Die B-Ranch in Ludwigsburg ist Reiterhof, Bildungsort und kommerzielle Reitschule. Nach dem Starkregen im Sommer ist der Reitunterricht stark eingeschränkt. Spenden sollen helfen.
An einem Samstagnachmittag Mitte Juli fängt es an zu schütten und hört erst einmal nicht mehr auf. Sonntagmorgen dann die Nachricht in der WhatsApp-Gruppe: Der Hof steht unter Wasser. Die ganze Hofgemeinschaft schippt auf der B-Ranch im Ludwigsburger Stadtteil Poppenweiler Schlamm, doch Sand und Holzhackschnitzel trägt der Starkregen innerhalb weniger Stunden davon. Übrig bleibt ein Reitplatz, auf dem bis heute kein Unterricht und kein therapeutisches Reiten stattfinden kann. Eine Spendenkampagne soll helfen. Nach fünf Tagen sind es Stand Montagmorgen 4437 Euro – 7500 Euro sind das Ziel.
„Allein der Sand kostet über 6000 Euro, dazu kommen der Transport und das Material für die Drainage“, erklärt Lena Hildenbrand. Die Stuttgarterin hat stellvertretend für die Hofgemeinschaft den Spendenaufruf gestartet und selbst ein Pferd auf dem Hof stehen. Im Frühjahr 2023 ist die Ranch nach Poppenweiler gezogen, die alte musste einem Gewerbegebiet weichen. „Es wurde renoviert, aufgebaut und gestaltet – alles mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihre Liebe zu Pferden entdecken können“, heißt es in dem Aufruf.
Wartelisten für Reitstunden sind lang
Die B-Ranch ist Reitschule, Jugendfarm und Sozialeinrichtung. Steffi Armbrusters Fokus liegt auf dem therapeutischen Angebot für Kinder mit körperlichen Behinderungen, Lernschwächen oder Aufmerksamkeitsstörungen. Kollegin Steffi Schmidtke kümmert sich um die Reitschule für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren.
Zwar wird die Möglichkeit, mit den Pferden in der Natur auszureiten, rege genutzt. „Auf einem geschützten Reitplatz kann man aber viel mehr ausprobieren“, sagt Hildenbrand. Gerade Menschen, die noch nicht lange reiten, bräuchten einen geschützten Rahmen. Mehr als 30 Pferde stehen auf dem Hof – knapp die Hälfte sind Reitschulpferde, die anderen sind von Privatpersonen.
Die Ranch ist ein „Ort der Gemeinschaft“
„Bei den Spenden geht es nicht darum, dass wir Privatpersonen fröhlich über den Platz galoppieren können, das ist ein Ort der Gemeinschaft“, erklärt Hildenbrand. Plätze für den Reitunterricht und therapeutisches Reiten sind rar in der Umgebung, die Wartelisten lang. „Die Menschen sind selbstsicherer und glücklicher auf dem Pferd. Die Tiere spüren Stress und Traurigkeit. Wenn man der Verbindung Zeit und Raum gibt, entsteht etwas Besonderes“, sagt Hildenbrand.