Wie hier in Heilbronn bleiben die Vorhänge der Theater im Land bis Ostern zu. Foto: Theater Heilbronn/Jochen Quast

Was sich in den seit Tagen laufenden Gesprächen zwischen dem Kunstministerium und den Theatern andeutete, ist nun bittere Realität: Das Coronavirus sorgt dafür, dass in den Theatern in Baden-Württemberg die Vorhänge voraussichtlich bis zum 31. März geschlossen bleiben.

Stuttgart - Das Theater in Heilbronn verschickt als erstes die Meldung, begleitet von zwei Fotos, die keinen Zweifel daran lassen: Die Vorhänge, ob eisern oder aus rotem Samt, bleiben zu – und zwar bis Ostern. Was sich in den seit Tagen laufenden Gesprächen zwischen dem Kunstministerium und den Theatern im Land bereits andeutete, ist nun bittere Realität: Das Coronavirus sorgt dafür, dass in den Theatern in Baden-Württemberg die Vorhänge bis Ostern nicht aufgehen.

Komplexe Betriebsabläufe brauchen langfristige Planung

Die Intendantinnen und Intendanten der Theater in Baden-Württemberg haben in einer Videokonferenz an diesem Donnerstag gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und mit ihren jeweiligen Trägern diese Entscheidung getroffen. Vorausgegangen war die Entscheidung des Ministeriums, an den beiden Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart den regulären Spielbetrieb um weitere zwei Monate bis voraussichtlich Ende März auszusetzen. „Das Infektionsgeschehen lässt eine Öffnung des Spielbetriebs leider noch nicht zu. Um den Häusern zumindest eine gewisse Planungssicherheit zu geben, haben wir uns mit den beiden Staatstheatern deshalb bereits jetzt für eine Fortführung der Schließzeit ausgesprochen“, sagte Kunstministerin Theresia Bauer. Beide Häuser sind seit November für den Publikumsbetrieb geschlossen. Die ungewisse Dauer des Lockdowns sei für die Theater nach wie vor eine große betriebliche Belastung, sagt Theresia Bauer. „Wir müssen die Lage weiter beobachten und werden spätestens Mitte Februar gemeinsam neu bewerten, wann und welche Formen des Spielbetriebs wiederaufgenommen werden können.“

Nächste Gespräche laufen Mitte Februar

Staatssekretärin Petra Olschowski hatte sich mit den kleineren Theatern über die Perspektiven in den kommenden Monaten ausgetauscht. Es zeigt sich an den größeren Häusern die Tendenz, sich dem Vorgehen der Staatstheater anzuschließen. Der Heilbronner Intendant Axel Vornam sagt: „Angesichts der schwierigen gegenwärtigen Pandemie-Lage ist die Aufnahme des Vorstellungsbetriebs auf absehbare Zeit nicht denkbar“, so Vornam. Aus Verantwortung zum Schutze der Gesundheit der Beschäftigten und der Zuschauer stellen sich die Theater hinter den Beschluss der Politiker. Nun für einen längeren Zeitraum Klarheit zu haben, erleichtert zudem die Planungen für die Theater mit ihren komplexen Betriebsabläufen.

„Sollte es unerwartet zu einer drastischen Verbesserung der Situation kommen, wären die Theater auch früher in der Lage wieder für ihr Publikum zu öffnen“, betont Axel Vornam. Die Theater Baden-Württembergs seien in dieser Frage untereinander im ständigen Kontakt. Für Mitte Februar ist dafür ein neuer Verständigungstermin zwischen den Intendanten, dem Ministerium in Stuttgart und den Trägern der Theater anberaumt.

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