Sie singt sonst nur allein in ihrem Zimmer – doch bei „The Voice of Germany“ drehte sich ein Coach sofort für sie um. Wir haben nach ihrem Auftritt mit Cara aus Fellbach gesprochen.
Ihr allererster Auftritt auf einer Bühne – und dann gleich vor einem Millionenpublikum: Die 24-jährige Cara Kienzle aus Fellbach hat am Freitagabend in der achten Folge von The Voice of Germany mit ihrer Version des Songs „Hässlich“ von Ayliva überzeugt. Schon nach wenigen Sekunden drückte der Coach Rea Garvey den roten Buzzer und komplettierte damit sein Team aus Talenten.
Immerhin: Vor der Blind Audition hatten die Kandidaten die Chance, sich mit der Liveband und dem Singen mit Mikrofon etwas vertraut zu machen. Trotzdem war Cara die Aufregung auf der Bühne anzumerken. Beim Singen hatte sie aber einen Trick, um ihre Nervosität zu überwinden: „Ich habe über die Zuschauer hinweggeschaut, zur Technik – das war irgendwie mein Safe Space“, verrät sie. Dass sich einer der Coaches für sie umgedreht hatte, bekam sie trotz Aufregung und Scheinwerferlicht mit. „Ich habe Rea gesehen, wie er mich angegrinst hat – und in dem Moment ist auch die Anspannung ein bisschen von mir abgefallen.“
Cara Kienzle landet bei The Voice of Germany im Team von Rea Garvey
In kurzen eingespielten Sequenzen zeigte ProSieben einige private Kindheitsaufnahmen von ihr – unter anderem Cara mit wehendem Haar vor dem heimischen Ventilator, wie sie „Price Tag“ von Jessie J. singt. „Da muss ich etwa sieben Jahre alt gewesen sein“, erinnert sich die Fellbacherin. Musik war schon damals offensichtlich ein Thema.
Dann ein Schnitt zu Cara auf der „The Voice“-Bühne. Kaum hatte sie die ersten Töne gesungen, jubelte das Publikum. Rea Garvey drückte auf den Knopf und drehte sich um, sobald die Fellbacherin gesanglich ein wenig aufgedreht hatte. Die übrigen Coaches – Nico Santos, Shirin David sowie Michi Beck und Smudo – gingen zwar begeistert mit, blieben aber sitzen.
Nach dem Auftritt wirkte Kienzle erleichtert. Garvey lobte sie, immer noch mit einem Grinsen: „Mein Sohn liebt dieses Lied. Wir hören es die ganze Zeit.“ Der Ire gab sich bescheiden: „Ich bin bestimmt nicht genau der Coach, den du dir in deinem Kopf vorgestellt hast. Aber fuck it – wenn es so gut ist, dann musst du dich umdrehen.“ Damit machte er sein Team komplett.
Trotz Schüchternheit: Cara Kienzle rockt die Bühne bei The Voice
Für Kienzle war es ein Schritt, den sie sich früher nie zugetraut hätte. Vor der Ausstrahlung hatte sie unserer Zeitung verraten, dass sie jahrelang nicht einmal vor ihrer Familie gesungen habe. Erst durch Freunde und Social Media – insbesondere ein virales Video mit jenem Song, den sie jetzt im Fernsehen gesungen hat – fand sie den Mut, sich anzumelden. Wie es bei der TV-Show für sie weitergeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Sich selbst im Fernsehen zu sehen, war für die Fellbacherin ganz schön surreal. „Mir sind auch ein bisschen die Tränen gekommen, weil es mich total in den Moment zurückversetzt hat.“ Auch die Reaktionen, die sie auf den Auftritt erhalten hat, waren für Cara überwältigend. „Damit hätte ich nie gerechnet. Ich habe am Samstag bestimmt zwei Stunden gebraucht, um den Leuten zu antworten, die mir geschrieben hatten.“
Das hält Cara von Rea Garvey als Coach bei TVOG
Mit Rea Garvey als Coach, so viel darf Cara bereits verraten, hat sie einen Glücksgriff gelandet: „Rea kann sehr gut mit meiner unsicheren Art umgehen und hat Verständnis für mich – er ist ein richtig toller Coach und ein echter Herzensmensch.“
Die Sendung ist bereits zu großen Teilen aufgezeichnet – bis auf Halbfinale und Finale, die dann live ausgestrahlt werden. Für Cara stehen als Nächstes die Battles an. Dort müssen die Mitglieder aus den einzelnen Teams dann gegeneinander antreten – und die Coaches sich entscheiden, welcher ihrer Schützlinge weitermachen darf. Wie es für die 24-Jährige aus Fellbach dort gelaufen ist, darf sie noch nicht preisgeben. Am Freitag, 24. Oktober, wird ab 20.15 Uhr die nächste Folge von The Voice of Germany ausgestrahlt, in der sie zu sehen ist.