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Im Zuge des Klimawandels und des steigenden Interesses am Umweltschutz ist „Upcycling“ nahezu ein Trend in einigen Haushalten geworden. Esther Hack produziert in diesem Zuge nun invidiuelle Taschen.

Schon Kinder basteln aus alten Flaschen und Zeitungspapier bunte Figuren oder bekannte „Influencer“ zeigen, wie aus einer ausrangierten langen Jeans, mit wenigen Griffen und einem Schuss Kreativität eine neue trendige Hot-Pants entsteht. Kurz gesagt: Alte Gegenstände werden zweckentfremdet und zu neuen Dingen verarbeitet, bevor sie im Müll landen. Das fördert nicht nur die Kreativität und bringt individuelle Objekte hervor, sondern schont auch die Ressourcen und damit die Umwelt.

Ebendies hat sich auch Esther Hack zu Eigen gemacht und stellt seit einigen Jahren in ihrem Esslinger Shop „Hier und Jetzt“ direkt am Rathausplatz unter anderem Allwetterbekleidung aus ausrangierten Militärzelten der polnischen Armee oder Rucksäcke aus alten Turnmatten her. Die Idee für das Upcycling entstand eher zufällig. Ein Freund brachte der studierten Modedesignerin eine alte Werbeplane der Firma Porsche – sie solle doch etwas daraus machen. Und das tat Esther. Sie stellte individuelle Taschen aus ein und derselben Plane her – jedes Stück ein Unikat. „An dem Abend, an dem ich meine Kollektion vorgestellt habe, waren alle Taschen weg“.

2004 dann der Durchbruch für Esther Hack. Als die Bayrischen Motorenwerke (BMW) ihr neues Modell - den Mini - rausbrachten, flatterte ein Großauftrag bei der Modedesignerin rein. Die zum Teil mehrere hundert quadratmetergroßen Werbeplanen wurden in 5.000 individuelle Taschen für die Promotion des neuen Automodells zerschnitten und von Hand vernäht.

Mittlerweile habe die Qualität der Werbebanner nachgelassen, die Farbe löse sich nach einiger Zeit ab. Das bedeutete zunächst das Ende der bunten Umhängetaschen. „Das Schöne an einer solchen Situation ist, dass man dadurch auf neue Ideen kommt“. Der Modedesignerin fielen ausrangierte LKW-Planen in die Hände. Das Material sei sehr stabil, strapazierfähig und zudem wasserfest.

Damit war „Rinder-Hack“ geboren. Hinter dem Namen verbergen sich Umhängetaschen, dessen Korpusse aus ebendiesen schwarzen LKW-Planen bestehen. Die Klappen der Taschen sind sorgfältig mit Kuhfell besetzt. Im aufgehellten Inneren befinden sich zudem mehrere Steckflächen, Handytäschchen und eine Innentasche mit Reisverschluss zum Verwahren eines Geldbeutels. Jede einzelne Rinder-Hack-Tasche ist ein Unikat und gleicht keiner anderen. Alles wird regional und in Handarbeit hergestellt. Mit dem zeitlosen Design und dem robusten Material ist es das perfekte Accessoire für jeden Anlass. 

Seit April 2020 bietet die Modedesignerin ihre speziell mit Kuhfell besetzten Taschen im gut-es Shop der Eßlinger Zeitung in verschiedenen Größen und Formen an. Von dort aus können Leser und Leserinnen sich bequem die Hack-Taschen nach Hause liefern lassen oder sie per click&collect vor Ort abholen.