Weil ihn alle „Aki“ nennen, hat Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger - Ulrike Rapp-Hirrlinger

Theodoros Dovridis hat Sprachen studiert. Jetzt hat er den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und am Rathausplatz sein Bistro-Café „Aki“ eröffnet.

DenkendorfEin gutes Jahr war das Café am Denkendorfer Rathausplatz geschlossen. Jetzt öffnet Theodoros Dovridis mit einem neuen Konzept sein „Aki“. Eine entspannte, gastfreundliche Atmosphäre ist dem neuen Pächter wichtig. „Die Leute sollen sich hier wohlfühlen.“ Deshalb sind unter anderem die großen Flachbildfernseher, die zuvor den Innenraum dominierten, sofort verschwunden. „Es ist keine Kneipe“, betont der neue Pächter.

Im Bistro-Café wolle er „besondere Dinge“ anbieten. So wird es eine große Auswahl an Kaffee- und Teespezialitäten sowie an alkoholischen wie nichtalkoholischen Getränken geben. Und Dovridis, der in Ostfildern-Nellingen lebt, setzt bei seinem Speisen- und Getränkeangebot wenn möglich auf lokale und regionale Produkte und Lieferanten. Die Kaffeebohnen werden in Schönaich geröstet, das Bier stammt aus einer Biermanufaktur in Böblingen. Den Wein liefert ein Nellinger Weinhändler. Gerne wolle er kleinere Hersteller und Lieferanten unterstützen. Auch die Nachhaltigkeit spiele eine Rolle. So sind die Teebeutel nicht in Plastik, sondern in Papierschächtelchen verpackt. Auf der Theke stehen Behälter mit dicken Makkaroni – ein Experiment. „Ich will ausprobieren, ob die Leute das als Trinkhalme annehmen“, sagt Dovridis.

„Schwäbisch-mediterran“ ist das Speisenangebot, wobei der Sohn eines griechischen Gastronomenpaars sich auf Snacks und Häppchen beschränkt. Es gibt unter anderem Flammkuchen in verschiedenen Varianten, warme Baguettes, griechische Blätterteigtaschen, Oliven, Tsatsiki, Schafskäse, aber auch Wurstsalat oder im Winter mal eine Suppe. Das Angebot darf sich saisonal wandeln. Besondere Eissorten wie Frozen Joghurt oder Sorbets und auch ein Kuchenangebot wird es geben.

Dovridis ist selbst kein Gastronom, sondern hat romanische und slawische Sprachen studiert und zuletzt in einem Obst- und Gemüsegroßhandel gearbeitet. „Die Leidenschaft für eine gastfreundliche Gastronomie habe ich bei meinen Eltern gelernt“, sagt er. Deshalb ist es ihm wichtig, als Gastgeber präsent zu sein, um im Bistro-Café eine persönliche Atmosphäre zu schaffen. „Aki“ ist Dovridis Spitzname und so zeugt der Name auch ein bisschen vom Herzblut, das der Neu-Gastronom in das Projekt steckt.

Voneinander profitieren

Das Café am Rathausplatz hat Dovridis entdeckt, als er seine Tochter zum Unterricht in der Denkendorfer Musikschule brachte, und die Zeit mit einem Kaffee überbrücken wollte, aber vor verschlossenen Türen stand. „Ich hab mich sofort in das Objekt verliebt und bei der Gemeinde nachgefragt“, erzählt er. Dort bekam er schließlich den Zuschlag. In den vergangenen Monaten hat die Kommune als Eigentümerin unter anderem den Thekenbereich umgebaut und auch anderes renoviert. Dovridis erhofft sich zudem von der geplanten Umgestaltung des Rathausvorplatzes, dass etwa durch Begrünung oder andere Objekte der Platz aufgewertet und die Außengastronomie einladender wird. Für die Verwirklichung seines Traums ist Dovridis das Wagnis der Selbstständigkeit eingegangen. Zunächst wird das Team um Dovridis aus Aushilfen bestehen. Deshalb werde es ab sofort eine „softe“ Eröffnungsphase geben, bis sich alles eingespielt habe. Auch mit den Öffnungszeiten will er noch Erfahrungen sammeln. Unter der Woche plant er vom späten Vormittag bis gegen 23 Uhr geöffnet zu haben, am Samstag eher ab Nachmittag und sonntags schon am späteren Nachmittag zu schließen. Als Konkurrent der umliegenden gastronomischen Betriebe und Läden sieht er sich nicht: „Wenn ich funktioniere, funktionieren diese auch“, ist er überzeugt, dass man voneinander profitieren kann.

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