt werden. Gerade Löcher in Fensterrahmen lassen sich nicht zurückbauen und könnten beim Auszug für Ärger mit dem Vermieter sorgen.

Tipp 5: Das Fenster richtig zu vermessen, ist das A und O

Das Fenster zu vermessen, ist der erste Schritt, um ein Plissee zu konstruieren, das auch exakt passt. Doch nicht nur die Fenstermaße, sondern auch die Befestigung, die Art der Glasleiste und die Glasleistentiefe sind entscheidend. Da die Messanleitung je nach Fenster- und Plisseetyp variiert, ist es sinnvoll auf einen Hersteller zu setzen, der per Online-Konfigurator genau erklärt, an welchen Stellen der Meterstab anzulegen ist, um exakte Werte zu erhalten. Nur so wird das Plissee am Ende auch perfekt ans Fenster passen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: