Eine Polizistin setzt eine Sperre, die den Zugang zum Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa blockiert. Nach einem bestätigten Coronavirus-Fall ist das Hotel unter Quarantäne gestellt worden. Foto: dpa/Uncredited

Weitere Infektionen in Italien und ein Hotel auf der spanischen Insel Teneriffa im Ausnahmezustand: Die Coronavirus-Epidemie trifft zunehmend auch bei Deutschen beliebte Feriendomizile.

Teneriffa - Weitere Infektionen in Italien und ein Hotel auf der spanischen Insel Teneriffa im Ausnahmezustand: Die Coronavirus-Epidemie trifft zunehmend auch bei Deutschen beliebte Feriendomizile. In Italien breitete sich das Virus nach Behördenangaben vom Dienstag weiter südlich bis zur Toskana und Sizilien aus, landesweit wurden bereits mehr als 280 Infektionen nachgewiesen. Auf Teneriffa mussten die Gäste eines Hotels auf ihren Zimmern bleiben, nachdem ein italienischer Gast positiv getestet worden war.

Der italienische Zivilschutz teilte mit, das neuartige Coronavirus sei inzwischen auch bei zwei Menschen in der Toskana - einem in Florenz und einem in Pistoia - festgestellt worden. Auch eine Urlauberin aus der Lombardei in der sizilianischen Hauptstadt Palermo wurde demnach positiv getestet, das Ergebnis eines zweiten Tests stehe noch aus. Die Reisegruppe der Frau wurde vorerst unter Quarantäne gestellt, Hotelmitarbeiter isoliert.

Das Virus wanderte in Italien weiter südwärts

Das Virus wanderte in Italien damit weiter südwärts. Seit Montag wurden landesweit insgesamt mehr als 50 Neuinfektionen gemeldet, damit stieg die Zahl der Ansteckungen auf 283. Sieben Infizierte starben bislang. 

Binnen kurzer Zeit hat sich Italien zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. Die meisten Infektionen wurden in der nördlichen Region Lombardei verzeichnet. Zehn Orte dort sowie ein Ort in der Nachbarregion Venetien stehen daher unter Quarantäne.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte machte in einem Fernsehinterview öffentlich, dass ein Krankenhaus mit der Missachtung von Vorschriften zur Ausbreitung des Erregers in Italien beitrug. Als Italiens „Patient Nummer eins“ mit dem neuartigen Coronavirus gilt ein 38-Jähriger, der außer seiner hochschwangeren Frau und mehreren Bekannten auch Ärzte und Pflegepersonal in dem behandelnden Krankenhaus ansteckte.

Am Nachmittag sollte in Rom ein Krisentreffen europäischer Gesundheitsminister zum neuartigen Coronavirus stattfinden. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nimmt teil. Der Virologe Alexander Kekulé warf ihm im Deutschlandfunk vor, den Ernst der Lage nicht richtig einzuschätzen, wenn er das neuartige Coronavirus weiterhin als harmloser als die Grippe darstelle.

Erster bekannter Infektionsfall auf dem Balkan

Kroatien meldete am Dienstag den ersten bekannten Infektionsfall auf dem Balkan. Der in einer Klinik in der Hauptstadt Zagreb isolierte junge Mann sei kurz vor wenigen Tagen aus Mailand zurückgekehrt, teilte die Regierung mit. Aus dem Bundesland Tirol wurden nach Regierungsangaben die ersten zwei Coronavirus-Fälle in Österreich bestätigt.

Auf Teneriffa durften die Gäste des Vier-Sterne-Hotels „H10 Costa Adeje Palace“ wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls ihre Zimmer vorerst nicht verlassen. Das Hotel sei unter „sanitäre Kontrolle“, nicht aber unter Quarantäne gestellt worden, teilte die kanarische Gesundheitsbehörde mit. Ein italienischer Hotelgast war demnach am Montag positiv auf das Virus getestet worden, das Ergebnis eines zweiten Virus-Tests sollte spätestens am Dienstagabend vorliegen.

Vier-Sterne-Hotel auf Teneriffa isoliert

Das betroffene „H10 Costa Adeje Palace“ ist ein Vier-Sterne-Hotel mit 467 Zimmern. Es kann auch in Deutschland etwa über den Reiseveranstalter TUI gebucht werden. Ein TUI-Sprecher erklärte in Hannover, in der Ferienanlage seien „etwa 200 TUI-Kunden aus verschiedenen Ländern“ zu Gast. Zur Zahl der deutschen Gäste machte er keine Angaben.

In China stieg die offizielle Zahl der Coronavirus-Toten bis Dienstag um weitere 71 Fälle auf 2663. Die Zahl der Infektionen wuchs um 508 auf rund 77.500. Die offizielle Zahl der neu registrierten Infektionen war in China zwar höher als am Montag, lag aber deutlich unter dem Stand der vergangenen Woche.

Allerdings hat sich die Krise zuletzt andernorts deutlich verschärft. Größter Herd des Erregers außerhalb Chinas ist Südkorea. Dort stieg die Zahl der bestätigten Infektionsfälle bis Dienstag auf 977. Zehn Menschen starben an dem Erreger. 

Sorge bereitet auch die Lage im Iran, wo sich nach Behördenangaben bisher 95 Menschen infizierten, darunter Vize-Gesundheitsminister Iradsch Harirtschi. 15 von ihnen starben demnach.

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